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des Marktgemeinderates Stadtlauringen vom 10.12.2010

Begrüßung
Meine sehr geehrten Damen und Herren, liebe Mitglieder des Marktgemeinderates, lieber Herr Düring, ich heiße Sie alle mit Ihren Partnern zur Jahresschlusssitzung 2010 sehr herzlich willkommen.

Traditionell findet die Jahresschlusssitzung nicht im Rathaus, sondern wechselnd in einem unserer zehn Ortsteile statt. Nach vielen Jahren sind wir wieder einmal in Mailes. Das gibt mir die Gelegenheit den Verantwortlichen aus der Dorfgemeinschaft zum gelungenen Umbau des Alten Brauhauses zu gratulieren. In Eigenleistung und ohne Kostenbeteiligung des Marktes Stadtlauringen wurde das ehemalige Brauhaus, in dem lediglich noch der alte Kessel an die eigentliche Funktion des Gebäudes erinnerte, nunmehr umgebaut und dient künftig als Backhaus.
Ich bin sicher, dass ich ihrer aller Glückwünsche heute übermitteln darf und wiederhole gerne meinen Dank und meine Anerkennung für die gelungene Umbaumaßnahme.

Totenehrung
Im Jahr 2010 starben die ehemaligen Mitglieder des Marktgemeinderates Arno Braun und Willi Rothmann.


Besonders betroffen machte uns der Tod des amtierenden Gemeinderates Franz Kaufmann, der am 24.12.2009 verstarb. Franz Kaufmann war zu diesem Zeitpunkt das lebensälteste Mitglied dieses Gremiums. Uns allen ist seine offene und unvoreingenommene Handlungs- und Denkweise in bester Erinnerung. Er war immer auf Ausgleich bedacht. Konsequent in der Sache und verbindlich im Auftreten.

Ich bitte in Stille der Verstorbenen zu gedenken.

Neu in der Mitte des Gemeinderates begrüße ich die Nachfolgerin von Herrn Franz Kaufmann, Frau Regina Heusinger. Ebenso heiße ich an dieser Stelle willkommen den Ortssprecher des Gemeindeteils Wetzhausen, Herrn Herbert Unger.


Gemeinderatssitzungen
Im ablaufenden Jahr beschäftigte sich dieses Gremium in 24 Arbeitssitzungen mit insgesamt 296 Tagesordnungspunkten.

Nachfolgend will ich in einem kurze Abriss auszugsweise über die Kommunalpolitik, die Entscheidungen des Marktgemeinderates und die Ergebnisse berichten.

Die Ausgangslage zu Beginn des Jahres 2010 war denkbar schlecht.

Die Wirtschaftskrise, die nach meiner Überzeugung noch nicht überwunden ist, belastete alle kommunalen Haushalte. Auch der Markt Stadtlauringen blieb davon nicht verschont. So war in diesem Jahr ein Einbruch bei der Gewerbesteuer ebenso zu verzeichnen, wie ein deutlicher Rückgang der Einkommensteuerbeteiligung. Allein diese beiden Positionen führten auf der Einnahmeseite zu einem Verlust von mehr als einer halben Million Euro. Nichts desto trotz – und ich werde am Ende der Ausführungen näher darauf eingehen – können wir auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. Viele Projekte konnten begonnen bzw. realisiert werden. Auch haben wir unsere Finanzen gut im Griff.

 
Feuerwehr

Nach wie vor unverändert hoch ist die Anzahl der aktiv gemeldeten Feuerwehrleute unserer zehn Wehren. Über 300 Feuerwehrmänner und –frauen sind für den aktiven Dienst gemeldet. Die Investitionen für die Feuerwehr beliefen sich im ablaufenden Jahr auf 64.000,00 € und lagen damit 14.000,00 € über dem Ergebnis aus 2008 und 9.000,00 € über dem Ergebnis aus 2009. Fahrzeugunterhalt, Feuerwehrgerätehäuser sowie Ausstattung sind die wesentlichen Kostenansätze. Gerade auch für die Ausbildung wurden in 2010 beinahe 8.000,00 € (Schulungen) investiert.

Ich nutze die Gelegenheit, mich bei allen Verantwortlichen unserer Feuerwehren sehr herzlich für ihre ehrenamtliche Arbeit zu bedanken.

