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Schonungen veträgt locker noch ein Fachmarktzentrum und ein weiteres Lebensmittelgeschäft
 
Schonungen - Die Bayreuther Firma Geo-Plan hat ein Entwicklungskonzept für den Einzelhandel der Großgemeinde Schonungen erstellt. Der Diplom-Geograf Tobias Hofmann stellte die Untersuchungen am Dienstagabend abschließend dem Gemeinderat vor. Dabei wurde klar: Durch das neue, noch nicht bebaute Gewerbegebiet "Tiefer Graben" bekommt Schonungen den Platz für weiteren Handel im Bereich Lebensmittel und Getränke sowie für ein mögliches Fachmarktzentrum. Der Bedarf dafür ist anscheinend vorhanden.
 
 
Neben einem Diska-Lebensmittelmarkt im Altort sowie einer Edeka, einem Lidl-Discounter und einem neuen Netto-Markt jeweils im bestehenden Gewerbegebiet parallel zur Hauptstraße verträgt die Gemeinde also weitere Geschäfte in diesem Bereich. Die Edeka plant ja anscheinend bereits einen Neubau im tiefen Graben mit vor allem einem weitaus vergrößerten Getränkemarkt.
 
An der Stelle des bisherigen Marktes dürfe sich dann ruhig ein Ersatz ansiedeln, erforschten die Bayreuther. Denn in Schonungen mit seinem über 8000 Einwohnern in neun Ortsteilen und vier Weilern gibt es ein jährliches Umsatzpotenzial von rund 41 Millionen Euro. 29 Millionen fließen davon alleine nach Schweinfurt ab, rund 20 Millionen verweilen nur deshalb überwiegend im Hauptort, weil durch die B 26 "Durchfahrer" für einen Umsatz von gut 6,6 Millionen Euro sorgen. Ein zusätzlicher Ort, dessen Bürger sich nach Schonungen zum Einkaufen orientieren, ist lediglich das benachbarte Gädheim.
 
Eine Befragung von 800 Haushalten und den 20 Einzelhändlern der Gemeinde ergab interessante Auskünfte: Nur neun Prozent der Schonunger zieht es ausschließlich zu den insgesamt 42 Betrieben (davon sind 23 Dienstleister) auf rund 1000 qm im alten Ortskern. Drei von vier Leuten aber besuchen dann den Delta-Markt. 91 Prozent sehen im 2500 qm großen Gewerbegebiet die eindeutig höhere Handelsattraktivität. Mit 85 Prozent Zustimmung hat der Lidl-Markt eine Magnetfunktion.
 
Was in Schonungen gänzlich fehlt: Ein Angebot an Kleidung! 220 qm Fläche dafür schlägt Geo-Plan vor, Drogeriewaren könnten eine Aufwertung um 270 qm vertragen. Bislang gibt es nur einen Schlecker im Altort. Durchaus denkbar im neuen Gewerbegebiet "Tiefer Graben": Ein Fachmarktzentrum, wie man es beispielsweise aus Sennfeld kennt, mit Drogeriemarkt (dm? Müller? Rossmann?) und Bekleidungsgeschäft (KIK? Takko?). Notwendig dazu sind natürlich Investoren.
 
Was die Bayreuther dann noch empfehlen: Eine Überquerungshilfe der Hauptstraße am östlichen Ende Schonungens, wo die Gemeinde natürlich auch über einen Kreisverkehr nachdenkt, wenn das Gewerbegebiet bebaut ist. Das Entwicklungspotenzial so richtig ausschöpfen will Kilian Hartmann aber erst nach der nun anstehenden Sanierung der Sattler-Altlasten. Zu einem Zeitpunkt also, wenn der 2012 ausscheidende Bürgermeister schon nicht mehr im Amt ist. Die Vermarktung des 2,1 Hektar großen, neuen Gewerbegebietes steht jedoch aktuell schon an.
 
Was die Bayreuther noch anregten: Ein Konzept für die vielen zur Verfügung stehenden Parkplätze im Altort, mit denen die Bürger laut Befrageung aber trotzdem nicht zufrieden sind. Belebt werden sollte der Marktplatz, generell fehlt es an Aufenthaltsqualität rund ums Rathaus. Und: Einzelhandel und Gastronomie sollten über einen gemeinsamen Marktauftritt nachdenken. Sprich: Werbemaßnahmen ins Auge fassen. Wobei Geo-Plan lediglich die Situation im Hauptort untersucht hat. Für nördliche Ortsteile wie Reichmannshausen, Abersfeld oder Löffelsterz wären Bürgermeister Hartmann eigene Dorfläden am liebsten, wie sie unlängst erst in Kleinsteinach oder Aidhausen (beides Landkreis Haßberge) eröffnet wurden.

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