Info-Portal für das Schweinfurter Oberland: Schonungen – Üchtelhausen – Stadtlauringen – Thundorf – Maßbach und angrenzende Gebiete

Active Image Durch die kommunale Allianz der drei Gemeinden Schonungen, Stadtlauringen und Üchtelhausen entstand der neue Raumbegriff »Schweinfurter Oberland «.
Dieses setzt sich aus den Teillandschaften Naturpark Haßberge,
Hesselbacher Waldland und Maintal (bei den beiden letztgenannten Teilgebiete davon) des Schweinfurter Landes zusammen.
Der ursprüngliche Name dieser Landschaft ist jedoch ein ganz anderer: Der Schlettach.
Diese Bezeichnung ist ab 1303 mehrfach urkundlich belegt.
 Der Name Schlettach (mundartlich Schlattig oder Schlettich) bezeichnet – wie Pfr. Sebastian Zeißner aus Altenmünster 1928 in seinem Buch »Der Schlettach oberhalb Schweinfurt« schreibt – einen mit Schilfund Sumpfpflanzen bewachsenen Landstrich.

Nach alten Aufzeichnungen war der Schlettach oberhalb der Stadt Schweinfurt, das den Haßbergen vorgelagerte, durch Rodungen stark gelichtete, hügelige Waldgebiet zwischen Schonungen, Ottendorf, Sailershausen, Humprechtshausen, Fuchsstadt, Stadtlauringen, Maßbach, Pfersdorf, Zell und Mainberg. Das hat der Rektor Franz Bedenk aus Reichmannshausen herausgefunden und 1958 in einer Skizze dokumentiert. Der Schlettach erstreckte sich demnach über Gebiete der heutigen Landkreise Schweinfurt, Haßberge und Bad Kissingen.

In Anlehnung daran ließen 1997 die Eheleute Josef und Elisabeth Zehner eine entsprechende Wandertafel an ihrem Haus Nr. 2 in der Schlettachstraße von Ebertshausen anbringen. Ein Ausschnitt davon zeigt die beschriebene Lage des Schlettachlandes – siehe Abbildung. Sonst gibt es heute nur noch wenige Erinnerungen an diese historische Landschaftsbezeichnung. Eine Volksmusikgruppe in Löffelsterz nennt sich z.B. »Schlettach-Gimpel« (der Gimpel, auch Dompfaff genannt, ist ein Singvogel).

Active Image Und in der neuesten Freizeitkarte »Schweinfurter Land« ist ein Rad - wanderweg namens Schlettachweg (Tour 3) enthalten, welcher »aus dem Maintal bei Schonungen hinauf in den Schlettach« (Höhenunterschied ca. 210 m) führt.

Es ist in heimatkundlicher Hinsicht sehr wünschenswert, daß sich der historische Begriff Schlettach im Schweinfurter
Oberland wieder einbürgert. So wäre es z. B. sinnvoll, die damalige Anregung von Franz Bedenk zu realisieren, den Stausee bei Ebertshausen – siehe Foto von Werner Ruf – als Schlettachsee zu bezeichnen.

Text und Fotos: Dipl. Ing. (FH) Heribert M. Reusch

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