Gleichwohl müssen wir auch über künftige Organisationsformen und Einsatzoptimierungen in unseren zehn Wehren nachdenken. Letztlich geht es darum, zu allen Zeiten eine einsatzfähige Feuerwehr vorhalten zu können.


Personenstand
59 Mitbürgerinnen und Mitbürger verstarben im vergangenen Jahr, wobei davon 24 aus den beiden Altenpflegeeinrichtungen zu berücksichtigen sind. Erfreulich ist die leicht angestiegene Zahl der Geburten, die sich zum heutigen Tag auf 29 beläuft. Das ist die höchste Zahl seit 2005. Auch die Zahl der Einwohner mit Hauptwohnsitz hat sich im Vergleich zum Vorjahr nur geringfügig von 4.254 auf 4.252 verändert.
 

Bürgerbus
Regelmäßig wird der Bürgerbus von Vereinen und anderen Organisationen angemietet. In 2010 waren dies knapp 40 Buchungen. Es sei bei der Gelegenheit der Hinweis erlaubt, dass die Führung des Fahrtenbuches mangelhaft erfolgt und eine Verbesserung wünschenswert ist.


Schule
Die sich verändernden Geburtenzahlen sind mit, aber nicht alleiniger Grund für die geringeren Schüler in unserer Friedrich-Rückert-Volksschule. Im aktuellen Schuljahr werden dort 252 Schüler unterrichtet (Schuljahr 2009/2010: 279 Schüler; Schuljahr 2008/2009: 291 Schüler; Schuljahr 2007/2008: 302 Schüler).

Eine Veränderung der Schullandschaft erlebten wir im Hauptschulbereich, da das Kultusministerium mit der Einführung der Mittelschule die Bildung von Schulverbünden verlangte. Dem Grunde nach ändert sich vorläufig an der schulischen Ausbildung in Stadtlauringen wenig. Unsere Hauptschüler werden grundsätzlichen nach wie vor in unserer Schule unterrichtet. Für die fachbezogenen Bereiche Handwerk, Soziales und Wirtschaft erfolgt der jeweilige Unterricht in Absprache mit den Schulverbundsgemeinden Hofheim, Maroldsweisach und Ebern. Diejenigen Schülerinnen und Schüler, die auf dem Weg des M-Kurses die Mittlere Reife erzielen wollen, erhalten ihre Ausbildung in Hofheim.

Bedauerlicherweise kam es zu keiner Lösung im Schweinfurter OberLand. Aus der Gemeinde Üchtelhausen wurden für dieses Schuljahr sieben Schülerinnen und Schüler unserer Hauptschule zugewiesen, ohne dass der Schulsprengel geändert wurde.

Seit mehreren Jahren bieten wir auch die Offene Ganztagesschule mit Mittags-, Hausaufgaben- und Freizeitbetreuung an. Dieses ergänzende Angebot ist für die Eltern kostenlos und wird von 26 Schülerinnen und Schülern genutzt. Ca. 25.000,00 € müssen jährlich für die Offene Ganztagesschule aufgewandt werden, wobei diese Kosten der Freistaat Bayern und der Markt Stadtlauringen übernehmen.

Kindergarten
Nach wie vor können wir in unserer Marktgemeinde drei Einrichtungen vorweisen. In allen sind die Kinderzahlen, bezogen auf die letzten zehn Jahre, rückgängig. Im abgelaufenen Kindergartenjahr waren für den unter der Trägerschaft des Marktes Stadtlauringen geführten Kindergarten mit seinen drei Gruppen 228.000,00 € an Personalausgaben angefallen. Der gemeindliche und staatliche Zuschuss für die Einrichtung in Oberlauringen betrug ca. 122.000,00 €, für Ballingshausen belief sich dieser Betrag auf ca. 60.000,00 €. Nachdem in Oberlauringen bereits seit mehreren Jahren den Schulkindern eine Mittags- und Hausaufgabenbetreuung angeboten wurde, erfolgt nun seit September dieses Jahres ergänzend ein gleichartiges Angebot in Stadtlauringen.

Ebenso haben sich die Einrichtungen für Kinder unter drei Jahren geöffnet.


