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Was macht überhaupt die Bundeswehr
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Montag, 23. Mai 2011 |
 Diese Frage kommt für Rainer Streit nicht ungewohnt. Seit Jahrzehnten mit Führungspositionen im Heer betraut ist es für ihn selbstverständlich für sich selbst und für andereden Sinn und Zweck der Bundeswehr zu erklären.
Am 31. März diesen Jahres wurde er mit Wirkung zum 1. März zum Oberst
ernannt. Viele seiner Mitbewohner in Schonungen sind sehr stolz auf ihn.
Die Reservistenkameradschaft, deren Ehrenmitglied Streit ist, hat aus
diesem Anlass ihm zu Ehren einen Empfang am Ostermontag ausgerichtet.
1976 trat Rainer Streit, Jahrgang 1958 als Wehrpflichtiger am Standort
Külsheim in die Bundeswehr ein. „Es war damals normal für uns zur
Bundeswehr zu gehen“, erinnert er sich. Die Ostblockstaaten, die mit der
Grenze in der ehemaligen DDR relativ nahe an seinem Heimatort
Schonungen lagen, galten zu dieser Zeit als existenzielle Bedrohung für
die Bundesrepublik. Während seiner Verwendungen als Panzerzugführer und
dann als Kompaniechef in den Jahren 1983 bis 1990 in Hammelburg lag für
ihn und seine Soldaten die Verteidigungslinie immer beiderseits
Mellrichstadt. Er nennt es „einen ganz großen Glücksfall“, dass die
Wiedervereinigung Deutschlands ohne jeglichen Kampf zustande kam. Dass
er in der Bundeswehr seine berufliche Zukunft gesehen hat, lag an der
guten Kameradschaft, die er in all den Jahren bisher in der Truppe
erfahren hat. Technisch interessiert konnte er an der
Bundeswehrhochschule in München das Maschinenbaustudium absolvieren.
Sein militärischer Werdegang ist geprägt durch die Übernahme von
zweierlei Aufgaben in der Armee: einmal das Führen von Soldaten in der
Truppe und zum anderen die Beschaffung von Rüstungsgütern.
Immer wieder standen dabei Ortswechsel für seine sechsköpfige Familie
an. „Das erfordert Durchstehvermögen für die Ehefrau“, weiß Streit,
wenngleich die Angleichung der Schulsysteme in den Bundesländern Umzüge
in den letzten Jahren erleichtert hat.
Seit Mai letzten Jahres ist Rainer Streit als Leiter des Bereichs
Weiterentwicklung im Ausbildungszentrum der Panzertruppen am Standort
Munster eingesetzt. Der Aufgabenbereich seiner 3 Dezernate umfasst die
Weiterentwicklung der Konzeption, der Ausbildung und der Ausrüstung der
Panzertruppen. Weiterhin ist er für die Durchführung von
Einsatzprüfungen für neues Wehrmaterial zuständig. Auf Grund der
politisch-wirtschaftlichen Verflechtung Deutschlands auf internationaler
Ebene ist auch in Zukunft der Einsatz der Bundeswehr in Krisen- oder
Kriegsgebieten sehr wahrscheinlich, während in der Zeit des Kalten
Krieges der Sinn der Bundeswehr in erster Linie darin bestand, das
eigene Land gegen einen Angriff zu verteidigen“, schätzt er die
militärisch-politische Lage realistisch ein.
Da auch seine Frau aus Schonungen stammt, hat Rainer Streit noch
vielfältige Verbindungen zu seinem Heimatort, wo auch seine Eltern
wohnen. So ist er heute noch Mitglied im Musikverein, wo er einst das
Trompetenspielen lernte. Und der Empfang, ausgerichtet von der
Reservistenkameradschaft bot vielen Freunden und Bekannten Gelegenheit,
ihm zu seiner Ernennung zum Obersten zu gratulieren.
Reservisten bereiteten Oberst Streit einen großen Empfang: Von links
Herbert Fritz, Egon Weger, Günther Bauer, Rainer Gehring, Manfred Hebig,
stellvertretender Feuerwehrkommandant Joachim Michel, Ehrenvorsitzender
Arthur Höhl, Feuerwehrkommandant Hermann Doile, Egbert Kraus, Joachim
Kraus, Bürgermeister Kilian Hartmann, Oberst Rainer Streit, Jochen
Brandt, Vorsitzender Detlev Grebner, Holger Gehles, Uwe Hand, Helmut
Engelbrecht und Philipp Hartmann.
Text: Rita Steger-Frühwacht
Foto: Stefan Rottmann
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