Exkursion in der Waldabteilung
|
|
|
|
|
Freitag, 27. Mai 2011 |
 Aus Anlass des Internationalen Jahres der Wälder hat das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Schweinfurt ein Jahresprogramm zum Thema Wald zusammengestellt. Bei den verschiedenen Veranstaltungen werden neben der Bedeutung des Waldes für uns Menschen auch forstwirtschaftliche Arbeitsweisen und Zielsetzungen den Teilnehmern vorgestellt und erläutert.
An einem Samstagvormittag führt Forstamtmann Patrick Schelbert eine
Waldexkursion zum Thema Waldpflege lohnt – Fördertatbestand
Jungdurchforstung. Als Revierleiter im Gemeindewald Üchtelhausen hat er
als Beispiel für eine Jungdurchforstung die Waldabteilung „Forst“ in der
Gemeinde Üchtelhausen gewählt.
Rund ein halbes Dutzend Privatwaldbesitzer deren Waldgrundstücke eine
Fläche von 0,5 Hektar bis fast zehn Hektar betragen. finden sich ein.
„Man lernt immer etwas, der Wald ist für die nächsten Generationen“,
argumentiert Heinz Bätz aus Weipoltshausen für den Besuch der
forstlichen Fortbildungsveranstaltungen. Gerade in der
Waldbewirtschaftung dürfe man nicht „kurzfristig denken“, setzt Manfred
Grebner aus Zell hinzu.
Heute stellt Schelbert bei seinen Ausführungen die neuen
Förderrichtlinien der Bayerischen Staatsforstverwaltung in den
Mittelpunkt mit Blick auf die Jungdurchforstung der Bestände.
„Der staatliche Förderzuschuß zur Jungdurchforstung soll einen Anreiz
für die Privatwaldbesitzer sein, ihren Wald frühzeitig zu pflegen“, so
sieht Schelbert, die Fördergelder. Von den Kommunen werde diese Art der
Bestandspflege in der Regel durchgeführt.
Vor Ort in einem Laubwaldbestand mit ungefähr 50 Jahre alten Bäumen
zeigt er, wie die astfreie Schaftfläche sich bei den Bäumen allein durch
den Unterwuchs ausgebildet hat. Jetzt sei in dem Bestand die Zeit
gekommen Bäume zu fördern, die im Baumbestand die höchste Höhe
erreichen, erklärt er. Deshalb müssen dann einige der anderen Bäume in
zu geringem Abstand entfernt werden. Sie können als Brennholz oder als
Hopfenstangen einen kleinen Gewinn abwerfen.
Eine bestimmte Dicke der Baumstämme, und die Kennzeichnung der
erhaltenswerten Auslesebäume sind einige Förderkriterien. Die Förderung
kann nur über das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
beantragt werden und muss vom zuständigen Revierleiter geprüft werden.
„Zuviel Verwaltungsaufwand durch die Vorgaben aus München“ stellt Heinz
Bätz fest. Hinzu kommt noch dass die Fördersumme 400 Euro pro Hektar
beträgt und die Bagatellgrenze für die Förderung bei 100 Euro liegt. Für
die meisten Privatwaldbesitzer ist es daher schwer diese Fördergelder
für eine Jungdurchforstung zu bekommen, da durch die in Franken
verbreitete Realerbteilung oft nur kleine Waldparzellen bewirtschaftet
werden.
Das Thema der nächsten vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
Schweinfurt angebotenen Informationsveranstaltung mit Forstamtsrat
Reiner Seufert lautet Baumartenvielfalt der Fränkischen Platte im
Zeichen des Klimawandels. Treffpunkt ist am Samstag, 28. Mai, um 14 Uhr
am Parkplatz an der Staatsstraße 2272 Gochsheim-Grettstadt auf der
rechten Seite.
In diesem Laubwaldbestand steht die Jungdurchforstung an. Im Bild sehen Sie: Patrick
Schelbert (rechts) mit den Teilnehmern der Exkursion in der
Waldabteilung Forst, Gemarkung Üchtelhausen.
Text und Foto: Rita Steger-Frühwacht
|