Friedhöfe

Die Sanierung in unseren gemeindlichen Friedhöfen haben wir auch in 2010 fortgesetzt. So wurde in Oberlauringen das Leichenhaus renoviert. Die Auszahlung der Rechnungen für diese Renovierung beläuft sich aktuell auf ca. 45.000,00 €. Hinzu kommen die Kosten für die ebenfalls durchgeführte Neugestaltung des Vorplatzes am Leichenhaus in Oberlauringen.


Gemeindeentwicklung

Während in den 80er- und 90er-Jahren die Gemeindeentwicklung durch die Ausweisung von Gewerbe- und Wohngebieten gekennzeichnet war, liegt nunmehr ‑ und nicht nur in Stadtlauringen – der Schwerpunkt auf der Innenentwicklung. Zurückgehende Geburtenzahlen sowie die Abwanderungen von jungen Leuten sind wesentliche Ursache für die abnehmende Bevölkerung. Betroffen davon sind primär die Ortskerne, weswegen der Schwerpunkt der weiteren Maßnahmen auf die Innenentwicklung gelegt wird.


a) Städtebauförderung


Das städtebauliche Entwicklungskonzept für den Ortsteil Stadtlauringen haben wir auch in 2010 weiter umgesetzt. Marktplatz, die anliegende Haintor- und Lipsenstraße wurden umfassend renoviert. Zusammen mit der notwendigen Erneuerung und Reparatur des Kanals sowie dem Austausch der Wasserleitung werden insgesamt ca. 1.341.000,00 € investiert. Die Arbeiten sind weitgehendst fertiggestellt und dürfen als gelungen bezeichnet werden. Im Zuge dieser Sanierungsmaßnahme erfolgte auch die Erstellung eines Nahwärmenetzes mit der Einbindung des Rathauses, der gemeindlichen Gebäude am Marktplatz, der Kirche und des Pfarrhauses. Die umweltfreundliche Hackschnitzelheizung ist seit einigen Wochen in Betrieb. Umfassend werden auch die Anwesen Marktplatz 17 und 18, die sich im Eigentum des Marktes Stadtlauringen befinden, saniert und energetisch ertüchtigt. Beide Anwesen beherbergen neben dem Küchenstudio die Zahnarztpraxis, die Verteilungsstelle der Post, eine Praxis für Ergotherapie sowie eine Wohnung, die ab 01. Februar 2011 zur Vermietung freisteht. Derzeit haben wir für diese Maßnahme ca. 100.000,00 € ausgegeben.

Schließlich wurde nunmehr auch das Anwesen Marktplatz 13 in Angriff genommen. Die Problematik im Hinblick auf Fachwerk/Verputzen habe ich Ihnen erst kürzlich erläutert. Nachdem sowohl der Dachstuhl, als auch die tragenden Holzteile renoviert bzw. ausgetauscht wurden und das Dach neu eingedeckt ist, konnte auch ein Großteil des Gebäudes bereits verputzt werden. Nach der Winterpause wird die weitere Sanierung unverzüglich fortgesetzt, so dass bis Mitte 2011 Wesentliches abgeschlossen sein soll. Die Renovierungsarbeiten einschließlich eines Neubaus belaufen sich laut Kostenschätzung auf insgesamt 468.000,00 €, wobei für den Neubau ca. 200.000,00 € veranschlagt sind. Hinzu kommen die Ausgaben für die Einrichtung. Der Markt Stadtlauringen erhält für diese Maßnahme Mittel aus dem Städtebauförderungsprogramm in Höhe von 168.000,00 € sowie 133.000,00 € aus den Mitteln der Bayerischen Landesstiftung bzw. des Landesamtes für Denkmalpflege.

Erfreulich ist, dass im Zuge der Städtebauförderung nunmehr seit Auflegung des Programms 25 Einzelanträge positiv beschieden werden konnten. Insgesamt wurden den Antragstellern ca. 60.000,00 € bewilligt.

