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Beim Verkauf von Scheitholz besteht Unsicherheit über die in einem Kubikmeter enthaltene Holzmasse und damit über die Energiemenge. Die bisher angewendeten pauschalen Umrechnungsfaktoren von Festmeter zu Raummeter oder Schüttkubikmeter werden oft angezweifelt, sie bieten außerdem nur eine grobe Orientierung und erlauben keine Differenzierung nach Holzarten und Aufbereitungsformen.
Bei einer Untersuchung am Technologie- und Förderzentrum (TFZ) zeigten sich überraschend große Unterschiede zwischen den Sortimenten und Holzarten. Die bisherigen pauschalen Faktoren wurden stark in Frage gestellt. Bei einem Raummeter (auch Ster genannt) handelt es sich um einen Würfel mit der Kantenlänge von einem Meter der aus geschichtetem Scheitholz gebildet ist. Es zählen folglich auch die Zwischenräume.
Je nach Sortiment ist der Raumbedarf unterschiedlich. Ziel der Messungen war es daher, die Umrechnungsfaktoren zwischen Festmeter und geschichtetem Meterholz (ungespalten und gespalten) sowie gespaltenen Kurzscheiten und geschüttetem Holzscheiten zuverlässig festzustellen.

Mit verschiedenen Holzarten wurden 12 Raummeter Holz verwendet, wobei zunächst mit Rundlingen (je Holzart 6 Chargen à 1 Rm) begonnen wurde. Diese Chargen wurden nach den Messungen als Rundholz zum Teil weiter aufgearbeitet (Spalten bzw. Sägen) und für weitere Raummaßbestimmungen
erneut verwendet.

Die Ergebnisse zeigen, dass ein Raummeter Brennholz beziehungsweise 0,62 Fm Buchenholz beziehungsweise 0,64 Fm Fichtenholz hervorgeht. Während diese Unterschiede gering sind, muss bei den übrigen Sortimenten stärker zwischen den beiden Baumarten differenziert werden. Am Beispiel der Umrechnung für gespaltenes geschichtetes Meterholz wird dieser Holzarteneinfluß ersichtlich: Für einen Raummeter geschichtete 33-er Scheite werden 1,16 Rm Fichten- Meterscheite aber 1,23 Rm Buchenmeterscheite benötigt. Umgekehrt bedeutet dies, dass ein Brennholzkunde, der beim Brennholzhändler einen Raummeter ofenfertiges Buchenholz bestellt und hierbei die im Handel häufig geltende Bemessungsgrundlage des Meterscheitholzmaßes (gespalten) vereinbart, bei der Auslieferung im aufbereitetenZustand als 33-er Scheite nur noch 0,81 Rm erhält, während es beim Fichtenholz noch 0,86 Rm sind.

Die dargestellten Ergebnisse zeigen, dass die Umrechnungsfaktoren nicht ohne weiteres für verschiedene Holzarten einheitlich verwendet werden können.
Beim manuellen Schichten werden die Scheite dagegen in vorgehobener Orientierung abgelegt, so dass Unterschiede durch den Benutzer ausgeschaltet werden. Das zeigt sich auch an den Ergebnissen, die für dieFichte sogar eine effizientere Raumausnutzung aufzeigen als für die Buche.
Für die Praxis ergibt sich die Forderung, dass der Brennstoffhandel gegenüber dem Kunden die Bezugsbasis für seine Preisfestlegung eindeutig mitteilen sollte, damit Missverständnisse und Verwirrung über die Bemessung der Lieferung beim Kunden vermieden werden können. Generell ist außerdem festzuhalten, dass eine korrekte Umrechnung in andere Sortimente und Lagerarten für Brennholz ohne eine Unterscheidung nach Holzart ungenau bleibt.

Der in der Praxis bekannte und in verschiedenen Quellen immer wieder genannte Umrechnungsfaktor von 1,43 (ein Festmeter entspricht 1,43 Raummeter Schichtholz) sollte nun von den neuen Zahlen abgelöst werden, zumal sich dieser Wert selbst für ofenfertige Kurzscheite als erkennbar zu niedrig herausgestellt hat.

Text: Hans Hartmann und Alexander Hölderich
Technologie- und Förderzentrum
(TFZ) 94315 Straubing

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