In der Erdurzeit, dem „Azoikum“ in dem sich die Erdkruste bildete
verfestigte sich aus der glühenden Masse heraus ein Eisenkern der bei
Suhl in Thüringen und erkaltete. Info aus 3Sat Sendung NANO. So gilt
danach unsere Gegend als eine der drei nachgewiesen ältesten Teile
unserer Erde.
Vom Beginn der Zeit bis heute ist die Erde in ständiger Unruhe.
Tektonische Bewegungen ließen Meere, Kontinente und Gebirge entstehen
und wieder verschwinden. Die Kontinente selbst veränderten ständig ihre
Lage, sie drifteten zusammen, trennten sich erneut, falteten sich auf um
zwischen ihnen Meeren Raum zu geben. Immer neue Arten der Flora und
Fauna entstanden und vergingen wieder. An den Rissen der erkalteten
Erdkruste kam es zu reger Vulkantätigkeit, und aus den entweichenden
Gasen bildete sich eine Uratmosphäre aus Stickstoff, Kohlendioxid
Kohlenwasserstoffen und Wasser heraus. Die nachfolgende Kondensation
führte zu starken Niederschlägen und diese wiederum zur Bildung der
Urmeere. Darinnen bildeten sich die ersten Bakterien und im danach
folgenden Präkambrium entwickelte sich weiteres Leben im Wasser. Am Ende
der Trias treten die ersten Dinosaurier auf. Seit 1840 ist bekannt,
dass es in unserer Gegend zwischen Thüringerwald und Rhön das Handtier,
heute als Archosaurier bezeichnet, gab. Daraus entwickelten sich die
Ahnenformen aller Krokodile, Vögel und Dinosaurier.
Den Fußabdruck eines Chirotherium der vor 240 Millionen Jahre um das
Dorf Oberlauringen herumlief und dessen Fußabdrücke erstmals in
Hildburghausen gefunden wurden hat auch Herr Werner Hornung auf seinem
Acker gefunden und mir zu Forschungszwecken geschenkt. Es ist ein
Abdruck der noch aus Sandstein besteht also eine Sandsteinfossilie. Das
änderte sich in den nächsten 200 Millionen Jahren wieder. Durch
tektonische Verschiebungen und Meereseinbrüche geriet halb Europa erneut
unter Wasser. In einer Gesamtzeit von 40 Millionen Jahren lag das Land
wieder größtenteils unter Wasser. Das „Germanische Meer, etwa 5,5
Millionen Jahre alt, war nur wenige hundert Meter tief von Wasser
bedeckt und wird als Muschelkalkmeer bezeichnet. Wie es das Wort
Muschelkalk schon andeutet, schwammen darin gigantische Mengen Kalk
produzierender Lebewesen herum.
Besonders im Vorbereich der Rhön und im Grenzbereich zum Thüringer
Becken bildeten sich aus Kalkschlamm über 100m dicken Kalklagerstädten
wie sie heute beispielsweise in den Steinbrüchen bei Bad Neustadt
abgebaut werden.
Was in dem Meer versank wurde konserviert und so findet man es heute als
Fossile „ausgegrabene“ wieder beispielsweise Ammoniten, Muscheln,
Ceratiten Terebrateln oder auch ganze Knochenlager sog. „Bonebed“ die
von Wirbeltieren, Pflanzen oder Fischen stammen können.
Ergänzen konnte ich den Fund von Werner Hornung mit eigenen Fundstücken
wie Teile versteinerter Wirbelstücken eines Chirotherium oder Mammuts
wie sie früher auf dem Grasberg bei Bad Neustadt gefunden wurden
Werner Hornung machte mich darauf aufmerksam, dass durch die immer
tiefer ackernden Schlepper vermehrt Fossilien ausgegraben werden und so
der Oberlauringer Fossilienwanderweg oder der von Bad Neustadt wieder
neue Bedeutung erlangen könnte.
Von weiteren Oberlauringer Bürgern erfuhr ich, das sie weitere Funde aus versteinertem Holz besitzen würden
Altbürgermeister Siegfried Schmidt erinnert sich noch persönlich an den
letzten Schlossbesitzer von Oberlauringen den Geologen Rudolf Götz
Philippi der ein leidenschaftlicher Fossiliensammler war und der ihm
manches Stück abkaufte.
Wo seine Sammlungen verblieben sind ist unbekannt.
Im Rahmen der Ausstellung zur 1200 Jahrfeier konnte ich eine Auswahl der
eigenen Fossilien die sonst meinem Garten in Bad Neustadt verschönern
zeigen.
Text: Herr Vilmar Herden
1200 Jahre Oberlauringen
Teil I
Teil II
Teil III
Teil VI - Friedrich Rückert in Oberlauringen
Teil VII - Friedrich Rückert als Chronist
Teil X - Aufbruch in Oberlauringen
Teil IX - Die Ansiedlung der Juden in Oberlauringen
1200 Jahre Oberlauringen - Schlosskauf, Umbau und Parkanlage
1200-Jahrfeier Oberlauringen - Glückwunsch und Dank