Beratungen, Gemeindliche Gestaltungssatzung
Im Jahr 2010 erfolgten fünf Einzelberatungen. Das kostenlose Angebot wurde seit 2003 37x in Anspruch genommen.


b) Dorfentwicklung (Dorferneuerung)
 
Sulzdorf
Nunmehr ist auch Sulzdorf in das Programm der Dorferneuerung aufgenommen, wobei in diesem Gemeindeteil gleichzeitig auch eine Flurneuordnung erfolgen soll. Wir rechnen täglich mit dem Anordnungsbescheid. Ab diesem Zeitpunkt können auch Privatmaßnahmen mit 20 % bis 30 % im Rahmen der Dorferneuerung bezuschusst werden. Anfang 2011 soll die Vorstandschaft der Teilnehmergemeinschaft Sulzdorf gewählt werden. Diese Vorstandschaft wird dann zu entscheiden haben, welche Projekte in Sulzdorf geplant und realisiert werden. Parallel dazu wird das Verfahren der Flurneuordnung in der Gemarkung Sulzdorf betrieben.


Wettringen
Sehr engagiert und erfolgreich arbeitet die Dorfgemeinschaft und die Vorstandschaft der Teilnehmergemeinschaft in Wettringen. Die Vorplanungen für die Ortsdurchgangsstraße mit Nebenstraßen (z. B. Raiffeisenstraße) sind weitgehendst abgeschlossen. Nunmehr muss die Entwurfs- und Ausführungsplanung zu Papier gebracht werden. Sobald das Staatliche Bauamt seine Zustimmung erteilt und Mittel bereitstellt, kann mit dem Umbau begonnen werden.

Abgeschlossen ist die Erneuerung des Spielplatzes. Der aktuelle Ausgabenstand beläuft sich auf insgesamt 65.000,00 € (inkl. der erbrachten Eigenleistung). An Fördermitteln erwarten wir ca. 40.000,00 €. Auch hier darf als vorbildlich und besonders erwähnenswert die große Eigenleistung aus der Dorfbevölkerung genannt werden.


Fuchsstadt
Die Kooperation mit dem TTC Fuchsstadt und die Übertragung des gemeindeeigenen Grundstückes im Rahmen der Erbpacht war die richtige Entscheidung. In kurzer Zeit und beinahe ausschließlich in Eigenleistung wurde der Rohbau des Sporthauses und des Dorfgemeinschaftshauses errichtet, so dass die Sportler bereits Anfang 2011 ihren Sportbetrieb wieder in den eigenen Gebäuden angehen können. Zurzeit wird der Bereich der Außenanlagen um das Gebäude geplant. Anfang Dezember 2010 hat die Vorstandschaft der Teilnehmergemeinschaft den Vorentwurf abgesegnet, so dass mit etwas Glück in 2011 auch diese Maßnahme abgeschlossen werden kann. Für das Gebäude wurden vom Architekten insgesamt 608.000,00 € an Investitionen berechnet, wobei die Kosten – wie allgemein bekannt – je zur Hälfte vom TTC Fuchsstadt und dem Markt Stadtlauringen getragen werden. Während der TTC Fuchsstadt für seinen Teil Mittel des Bayerischen Landessportverbandes sowie der Sportförderung des Marktes Stadtlauringen erhält, kann der Markt Stadtlauringen 80.000,00 € an Zuschuss vom Amt für Ländliche Entwicklung erwarten. Mit ca. 200.000,00 € ist die Eigenleistung aus der Dorfgemeinschaft beziffert. Das bisher gezeigte Engagement und der fachkundige Einsatz belegen, dass die angenommene Eigenleistung nicht zu hoch angesetzt ist.


Birnfeld

Während die Sanierung des Lindenplatzes abgeschlossen werden konnte, lässt sich die Renovierung des ehemaligen Brauhauses eher als schleppend bezeichnen. Zwischenzeitlich wurde der Innenbereich des Gebäudes weitgehendst saniert und kann ab sofort wieder von den Vereinen aus der Dorfgemeinschaft Birnfeld genutzt werden. Der Außenbereich wird mit Ablauf der Winter- und Frostperiode angegangen.

Das Kostenvolumen für den Lindenplatz betrug insgesamt ca. 236.000,00 €, wobei ein Zuschuss in Höhe von 143.000,00 € vom Amt für Ländliche Entwicklung für den Lindenplatz und die Brauhausrenovierung gewährt wurde. Der Kostenrahmen beim Brauhaus wird nicht ganz eingehalten, da auch zusätzliche Maßnahmen im Nachgang als notwendig angesehen wurden. Er beträgt nach aktueller Kostenfortschreibung ca. 155.000,00 €.


