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Diese Frage kommt für Rainer Streit nicht ungewohnt. Seit Jahrzehnten mit Führungspositionen im Heer betraut ist es für ihn selbstverständlich für sich selbst und für andereden Sinn und Zweck der Bundeswehr zu erklären.

Am 31. März diesen Jahres wurde er mit Wirkung zum 1. März zum Oberst ernannt. Viele seiner Mitbewohner in Schonungen sind sehr stolz auf ihn. Die Reservistenkameradschaft, deren Ehrenmitglied Streit ist, hat aus diesem Anlass ihm zu Ehren einen Empfang am Ostermontag ausgerichtet.

1976 trat Rainer Streit, Jahrgang 1958 als Wehrpflichtiger am Standort Külsheim in die Bundeswehr ein. „Es war damals normal für uns zur Bundeswehr zu gehen“, erinnert er sich. Die Ostblockstaaten, die mit der Grenze in der ehemaligen DDR relativ nahe an seinem Heimatort Schonungen lagen, galten zu dieser Zeit als existenzielle Bedrohung für die Bundesrepublik. Während seiner Verwendungen als Panzerzugführer und dann als Kompaniechef in den Jahren 1983 bis 1990 in Hammelburg lag für ihn und seine Soldaten die Verteidigungslinie immer beiderseits Mellrichstadt. Er nennt es „einen ganz großen Glücksfall“, dass die Wiedervereinigung Deutschlands ohne jeglichen Kampf zustande kam. Dass er in der Bundeswehr seine berufliche Zukunft gesehen hat, lag an der guten Kameradschaft, die er in all den Jahren bisher in der Truppe erfahren hat. Technisch interessiert konnte er an der Bundeswehrhochschule in München das Maschinenbaustudium absolvieren.

Sein militärischer Werdegang ist geprägt durch die Übernahme von zweierlei Aufgaben in der Armee: einmal das Führen von Soldaten in der Truppe und zum anderen die Beschaffung von Rüstungsgütern.
Immer wieder standen dabei Ortswechsel für seine sechsköpfige Familie an. „Das erfordert Durchstehvermögen für die Ehefrau“, weiß Streit, wenngleich die Angleichung der Schulsysteme in den Bundesländern Umzüge in den letzten Jahren erleichtert hat.

Seit Mai letzten Jahres ist Rainer Streit als Leiter des Bereichs Weiterentwicklung im Ausbildungszentrum der Panzertruppen am Standort Munster eingesetzt. Der Aufgabenbereich seiner 3 Dezernate umfasst die Weiterentwicklung der Konzeption, der Ausbildung und der Ausrüstung der Panzertruppen. Weiterhin ist er für die Durchführung von Einsatzprüfungen für neues Wehrmaterial zuständig. Auf Grund der politisch-wirtschaftlichen Verflechtung Deutschlands auf internationaler Ebene ist auch in Zukunft der Einsatz der Bundeswehr in Krisen- oder Kriegsgebieten sehr wahrscheinlich, während in der Zeit des Kalten Krieges der Sinn der Bundeswehr in erster Linie darin bestand, das eigene Land gegen einen Angriff zu verteidigen“, schätzt er die militärisch-politische Lage realistisch ein.

Da auch seine Frau aus Schonungen stammt, hat Rainer Streit noch vielfältige Verbindungen zu seinem Heimatort, wo auch seine Eltern wohnen. So ist er heute noch Mitglied im Musikverein, wo er einst das Trompetenspielen lernte. Und der Empfang, ausgerichtet von der Reservistenkameradschaft bot vielen Freunden und Bekannten Gelegenheit, ihm zu seiner Ernennung zum Obersten zu gratulieren.

Reservisten bereiteten Oberst Streit einen großen Empfang: Von links Herbert Fritz, Egon Weger, Günther Bauer, Rainer Gehring, Manfred Hebig, stellvertretender Feuerwehrkommandant Joachim Michel, Ehrenvorsitzender Arthur Höhl, Feuerwehrkommandant Hermann Doile, Egbert Kraus, Joachim Kraus, Bürgermeister Kilian Hartmann, Oberst Rainer Streit, Jochen Brandt, Vorsitzender Detlev Grebner, Holger Gehles, Uwe Hand, Helmut Engelbrecht und Philipp Hartmann.

Text: Rita Steger-Frühwacht
Foto: Stefan Rottmann

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