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Chronik der Apotheke Schonungen
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Freitag, 26. März 2010 |
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Die Gründung
Massive Einwände der Apotheker aus Schweinfurt, Hassfurt und Hofheim konnten nicht verhindern, dass am 1. Juli 1869 die Einrichtung der Apotheke durch eine Regierungsentschließung genehmigt wurde. Der erste Apotheker, der die Konzession erhielt eröffnete am 11. August 1870 in einem ehemaligen Bauernhof die Apotheke Schonungen.
Der erste Besitzer Anton Visino musste vor der königlichen Amtsgerichtskommission folgenden Eid schwören:
„Ich, Anton Visino, schwöre bei Gott dem Allmächtigen und Allwissenden einen Eid, dass ich den mir soeben bekannt gemachten Obliegenheiten eines Apothekers oder Provisors getreulich nachkommen will, so wahr mir Gott helfe und sein heiliges Wort.“
Ständiger Wechsel der Inhaber bis 1938
Von 1870 bis 1938 wechselte die Apotheke Schonungen fünfmal den
Besitzer. Das war für eine positive Entwicklung nicht förderlich.
Nach dem Tod des Apothekers Ludwig Marx († 7. Feb. 1938) und die dadurch
erfolgte Sperrung des Betriebes wurde die Apotheke am 15. April 1938
dem Apotheker Karl Schmid zugesprochen.
Er übernahm die Apotheke am 1. September und brachte die
„heruntergekommene“ Apotheke in kurzer Zeit zu hohem Ansehen.
Kriegs- und Nachkriegszeit
Die Kriegsereignisse der Jahre 1939 bis 1945, die damit verbundene
Einberufung zum Militär, die nachfolgende Gefangenschaft und die
Internierung des Apothekers Karl Schmid brachten einen tiefen Einbruch
in die Entwicklung.
Zwangsvertreter und Treuhänder, eingesetzt von der amerikanischen
Militärregierung, machten einen geregelten Betrieb unmöglich. Erst 1948
konnte eine dauerhafte Entwicklung eingeleitet werden, die zum stetigen
Aufstieg der Apotheke führte.
Während der Nachkriegszeit konnte durch eine heute unvorstellbare
Leistung der Frau des Apothekers Fanny Schmid die Versorgung der
Bevölkerung mit Arzneimitteln aufrecht erhalten werden.
Die auf die Währungsreform (1948) folgenden Jahre waren durch das
sogenannte „Wirtschaftswunder“ geprägt. Der große Fleiß von Apotheker
Karl Schmid machte die Apotheke in wenigen Jahren zur
Versorgungsapotheke für einen weiten Umkreis. Unter dem Slogan „Tag und
Nacht im Dienst für Kranke und Gesunde“ war die Apotheke Schonungen
schon damals Anlaufstelle für „Beratung“ und führte neben dem üblichen
Arzneimittelsortiment Homöopathie, Tierarzneimittel, Babynahrung und
Pflegemittel für Babys, Pflanzenschutzmittel, Krankenpflegeartikel und
vieles mehr.
Durch einen Erweiterungsbau (1958) konnte eine Medizinaldrogerie (1959)
angegliedert werden. Der Kundenkreis erweiterte sich stetig.
Ab ins Museum
Moderne Geräte wie Salbenmaschine, Tabletttier- und Dragiergeräte,
Abfüll- und Verpackungssysteme ersetzten in vielen Bereichen die
Handarbeit. Die Eigenherstellung lief auf Hochtouren.
Auf Grund der rasanten pharmazeutisch- technischen Neuentwicklung,
verdrängten immer mehr moderne Arzneimittel und neue Geräte die
gewohnten Bilder. Nach und nach wanderte der angestaute „Gerätepool“ in
die Abstellkammer, um dem Fortschritt Raum zu geben.
Die Einführung der damals supermodernen elektronischen
Bestellübermittlung brachte die Lochkarte für Verwaltung, Kontrolle und
Lagerung von Fertigarzneimitteln in die Apotheke.
Zwischen 1960 – 1970 wurde in Riesenschritten die Apotheke immer wieder
auf den Aktuellen Stand gebracht, was organisatorisch und finanziell
kaum zu bewältigen war und nur mit hohem persönlichen Einsatz gelang.
Da die Gerätschaften seit der Gründung (1870) weitgehend noch vorhanden
und erhalten sind, Wird in der nächsten Zeit ein hauseigenes Museum im
Nebengebäude der Apotheke eingerichtet. – zur Erinnerung an die
Entwicklung unseres Hauses, das heute schon über 60 Jahre, und in der
dritten Generation in Familienbesitz ist.
Der große Schritt zur Moderne
Der Großvater Apotheker Karl Schmid, der bis 1962 die Apotheke betrieb
und auf hohen Stand gebracht hatte, ging in den Ruhestand. Von da an
entwickelten die heutigen „Senioren“ Fritz und Ingeborg Schumm das
fortschrittliche „Medizinalinstitut Apotheke“ und passten es der neuen
Zeit an. Nach der Eingliederung eines Neuform – Depots (1964), der
Renovierung und Neuanlage der Außenfassade wurde 1968 die
Inneneinrichtung auf den damaligen Höchststand gebracht.
Herstellungs-, Lager- und Kontrolltechnik wurden optimiert.
„Tag und Nacht im Dienst für Kranke und Gesunde“ zu sein stellte hohe
Anforderungen an den Inhaber. Durch den damals herrschenden Mangel an
Apothekern, die vor allem nicht „aufs Land“ wollten, waren viele Jahre
geprägt.
Wir, Hanne und Friedrich Karl Schumm übernahmen 1986 als Pächter, ab
1992 als Inhaber den Betrieb unserer Eltern. Die ersten Schritte waren
die Einführung einer EDV-gestützten WarenWirtschaft (1986) und eine
Umwandlung der Drogerie in ein Neuform – Reformhaus mit dem Einbau einer
neuen Einrichtung (1988).
Im Jahre 1995 übernahm Apothekerin Hanne Schumm die Apotheke Schonungen
als Firmeninhaberin. Die Wandlung der Apotheke zum vielseitigen
Informations- und Dienstleistungszentrum erforderte 1998 einen
Totalumbau, durch den die Apotheke Schonungen ein völlig neues Gesicht
erhielt und sich durch eine hochmoderne Ausstattung und eine
zukunftsweisende Logistik auszeichnete.
Dies ist das Erscheinungsbild heute, 130 Jahre nach der Gründung.
Text: Hanna Schumm
www.apotheke-schonungen.de
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