Oberlauringen

Die Sanierungen des Schlundhauses in Oberlauringen neigen sich ebenfalls dem Ende zu. Wir dürfen heute schon mit Stolz auf diese Sanierung schauen, die einerseits den Senioren und der Kirchengemeinde dient, andererseits aber auch (Obergeschoss) Übernachtungsmöglichkeiten, z. B. für Wanderer, bietet. Die Renovierungsarbeiten am Schlundhaus werden nach aktueller Kostenfortschreibung 384.000,00 € betragen. Das Amt für Ländliche Entwicklung fördert diese Maßnahme mit 177.000,00 €.

Zudem wird der Umgriff um das Schlundhaus ebenfalls neu gestaltet. Wir werden hierfür ca. 130.000,00 € investieren und erwarten einen Zuschuss in Höhe von 65.000,00 € durch das Amt für Ländliche Entwicklung.
 
Neben diesen Sanierungsmaßnahmen werden wir Oberlauringen weiterentwickeln und als Friedrich-Rückert-Themendorf ein Alleinstellungsmerkmal geben. Dankbar bin ich für die engagierte Mitarbeit der Bevölkerung, sowohl bei einem Seminar in Klosterlangheim, als auch in den Arbeitskreisen vor Ort. Unter fachlicher Begleitung durch Herrn Architekten Dag Schröder ist das Konzept zur Dorfentwicklung „Friedrich-Rückert-Dorf Oberlauringen“ weitgehendst fertiggestellt. Dieses Konzept wird in den kommenden Jahren Grundlage für die weitere Dorfentwicklung sein. Logo und Gestaltungslinie wurden in enger Abstimmung mit der Bevölkerung erarbeitet und sind äußerst gelungen.


Wetzhausen

Für Wetzhausen hatten wir zur Renovierung um die Kirche und des Sportheimes zunächst einen Ansatz über die Förderung einer „einfachen Dorferneuerung“ gewählt. Da das Amt für Ländliche Entwicklung aber eine gegebene Zusage nicht einhalten konnte, fand sich nach mehreren Gesprächen die Lösung, Wetzhausen dem Dorferneuerungsverfahren Wettringen beizuziehen. Zwar führte dieser Weg zu einem erheblichen zeitlichen Verzug, allerdings erhält der Markt Stadtlauringen nunmehr statt der zugesagten 50 % an Fördermitteln nun 69 % für die Baumaßnahme. Diese wurde zwischenzeitlich begonnen, kann jedoch auf Grund der Witterungsverhältnisse nicht weiter fortgeführt werden. Der Berechnung des Herrn Architekten Bergmann zufolge wird die Neugestaltung mit zentralem Dorfplatz 393.000,00 € kosten, abzgl. der ca. 69 %igen Zuwendungen.


Altenmünster
Auch für Altenmünster streben wir in den nächsten Jahren ein Verfahren der ländlichen Entwicklung (Dorferneuerung) an. Wie Sie wissen, haben wir zur Zielerreichung ein übergemeindliches Verfahren gewählt. Mit dem Projekt Seestern sollen neben Altenmünster auch die Gemeindeteile Ebertshausen (Üchtelhausen) und Reichmannshausen (Schonungen) Partner werden. Ich bin davon überzeugt, dass die Bürgerschaft aus den drei Ortsteilen, sowohl für ihre jeweiligen Dörfer, aber auch darüber hinaus in der Chance der Vernetzung und der Einbindung des Ellertshäuser See die Entwicklung ihres Dorfes und damit der Region positiv mitgestalten.


Schweinfurter OberLand – Ellertshäuser See

Und damit sind wir auch bereits im Bereich des Schweinfurter OberLandes und des Ellertshäuser Sees. Seit 01.05.2010 ist Herr Bürgermeister Kilian Hartmann Sprecher des Schweinfurter OberLandes und das Allianzmanagement ist mit nach Schonungen gezogen. Ich gehe fest davon aus, dass mit gleichem Engagement wie in den Vorjahren die Entwicklung des Schweinfurter OberLandes, und damit der gesamten Region, vorangetrieben wird.

