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Was lange währt wird endlich gut, dieses Sprichwort könnte auch auf die Waldbereinigung Forst anwenden. Einen Meilenstein erreicht, stellte Martin Palm (von links) der Vertreter des Amts für Ländliche Entwicklung Würzburg fest, als sich in diesen Tagen die örtlichen Vorstandsmitglieder der Teilnehmergemeinschaft Bethold Zängerlein, Alfred Schmich und Berthold Hümpfer auf den Weg machen, die Flurbereinigungspläne an die Eigentümer zu verteilen.
Bereits 1992 fand eine erste Informationsveranstaltung statt, erinnert sich Berthold Hümpfer von der Teilnehmergemeinschaft. Dienstag, 1. Februar, findet eine Teilnehmerversammlung im Gasthaus Hümpfer um 19.30 Uhr statt.

Drei Ziele hatte sich das Verfahren gesetzt: Jede Besitzparzelle durch einen öffentlichen Weg zu erschließen, die oft handtuchgroßen Waldstücke zu einer Größe zusammen zu legen, die eine zeitgemäße Waldbewirtschaftung erlaubt und die Rechte am Gemeindewald abzulösen.

„Durch das neu ausgebaute Wegenetz geht der Holztransport aus dem Wald in der Gemarkung nicht mehr durch den Ort, sondern direkt auf die Bundesstraße 303“, so ein großer Vorteil für Forst meint Martin Palm, der diese Waldbereinigung von seiten des Amts für Ländliche Entwicklung, Würzburg, betreute. Geschotterte Wege machen jetzt eine Holzabfuhr nicht mehr witterungsabhängig und erlauben den Einsatz von forstwirtschaftlichen Maschinen. Zudem ist eine ordnungsgemäße Abführung des Oberflächenwassers geschaffen worden.

Die durchschnittliche Waldparzellengröße stieg von 0, 25 auf 0,85 Hektar. Folglich verringerte sich auch die Anzahl der Waldgrundstücke, die von 500 vor der Neuordnung auf 150 sank. Auch gaben einige Besitzer von Kleinstparzellen ihren Waldbesitz auf, sodass jetzt nur noch 77 Besitzer die Waldfläche teilen, während es vor dem Verfahren 113 waren.

„Ein Schwerpunkt war die Ablösung der Brennholzrechte am Gemeindewald“, berichtet Berthold Zängerlein. Die Gemeinde, die mehr als 20 Hektar der Waldfläche besitzt, hat diese Rechte in Geld oder Waldfläche abgelöst. „Wir sind dort jahrzehntelang nicht aus der Mittelwaldbewirtschaftung herausgekommen“, deshalb ergibt sich jetzt für die Gemeinde hier die Möglichkeit einer nachhaltigeren Waldbewirtschaftung, so Kämmerer Robert Mantel. Damit geht eine Ertragssteigerung aus dem Wald für die Gemeindekasse einher.

Nach langem Ringen haben sich die Bürger von Forst entschlossen, im Zuge des Waldbereinigungsverfahrens jetzt auch eine punktuelle Dorferneuerung anzustreben. Sie betrifft den Dorfanger, der vor allem durch eine veränderte Straßenführung zu einem zeitgemäßen Mittelpunkt des Ortes umgestaltet werden soll. Hohe Kosten fallen für die Anlieger nicht auf Grund der Dorferneuerung an, sondern wegen der Sanierung der Wasser- und Abwasserleitungen in diesem Bereich. Diese Einrichtungen der Daseinsvorsorge sollen bei der Baumaßnahme wegen der Schadhaftigkeit der Leitungen in dem Wegbereich auch ausgeführt werden.

Vom Amt für Ländliche Entwicklung ist dem Antrag bereits stattgegeben, in den Haushaltsberatungen der Gemeinde im Frühjahr werden die Weichen für die zeitliche Abwicklung gestellt. Und da entscheidet sich in welchem Umfang und wann die Gemeinde für dieses Projekt der Dorferneuerung finanzielle Mittel zur Verfügung stellen kann.

Text und Foto: Rita Steger-Frühwacht

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