Info-Portal für das Schweinfurter Oberland: Schonungen – Üchtelhausen – Stadtlauringen – Thundorf – Maßbach und angrenzende Gebiete

Baugeschichte
Der königliche preußische Rittmeister Crafft Freiherr Truchseß von und zu Wetzhausen und seine Gattin Clara, geb. Erhart planten schon 1905 in Wetzhausen, dem Stammsitz der Familie, ein neues Schloß zu errichten. Anfang des Jahres 1908 beschloss man den Neubau auf dem Pappelberg, ca. 1 km östlich des Stammschlosses.

Am 22.04.1908 ging der Auftrag für ein Gutachten an die Architekten Schultheiß und Jakober in Nürnberg. Am 23.04. folgte die erste Besichtigung und am 25.04. die Besprechung mit dem Bauherren in München, wo die Bauherrin ihre Vorstellungen genau darlegte. Ursprünglich gewünscht war eine Kopie von Schloß Solitude bei Stuttgart. Dieses Ansinnen lehnte König Wilhelm II. von Württemberg jedoch ab. Der Neubau lehnt sich in seiner südlichen Hauptfassade formal an Solitude an, wurde aber zu einer Vierflügelanlage erweitert.

Erste Entwürfe für Grundrisse und Fassaden erstellten die Architekten Jakober und Mathys im April 1908. Im Mai lieferten sie die definitiven Entwürfe und erhielten am 16.05.1908 den Auftrag zur Erbauung der gesamten Schloß- und Gartenanlagen. Am 01.07.1908 genehmigte das königliche Bezirksamt Hofheim die Baupläne.

Schon am 15.06.1908 begann man mit den Bauvorbereitungen. Zunächst mit einer Tiefenbohrung für die Wasserversorgung im Tal, ca. 300 m vom Schloß, dann folgte der Bau der Zufahrtsstraße durch den von der Distriktstraße Wetzhausen-Birnfeld abzweigenden Wald-weg und schließlich die Planierung des Bauplatzes auf dem Plateau mit der Abtragung der Hügelspitze um ca. 4 m. Am 30.06.1908 wurden die Fundamente gesetzt.
Bei der Grundsteinlegung am 20. August 1908 wurde eine Urkunde in kupferner Kassette unter den Säulen rechts des Haupteinganges eingelassen.

Das Hauptgebäude war am 30.09.1908 bis einschließlich Haupt-gesims fertig, das Nebengebäude befand sich im Rohbau. Die Hebe-feier war am 04.10.1908. Da die Baupolizei den Bau nicht ohne zweites Treppenhaus abnehmen wollte, wurde in der Südostecke des Innenhofes ein Treppenhaus nachträglich an den Südflügel angebaut. Die Bayerische Bauordnung war um 1900 besonders streng auf Feuersicherheit bedach Nach der Austrocknung des Mauerwerkes begann der Innenausbau, entsprechend den Anweisungen der Bauherrin, der bis Juni 1910 bgeschlossen war. Hauptgebäude und Nebengebäude waren bei Bezug und feierlicher Schlüsselübergabe am 29.10.1910 vollständig fertiggestellt. Die Gesamtkosten betrugen 1.534.813,- Goldmark. Der Name „Schloß Craheim“ wurde aus den Vornamen der Erbauer Crafft und Clara gebildet.

Nutzungsgeschichte
Die Familie des Bauherren bewohnte das Schloß vom Bezug im Jahre 1910 bis 1943. In diesem Jahr wurde das Gebäude vom Oberkommando der Wehrmacht beschlagnahmt, von 1944 bis zum Kriegs-ende diente es als Lazarett. Im April 1945 beschlagnahmten die Amerikaner das Schloß. Zunächst wurde es als Lazarett für Kriegsgefangene genutzt, danach von Juni bis Oktober 1945 als Stabsquartier.
1946 übernahm die Innere Mission das Gebäude. Bis 1947 brachte sie ein Blindenheim und von 1948 bis 1950 Rußlandheimkehrer darin unter. In den Jahren 1950 bis 1967 beherbergte das Schloß eine Schule mit Internat. Neben Realschule und Gymnasium wurde auch eine Ausbildung in verschiedenen Handwerken angeboten.
Die heutige Nutzung als Begegnungsstätte durch das „Lebenszentrum für die Einheit der Christen“ besteht seit 20.08.1968.

Begegnungsstätte Schloss Craheim

Auf einer kleinen Anhöhe am Rande der Hassberge liegt das um 1910 erbaute Schloss Craheim. Es dient als christliche Begegnungsstätte, die von der “Lebensgemeinschaft für die Einheit der Christen e.V.” getragen wird. Ihr gehören 16 Personen an, Familien, Ehepaare und Alleinlebende, die aus verschiedenen Konfessionen und unterschiedlichen Frömmigkeitsprägungen kommen. Im Miteinander-Leben und Miteinander-Arbeiten wollen sie der Einheit der Christen dienen. Ihr geistliches Leben prägt die Atmosphäre des Hauses.

In der Begegnungsstätte Schloss Craheim mit insgesamt 138 Betten in Schloss, Gästehaus und Franziskushof werden Tagungen, Seminare und Freizeiten mit Schwerpunkt Seelsorge angeboten. Ein evangelischer Pfarrer verantwort diese Arbeit.

Unsere Angebote zielen im einzelnen auf
- Erneuerung und Vertiefung des Glaubens
- seelsorgliche Begleitung
- biblisch orientierte Ehe- und Familienseelsorge
- Entfaltung kreativer Begabungen
- Schulung in biblischer Seelsorge
- Versöhnung zwischen Christen unterschiedlicher Prägung
- missionarisch-diakonische Zurüstung zur Gemeindearbeit
- Verbreitung christlicher Bücher und Tonträger.

Das Lebenszentrum umfasst drei selbständige Werke
Das Lebenszentrum für die Einheit der Christen
Craheim 1, 97488 Stadtlauringen
Tel. 09724 / 9100-20; Fax 9100-55
E-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Das Schwestern- und Exerzitienhaus mit Schwerpunkt Meditation, Kontemplation, Exerzitien wird von der Kommunität Jesu Weg geführt. Ein eigenes Programm kann dort angefordert werden:
Craheim 7, 97488 Stadtlauringen
Tel. 09724 / 9100-24; Fax 9100-29
E-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Der Franziskushof wird als Haus der Stille und Begegnung geführt.
Craheim 3, 97488 Stadtlauringen
Tel. 09724 / 91 00 20; Fax 91 00 55
E-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Genehmigung der Text-Veröffentlichung von Markus Ackermann

Zum Seitenanfang