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Oberlauringen, zwischen der fränkischen Saale, den Haßbergen und dem Lauertal gelegen, war während der Völkerwanderung Durchgangsland vieler germanischer Stämme. Es kam zu erbitterten Schlachten um die Salzquellen zwischen Markomannen und Alemannen.

Die Ausbreitung der Alemannen im Gebiet an Main und Saale setzte sich durch. Ihre Siedlungsorte sind an der Endung „leben“ zu erkennen, wie wir sie in den Ortsnamen Alsleben, Unsleben oder Eßleben finden.

Salz  war und ist für das Überleben der Menschen notwendig. Die Salzfunde in diesem Gebiet führten auch zu Kämpfen zwischen Burgundern und Alemannen. Über diesen Kampf um die Salzquellen und Salinen an der fränkischen Saale berichtet der römische Schreiber Ammianus.

Um 9 v. Chr. strömte ein weiterer Stamm, die Hermuduren ins Grabfeld ein. Aus Münzfunden wissen wir, dass auch sie enge Beziehungen zu den Römern hatten und ihre Handelsrouten bis in den Orient reichten.

„Tacitus“ berichtet in seinen Annalen ( XIII 57) des Jahres 58 n. Chr. von einer weiteren Schlacht  um den salzführenden Grenzfluss Saale zwischen den Hermuduren und Chatten.

Die Römer vermuteten das hier das Ende der Welt sei. Ihrer Überzeugung nach, war das Land, das heute zwischen Bad Königshofen und Bad Brückenau liegt, dem Himmel am nächsten.

Durch die Gnade der Götter, vermuteten sie, entsteht hier, wenn man Wasser und Feuer vereinigt, das wertvolle Salz. So glaubten sie daran, dass an Orten, an denen sich die beiden feindlichen Elemente Feuer und Wasser vereinigen, Gebete oder Gelübde durch die Gnade der Götter hier besser erhört werden als anderswo.

Die Salzgewinnung an der fränkischen Saale war lange bekannt. Man erkennt dies an Ortsnamen wie Salz,  Hollstadt (>hal = Salz), oder Sulzdorf an der Lederhecke = Salzlake.

Die Salzquellen entstehen durch die Wasser der Rhön, wenn sie verbunden mit der Auslaugung einer 167 m mächtigen Steinsalzablagerung zwischen Mellrichstadt , Willmars und Bad Kissingen, ins Grabfeld und Saaletal fließen.

Das Salz selbst ist ein Überbleibsel des einstigen große Teile Zentraleuropa umfassenden Urmeeres. Der Kalk, der in den Kalksteinbrüche bei Strahlungen industriell abgebaut wird, ist ebenfalls das Ergebnis einer Jahrmillionen dauernden Kalkablagerung von Urzeittieren. Heute entdecken wir Fossilien immer seltenere, da sie von modernen Landmaschinen schon auf dem Acker zu Staub zertrümmert Aber sicherlich spielt niemand diesen automatenspiele aus dem Hause Novoline, um sich an den krabbelenden Rehaugen zu erfreuen. und als Dünger verwendet werden.

Im 4. Jahrhundert n. Chr. bildet sich im mitteldeutschen Raum eine neue Bevölkerungsschicht. Die Stämme der Warnen und Angeln vereinigen sich zum Volk der „Thüringer“.

Gegen Ende der Völkerwanderung lag das römische Reich in den letzten Zügen und germanische Stämme griffen um 400 n. Chr. verstärkt das römische Reich an und brachten es zum Wanken.

Besonders die Franken nutzen die Schwäche der Römer aus. Ihr Anführer Clodio, Stammvater der Merowinger, eroberte das nördliche Gallien.

Zwischen  436 – 481 n. Chr. regierte Childerich I. über große Teile des Landes. Er war der letzte heidnische König. Was für diese Gegend wichtig ist, er war verheiratet mit der thüringischen Königstochter „Basena“.

Ihr Sohn Chlodwig besiegte in der Schlacht von Soissons 486 den letzten Statthalter Roms Syagrius, der die römischen Truppen in Gallien befehligte.

Vor der Schlacht hatte Chlodwig geschworen, dass er sich und das gesamte Heer taufen lässt, wenn er die Schlacht gewinnen würde. Er gewann und im Jahr 496 n Chr. ließ er sich und 300 seiner Krieger in Reims taufen, Er wurde zum ersten christlichen König eines germanischen Stammes gesalbt.

Mit ihm begann um 530 auch die fränkische Expansion nach Thüringen. Vom Mittelrhein aus siedelten die Franken verstärkt bis ins Main-/Saale und Werragebiet. Ihre Macht stützten sie auf ein System von Königshöfen. Einer dieser Orte ist die nahe Stadt „Bad Königshofen“, die einst nur ein kleiner Versorgungsstützpunkt gewesen war.

Bereits im 7. Jahrhundert scheint es jedoch in Rhön und Grabfeld größere christliche Gemeinden gegeben zu haben. Im Jahr 741 konnte Karlmann auf vier Kirchen dieser Gegend zur Gründung des Bistums Würzburg zurückgreifen.

Es war dies die damals bereits bestehende Martinskirche in Brend, einem Ortsteil von Bad Neustadt, die Martinskirche in Mellrichstadt, die Peterskirche in Bad Königshofen und die Martinskirche in Untereßfeld. Sie ist für die Geschichte von Oberlauringen von Bedeutung, da der Ort Untereßfeld bei den Haßbergen zeitweise zu Oberlauringen gehörte.

Im Jahre 811 n. Chr. wurde der Siedlungsraum an der Lauer, „Lurungen“, erstmals, als aus zwei Siedlungen bestehend angesehen, und in „Oberlauringen“ und „Niederlauringen“ (heute Stadtlauringen) unterschieden

So erscheint im Jahr 811 erstmals der Ort Oberlauringen in der Geschichtsschreibung.

„Hlurunga“ superiore villa, quae nuncupatur in Grabfeldene marcu“, gilt nach Prof. Weigel Erlangen als eine thüringische Siedlung, Dr. Benkert Bad Neustadt sieht sie dagegen als eine alemannische Siedlung an.

Beim Suchen nach einer Straßenverbindung von Oberlauringen nach Seidingstadt  mit der Suchmaschine „Google Earth“ entdeckte ich zufällig am18. Februar 2011 ein Bodenabdruck der der lange gesuchte befestigte Hof des Gozperath sein könnte.

Im rechten unteren Viertel im umgepflügten Acker kann man den Bodenabdruck eines befestigten Hauses erkennen. Da der bewaldete Hügel darüber schon immer „Burgrangen“ heißt ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es sich um den befestigten Hof Gozperaths handeln könnte, der durch seine Schenkung an Bischof Bonifatius in Fulda die erste Namensnennung von Oberlauringen in einer Urkunde bewirkte.

Text: Vilmar Herden

1200 Jahre Oberlauringen
Teil I
Teil II
Teil III
Teil VI - Friedrich Rückert in Oberlauringen
Teil VII - Friedrich Rückert als Chronist
Teil X - Aufbruch in Oberlauringen
Teil IX - Die Ansiedlung der Juden in Oberlauringen
1200 Jahre Oberlauringen - Schlosskauf, Umbau und Parkanlage

1200-Jahrfeier Oberlauringen - Glückwunsch und Dank
1200 Jahre Oberlauringen - Oberlauringen im Erdaltertum

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