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SuB demonstriert vor Bürgerbüro

Beobachter werden sich noch gut an den unrühmlichen Abgang des Ministerpräsidenten in der Tiefgarage erinnern bei einer Demonstration auf der Maininsel im Juni 2005. Auch diesmal blieb die direkte Konfrontation bei der Demonstration der SuB vor dem frisch bezogenen Bürgerbüro in Schonungens Bachstraße aus. Denn der Unmut der betroffenen Bürgerschaft galt einzig dem Landrat Harald Leitherer der sich während der Kundgebung aber im Bürgerbüro aufhielt. Eigentlich wollten dort die Behördenvertreter und Gesandten der Regierung dessen Einweihung feiern – daraus wurde erst einmal nichts.

„Unsere Demonstration richtet sich nicht gegen die wichtige und notwendige Einrichtung des Bürgerbüro, vielmehr gegen die unerträgliche Blockadepolitik des Landratsamtes!“, monierte Vorsitzender Theo Kohmann. In einem Papier hat er die für die SuB wichtigen Thesen herausgearbeitet und verlas diese vor Rundfunk, Presse und den rund hundert Demonstranten. Dauerhaft müsse in Schonungen wieder eine neue positive Zukunft für alle Bürger ermöglicht werden, erklärt Kohmann unter Beifall. Grundlage hierfür ist ein transparentes Sanierungsverfahren. So klagt der SuB-Chef über erhebliche Informationsdefizite: „Das Sanierungsverfahren muss für uns Laien vertretbar und nachvollziehbar sein!“ In Zusammenhang mit der Ablehnung seiner Person als Verhandlungspartner fand Kohmann deutliche Worte: „Wir leben nicht in einem `Leitheristan’ in dem einer bestimmt was alle zu dulden haben!“, außerdem sprach er von einer bösartigen, verleumderischen und ehrverletzenden Kampagne gegen den SuB-Vorsitzenden.

Auch Betroffene nahmen Stellung und stärkten die Position Kohmanns. Sie kritisierten das mangelnde Demokratieverständnis des Landrates und riefen die Behördenvertreter dazu auf, ihn als gewählten Vertreter der unabhängigen Bürgerinitiative zu akzeptieren und in das Geschehen Rund um die anstehende Sanierung mit einzubinden.

Auch fachliche Themen schnitt der SuB-Chef in seinem Statement an: Da ging es beispielsweise um den Einzelsanierungsvertrag, der den Monitoringbetroffenen (Kontrolliertes liegenlassen der Schadstoffe) vorenthalten werde. Um vollständige Rechtssicherheit zu erlangen, sei der Folgevertrag unabdingbar, was auch die Anwälte der SuB dringend raten. In dem Regelwerk sei beispielsweise die Handhabe bei Beschädigungen Häusern durch tiefe Eingriffe in Nachbargrundstücke während der Sanierung geklärt oder wie mit der kontaminierten Erde auf den Monitoringflächen nach Abschluss der Tiefbauarbeiten verfahren wird. Tatsächlich werde im Grundvertrag auf dem Abschluss des Sanierungsvertrages auch für Monitoring-Grundstücke gesprochen: Kohmann spricht nun von Vertragsbruch.

Rückblick: Seit November 2000 wissen die Schonunger Betroffene über die Existenz einer großen Bodenaltlast, die sich aus Rückständen einer vor Jahrhunderten betriebene Farbenfabrikation zurückführen lässt. Schwermetalle wie Blei, Arsen, Kupfer oder Cadmium müssen aus dem Boden gehoben werden, denn die Grenzwerte sind bis über das 3000-fache überhöht. Kürzlich wurde die Sanierungsuntersuchung- und Planung abgeschlossen, in der hervorgeht, dass nun insgesamt 5 Häuser abgerissen werden. Insgesamt 33 Millionen kostet die Sanierung der Sattlerschen Altlast, die Baumaßnahme auf den etwa 30 Grundstücken soll Ende 2014 abgeschlossen sein. Außerdem haften die Eigentümer für die unverschuldete Verseuchung ihrer Grundstücke.

Text und Foto: Stefan Rottmann

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