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Ahnenforschung in Mainberg
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Freitag, 29. April 2011 |
 Wer ist mit wem im Dorf verwandt? Diese Frage kann in Mainberg ganz leicht Bruno May beantworten, der seit zwei Jahrzehnten sich in seiner Freizeit dem Hobby Ahnenforschung widmet.
Zunächst begann er Daten über seine Familiengeschichte zu sammeln.
Vorwiegend stammten seine rund 900 ermittelten Vorfahren aus Mainberg
sowie den Nachbarorten Üchtelhausen und Hausen. Dass dann fast alle
Mainberger Familien mit erfasst wurden, ist verständlich.
Rsf main ahneneinfügung zur Person: Bruno May wurde 1949 als sechstes
und jüngstes Kind einer Kaufmannsfamilie in Mainberg geboren. Die Vater
und Großvater besaßen im Ort ein Lebensmittelgeschäft. Nach Mainberg kam
der Familienname May durch einen Zimmermann, der aus dem Nachbarort
Hausen vor 190 Jahren in das Amtsdorf zog.
Bruno May absolvierte nach dem Besuch der Realschule in Schweinfurt ein
Ingenieursstudium in der Fachrichtung Elektrotechnik, das er 1972
abschloss. Nach dem sechssemestrigen Lehramtsstudium wurde er
Volksschullehrer in Bergrheinfeld. Hier unterrichtet er noch bis Juli
diesen Jahres an der Mittelschule.
„Du bist doch vor Ort, forsche doch mal nach in unserer
Familiengeschichte“, forderte ihn sein ältester Bruder Matthias, der
nach München verzogen ist, vor zwei Jahrzehnten auf. Bruno May hatte das
elterliche Anwesen in Mainberg übernommen.
Sehr unterstützt wird er bei seinem Hobby von seiner Frau Sigrid, die
das große Latinum besitzt und seit diesem Jahr in Vorruhestand ist. „Sie
kann auch die Handschriften sehr gut lesen“, versichert May, denn
während ihrer Berufsjahre als Pharmazieassistentin erwarb sie sich große
Fähigkeiten im Entziffern von ganz unterschiedlichen Handschriften, da
früher ja die Rezepte von Hand geschrieben waren. „Sonst hätte ich es
nie geschafft, soviel an Informationen zusammen zu tragen“, so May.
Neben der Ahnenforschung widmet Bruno May dem Tischtennis einen Teil
seiner Freizeit als Übungsleiter bei der DKJ Schonungen-Mainberg. Auch
in der Schule hatte er gute Erfolgt mit von ihm trainierten
Schülermannschaften zu verzeichnen, da er Tischtennis im differenzierten
Sport anbot.
Gerne gibt er Privatpersonen Auskunft soweit er Unterlagen über die
Familie besitzt, wenn sich jemand an ihn wendet. Den Computer schätzt er
sehr, da seither das Erstellen von Übersichten über Familienlinien sehr
viel leichter wurde.
Dieses Hilfsmittel hat er auch beim Seniorennachmittag im Pfarrheim dabei, als er hier Mainberger Familienlinien aufzeigt.
„Das können wir sowieso nicht ändern“, „Ob es uns passt oder nicht“ oder
„Da muss der deine Bäume umsonst schneiden“- solche überraschte Ausrufe
waren aus dem Publikum zu hören, als Bruno May auf Einladung des
Katholischen Seniorenkreises seine Ergebnisse der Mainberger
Familienforschung präsentierte.
Fotokopien von Mainberger Pfarrmatrikel aus dem Diözesanarchiv in
Würzburg stellten den Gästen anschaulich eine für die Familienforschung
wichtige Quelle vor. Darauf waren zum Teil auch Namen zu finden, die
heute nicht mehr im Ort existieren, wie der Familiennahme Arleth oder
Frank. Sütterlinschrift und „kreative Pfarrer“ erschweren oft das
Erkennen von Namen, weiß May nur zu gut. So wurde aus Neustadt an der
Saale die lateinisierte Form Neostadianus ad Salam oder aus einer Magd
schon mal die zweite Ehefrau eines Bauern, um sie rechtmäßig nach
katholischem Kirchenrecht beerdigen zu können. Oder der Familienname
Kraus wurde mal mit dem Buchstaben G am Anfang geschrieben.
Ab 1876 wurden in Franken nach der Gründung des zweiten Deutschen
Kaiserreichs durch Bismarck die Personenstandsregister in der
politischen Gemeinde geführt.
Steuerlisten sind im Mittelalter und der frühen Neuzeit eine weitere
Möglichkeit, um die Familienlinie zurückzuverfolgen. Diese gibt es für
das Amt Mainberg zum Beispiel aus dem Jahre 1725, als alle Bewohner aus
den zum Amt gehörenden Orten zur Huldigung vor dem Fürstbischof
Christoph Franz von Hutten in Mainberg erscheinen mussten. Aus Mainberg
waren damals 22 Hausvorstände und zwei Witwen aufgelistet. Als weitere
Quellen nennt May die Bildstöcke, die zumeist die Stifterfamilien als
wohlhabend ausweisen, oft aber auch von einem schlimmen Unglück in der
Familie künden.
Ein Anliegen ist es Bruno May bei seinen Forschungen den Datenschutz zu
gewährleisten. Aus diesem Grund enden seine Ahnenlinien im Jahre 1900.
Immer wieder wird an diesem Nachmittag deutlich, wie Familiennamen durch
Neuzuzüge in das Dorf kamen. „Viele sind aus dem Rhöner Raum nach dem
30jährigen Krieg hierher gezogen“, kann May belegen. Auch durch Dienste
auf dem Schloss sei es als Jäger, Schlossverwalter und durch die
Übernahme der örtlichen Lehrerstelle wurden Familienlinien hier
eingeführt. „Jeder war einmal in unserem Dorf ein Fremder“, resümiert
der Referent.
Auf unterhaltsame Weise vermittelte Bruno May den Senioren neben dem
Wissen über viele verwandtschaftliche Beziehungen der alteingesessenen
Familien im Ort auch die Volksweisheit „Die Ahnen sind die Wurzeln und
der Stamm, ohne die wir wie welke Blätter wären“.
Bilder machen Familiengeschichte erst interessant: Bruno May (in der
Mitte stehend) zeigt eine Ahnentafel seiner Familie, die zurück geht bis
zu seinem Urgroßelternpaar.
Text und Foto: Rita Steger-Frühwacht
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