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Aus Anlass des Internationalen Jahres der Wälder hat das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Schweinfurt ein Jahresprogramm zum Thema Wald zusammengestellt. Bei den verschiedenen Veranstaltungen werden neben der Bedeutung des Waldes für uns Menschen auch forstwirtschaftliche Arbeitsweisen und Zielsetzungen den Teilnehmern vorgestellt und erläutert.

An einem Samstagvormittag führt Forstamtmann Patrick Schelbert eine Waldexkursion zum Thema Waldpflege lohnt – Fördertatbestand Jungdurchforstung. Als Revierleiter im Gemeindewald Üchtelhausen hat er als Beispiel für eine Jungdurchforstung die Waldabteilung „Forst“ in der Gemeinde Üchtelhausen gewählt.

Rund ein halbes Dutzend Privatwaldbesitzer deren Waldgrundstücke eine Fläche von 0,5 Hektar bis fast zehn Hektar betragen. finden sich ein. „Man lernt immer etwas, der Wald ist für die nächsten Generationen“, argumentiert Heinz Bätz aus Weipoltshausen für den Besuch der forstlichen Fortbildungsveranstaltungen. Gerade in der Waldbewirtschaftung dürfe man nicht „kurzfristig denken“, setzt Manfred Grebner aus Zell hinzu.

 Heute stellt Schelbert bei seinen Ausführungen die neuen Förderrichtlinien der Bayerischen Staatsforstverwaltung in den Mittelpunkt mit Blick auf die Jungdurchforstung der Bestände.

„Der staatliche Förderzuschuß zur Jungdurchforstung soll einen Anreiz für die Privatwaldbesitzer sein, ihren Wald frühzeitig zu pflegen“, so sieht Schelbert, die Fördergelder. Von den Kommunen werde diese Art der Bestandspflege in der Regel durchgeführt.

Vor Ort in einem Laubwaldbestand mit ungefähr 50 Jahre alten Bäumen zeigt er, wie die astfreie Schaftfläche sich bei den Bäumen allein durch den Unterwuchs ausgebildet hat. Jetzt sei in dem Bestand die Zeit gekommen Bäume zu fördern, die im Baumbestand die höchste Höhe erreichen, erklärt er. Deshalb müssen dann einige der anderen Bäume in zu geringem Abstand entfernt werden. Sie können als Brennholz oder als Hopfenstangen einen kleinen Gewinn abwerfen.

Eine bestimmte Dicke der Baumstämme, und die Kennzeichnung der erhaltenswerten Auslesebäume sind einige Förderkriterien. Die Förderung kann nur über das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten beantragt werden und muss vom zuständigen Revierleiter geprüft werden.

„Zuviel Verwaltungsaufwand durch die Vorgaben aus München“ stellt Heinz Bätz fest. Hinzu kommt noch dass die Fördersumme 400 Euro pro Hektar beträgt und die Bagatellgrenze für die Förderung bei 100 Euro liegt. Für die meisten Privatwaldbesitzer ist es daher schwer diese Fördergelder für eine Jungdurchforstung zu bekommen, da durch die in Franken verbreitete Realerbteilung oft nur kleine Waldparzellen bewirtschaftet werden.

Das Thema der nächsten vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Schweinfurt angebotenen Informationsveranstaltung mit Forstamtsrat Reiner Seufert lautet Baumartenvielfalt der Fränkischen Platte im Zeichen des Klimawandels. Treffpunkt ist am Samstag, 28. Mai, um 14 Uhr am Parkplatz an der Staatsstraße 2272 Gochsheim-Grettstadt auf der rechten Seite.

In diesem Laubwaldbestand steht die Jungdurchforstung an. Im Bild sehen Sie: Patrick Schelbert (rechts) mit den Teilnehmern der Exkursion in der Waldabteilung Forst, Gemarkung Üchtelhausen.

Text und Foto: Rita Steger-Frühwacht

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