Für den Markt Stadtlauringen und den Ellertshäuser See wird zurzeit in einem Parallelverfahren die Bauleitplanung vorangetrieben und die Umgestaltung des Nordufers entwickelt. Daneben ist angedacht ergänzenden Parkraum zu schaffen sowie die Gaststätte zu erneuern.

Im Frühjahr des nächsten Jahres werde ich Ihnen, verehrte Damen und Herren des Marktgemeinderates, die Bauleitplanung für einen Campingplatz zur Entscheidung vorlegen.

In diesem Zusammenhang erwähne ich gerne auch, dass es – wenn auch nicht ganz einfach – gelungen ist, touristische Hinweistafeln an den beiden Autobahnen A70 und A71 zu platzieren. Sie machen sowohl auf den Ellertshäuser See, als auch auf den Markt Stadtlauringen insgesamt aufmerksam und stärken auf diese Weise die Entwicklung unserer Gemeinde.

 
Weitere Infrastruktur
Mit dem Bau des Radweges Ballingshausen-Stadtlauringen wurde ein weiterer Baustein unserer Radwegeverbindungen innerhalb des Marktes Stadtlauringen hinzugefügt. Wie Ihnen bekannt, beliefen sich die Kosten auf 551.000,00 €, wobei der Freistaat Bayern sich mit 407.000,00 € an den Ausgaben beteiligt. Daneben wurde auch in Oberlauringen (am Ortsausgang Richtung Mailes) ein kreisstraßenbegleitender Rad- und Gehweg mit Beleuchtung gebaut und hierfür Mittel in Höhe von 31.000,00 € aufgewandt.

 
Sonstiges

Mir liegt besonders am Herzen, innerhalb der nächsten Monate endlich eine überdurchschnittliche Breitbandversorgung innerhalb unserer Gesamtgemeinde zu erreichen. Ärgerlich ist, dass die Breitbandversorgung nicht Bestandteil der Daseinsvorsorge ist. Während jeder Bürger Anspruch auf ein Festnetztelefon hat, kann er diesen für die Breitbandversorgung nicht geltend machen. Dieser Zustand ist unbefriedigend, da die Bürger – wie ich meine berechtigt – eine Breitbandversorgung fordern, der Staat sich jedoch aus seiner Verantwortung zurückgezogen hat und die Entwicklung dem Grunde nach der freien Wirtschaft überlässt. Lediglich der Freistaat Bayern versucht mittels Fördermitteln eine entsprechende Realisierung auch in den Flächengemeinden zu ermöglichen. Für den Markt Stadtlauringen können wir feststellen, dass nahezu alle Ortsteile zwischenzeitlich mit mind. 1.000 Megabit versorgt sind. In der öffentlichen Sitzung des Marktgemeinderates am 13.01.2011 werden Ihnen die weiteren ergänzenden Verbesserungen vorgestellt und ich gehe davon aus, dass bis Herbst 2011 jeder Ortsteil und beinahe jedes Anwesen (mit Ausnahme der Aussiedlerhöfe) mit mind. 3.000 Megabit Breitbandgeschwindigkeit versorgt werden kann.

Verehrte Damen und Herren, liebe Mitglieder des Marktgemeinderates, wie Ihnen bekannt, war dies lediglich ein Auszug der im ablaufenden Jahr durchgeführten Entwicklungsmaßnahmen. Nicht alles kann heute aufgezählt werden. Dies würde den Rahmen deutlich sprengen.

Abschließend will ich auf die finanzielle Gesamtentwicklung unserer Marktgemeinde eingehen.

 
Finanzielle Entwicklung im Markt Stadtlauringen

Gewerbesteuer

Ca. 450.000,00 € an Gewerbesteuer wird der Markt Stadtlauringen in 2010 erhalten. Das ist knapp die Hälfte aus dem Vorjahr 2009, wobei dieses als besonders herausragend genannt werden muss.
 
