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Erinnerungen an die Schulzeit
Die alte Schule, die als Vereinsheim des Tischtennisclub und Gemeindehaus in Fuchsstadt diente, muss bis auf wenige Grundmauern weichen, um einem Neubau mit vielfältigeren Funktionen Platz zu machen. Im Rahmen des Dorferneuerungsprogramm entschieden sich die Fuchsstädter für den Neubau und feierten nun eine Schulabrissparty, bei der die Bürger nochmals Gelegenheit hatten, die Räume des Gebäudes zu besichtigen.
Bei Glühwein und Würstchen, Kaffee und Kuchen ließen die Fuchsstädter ihre Schulzeit nochmals Revue passieren, wobei so manche lustige Geschichten zum Vorschein kamen. Auch der ehemalige Lehrer, Josef Ram, der lange Zeit in der Lehrerwohnung der Schule wohnte, spazierte mit seiner Frau Annemarie durch das Gebäude. "Schau mal, da hängen sogar noch unsere Tapeten von damals an den Wänden", lacht Annemarie Ram. Von 1964 bis 1973 war Josef Ram als Lehrer in der Schule beschäftigt. Und der heute 74-jährige Lehrer erwies sich als Glücksfall für die Fuchsstädter. "Ohne ihn wären wir strohdumm", erzählt Hedwig Zimmermann. Der Grund: Vor ihm waren den Fuchsstädtern immer Junglehrer zugeteilt, die nach einem Jahr an eine andere Schule wechselten. Mit Ram kam dann auf Dauer ein, wie viele ehemalige Schüler beteuern, zwar strenger aber gerechter Lehrer in das kleine Dörfchen.
Dabei unterrichtete er nicht einzelne Klassen, sondern gleich acht Klassen auf einmal. Bei dem sogenannten Einklassensystem befanden sich die Schüler aller Klassen in einem Zimmer. Und ein solches System hatte für die Schüler durchaus seine Vorteile.
Die Jüngeren lernten von den Älteren und wurden von diesen auch betreut und die etwas weniger Schlauen lernten durchaus auch einmal von jüngeren Schülern. Trotz der unterschiedlichen Jahrgangsstufen ging es beim Unterricht relativ ruhig zu, da viel Stillarbeit gefordert wurde. Und wenn einmal ein paar quirlige Schüler den Anweisungen des Lehrers nicht Folge leisteten, gab es noch die Ecke am ehemaligen Stall, in der diese dann über ihren Ungehorsam nachdenken konnten. Helmuth und Alfred Göpfert erinnern sich sehr gut an diese Ecke, da sie ihr unfreiwillig oft Besuche abstatteten. Lehrer Ram kann sich nicht daran erinnern, dass er die beiden so oft in die Ecke geschickt hat. Doch die Erinnerungen von Lehrer und Schüler gehen ja des öfteren mal auseinander, da jeder seine eigene Auffassung davon hat. So erzählt Ram, dass er auf Klassentreffen manchmal Sachen von ehemaligen Schülern erfährt, die er damals gar nicht so bewusst wahrgenommen hat.
Doch das gute Verhältnis zu seinen Schülern ist ungebrochen. Kein Wunder, hat er doch während des Unterrichts nicht, wie so manch anderer Lehrer, zum Stock gegriffen. Da flog schon eher mal ein nasser Schwamm durchs Klassenzimmer, oder es wurde an den Haaren der Schüler gezupft, wenn er mehr Aufmerksamkeit für den Unterricht wünschte. Und an viele andere Begebenheiten erinnern sich die ehemaligen Schüler. Den Turnunterricht im Klassenzimmer mit selbstgebastelten Bällen, das Holzholen und -aufstabeln im Winter damit die Schule ausreichend geheizt werden konnte und auch daran, dass Lehrer Ram gemeinsam mit dem Pfarrer schon mal als Gewicht für Traktoren fungierten. Dies war nötig, wenn Traktoren bei der Ernte die Straße vor der Schule nicht hoch kamen und vorne hoch stiegen. Das war natürlich eine willkommene Abwechslung für die Schüler, ihrem Lehrer und dem Pfarrer bei solchen Aktionen zuzusehen. Und auch so manch andere Ereignisse bleiben ein Leben lang in Erinnerung. Lachend erzählt die ehemalige Schülerin Elfi Ries, dass die Kinder zur Osterzeit rohe Eier versteckten, die der Lehrer dann suchen musste. Dass eins nicht gefunden wurde, wurde erst festgestellt als dieses nach einer längeren Zeit aus seinem Versteck fiel, zerbrach und einen Gestank verbreitete, das jeder Stinkbombe Konkurrenz gemacht hätte. Und Rosi Haas erklärt, dass sie kein Klassentreffen besuchen kann, da sie die einzige Schülerin ihres Jahrgangs war.
Das 1878 erbaute Gebäude hat aber nicht nur als Schule gedient. Es wurde als Standesamt genutzt und auch Gemeinderatsitzungen wurden hier abgehalten. Außerdem waren während des Krieges Fremdarbeiter und Kriegsgefangene in der alten Schule untergebracht. Viel Wehmut kommt während der Abrissparty nicht auf. Schließlich freuen sich die Fuchsstädter auf das neue Gebäude, das dann mehr Raum für vielzählige Veranstaltungen bietet. Doch so manche bedauern den Abriss schon.
Bürgermeister Friedel Heckenlauer ist der Ansicht, dass man zwar in der Gemeinde an Geschichte und Tradition hänge, diese aber nicht auf Biegen und Brechen erhalten müsse. Die Anbauten an der alten Schule entsprechen nicht dem Historischen und eine Restaurierung, um die Funktionalität zu gewährleisten wäre zudem zu aufwändig. Er hofft, dass das Portal mit der Jahreszahl erhalten werden kann, freut sich aber auch auf das neue Gebäude. Denn das jetzige Gebäude sei zu dominant im Vergleich zur Kirche. Er ist überzeugt, dass das Ortsbild von dem Neubau profitieren wird.
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