Grundsteuer A und B/Einkommensteuer
Nahezu unverändert liegen die Einnahmen bei der Grundsteuer A und B wie in den Vorjahren bei ca. 63.000,00 € bzw. 270.000,00 €. Erfreulicherweise kam es beim Einkommensteueranteil nicht zu dem befürchteten Einbruch, jedoch zu einer Verringerung, so dass ca. 1.196.000,00 € an Einnahmen zu erwarten sind. Während die Umsatzsteuer ca. 7.000,00 € über dem Haushaltsansatz liegt und 52.000,00 € ausmacht, beläuft sich der Einkommensteuersatz auf ca. 120.000,00 €. Bedauerlicherweise wird unsere Schlüsselzuweisung, die dem Grunde nach den Gemeinden für Investitionen zur Verfügung stehen soll und 1.232.000,00 € beträgt, durch die Kreisumlage, d. h. also die Abführung an den Landkreis Schweinfurt vollständig aufgezehrt, denn diese beträgt 1.266.000,00 €.

 
Verwaltungs- und Vermögenshaushalt

Im Verwaltungshaushalt werden wir mit Einnahmen und Ausgaben abschließen bei einem Ergebnis von ca. 5.200.000,00 €. Die Zuführung an den Vermögenshaushalt beträgt damit ca. 900.000,00 €. Das bedeutet im Ergebnis eine zu erwartende Entnahme aus unseren Rücknahmen von ca. 200.000,00 €, so dass für die zukünftigen Investitionen noch ausreichend Mittel in Höhe von knapp 7.000.000,00 € zur Verfügung stehen.

Durch die Aufnahme eines zinsvergünstigten Kredites für die Nahwärmeversorgung erhöht sich unser Schuldenstand um 4.000,00 € und wird zum 31.12.2010 313.000,00 € betragen. Damit liegt die Pro-Kopf-Verschuldung mit ca. 74,00 € pro Einwohner deutlich unter dem Landesdurchschnitt, der 661,00 € pro Einwohner beträgt.


Ausblick und Dank
Auch in 2011 und den Folgejahren werden wir nach meiner festen Überzeugung weiter schwerpunktmäßig in die Innenentwicklung zu investieren haben. Mit der Aufnahme in entsprechende Förderprogramme können wir auch weiterhin auf staatliche Zuschüsse bauen. Darüber hinaus werden wir aber auch in die weitere infrastrukturelle Entwicklung unserer Marktgemeinde investieren. Das bedeutet insbesondere auch Investitionen im Bereich des Ellertshäuser Sees. Dabei darf aber auf keinen Fall vergessen werden, dass die Maßnahmen in diesen Bereichen nicht nur unserer Marktgemeinde, sondern der gesamten Region dienen, weswegen eine wie auch immer gelagerte finanzielle Beteiligung auch des Landkreises Schweinfurt erwartet werden muss.

Ich nutze die Gelegenheit in dieser öffentlichen Jahresschlusssitzung allen in unserer Marktgemeinde zu danken, die sich auch im Jahr 2010, sei es in ehrenamtlichen Ämtern, oder auch ohne ein solches Amt inne zu haben, eingebracht und für die Gesellschaft eingesetzt haben. Ich sage herzlichen Dank gerade auch denen, die im Feuerwehr- und Rettungsdienst ihre Kompetenz und Kraft zur Verfügung stellen. Ihnen, sehr geehrter Herr Düring, sage ich namentlich Dank und schließe damit alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Verwaltung, Bauhof, Kindergarten und Schule ein.

Abschließend will ich mich bei Ihnen, sehr verehrte Mitglieder des Marktgemeinderates, herzlich bedanken. Mein Dank gilt auch dem 2. und 3. Bürgermeister für die Unterstützung und Vertretung. Ich danke besonders für jeden konstruktiven Beitrag. Ich bedanke mich bei allen, die sich in Offenheit und im Interesse des Allgemeinwohls mit Rat und Tat im Gemeinderat eingebracht haben. Ich versichere, auch in der Zukunft mit Ihnen die Entwicklung unserer Marktgemeinde vorantreiben zu wollen und vertraue darauf, dass auch von Ihrer Seite in der bisher gezeigten Form dieses Engagement beibehalten wird.

Ihnen allen eine Adventszeit mit der Möglichkeit der Einstimmung auf das bevorstehende Weihnachtsfest, ein gesegnetes Weihnachten und alles Gute für das Jahr 2011.

Friedel Heckenlauer
1. Bürgermeister

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