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Horst Seehofer und sein mal wieder verspätete Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Schweinfurt
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Montag, 10. August 2009 |
Schweinfurt (08.08.2009) - Tief verwurzelt seien sie, die Menschen, die sich einem Ehrenamt verschrieben haben. Sechs von Ihnen aus ganz Unterfranken bekamen am Freitagabend im Schweinfurter Konferenzzentrum von Horst Seehofer das Ehrenzeichen für Verdienste überreicht. Der Bayerische Ministerpräsident schloss in der Kuggellagerstadt eine Rundreise durch Mainfranken ab, die ihn zuvor nach Würzburg, Kitzingen, ins Bayerische Bäderland und nach Arnstein führte. "Im Vergleich zur Residenz hause ich in einer Hundehütte", war bei Seehofers launiger Rede mit dem Hinweis auf den Besuch bei Dr. Paul Beinhofer eines der Schmankerl.
Unterfrankens
Regierungspräsident sieht den Bezirk "ganz oben oder ganz vorne in
Bayern" und bezeichnete ihn "anders ausgedrückt" als "den Kopf des
Bayerischen Löwen". Den bekamen er und auch Gudrun Grieser von Seehofer
überreicht. Wonach der Ministerpräsident, der zuvor das Gesehene lobte
("wir in Alt-Bayern haben die Berge, hier in Unterfranken haben sie den
Horizont"), sich mit Gattin ins Goldene Buch der Stadt Schweinfurt
eintrug. Nicht zum ersten Mal, wie die Oberbürgermeisterin bemerkte.
Schon als Bundesminister für Landwirtschaft unterzeichnete Seehofer vor
etwa drei Jahren zur Eröffnung der UFRA, auch damals erst im zweiten
nlauf, nachdem zuvor sein geplanter Besuch bei der Sportlergala einem
Schneesturm zum Opfer fiel. Diesmal war es Ende Juli ein Besuch bei
Frankreich Staatsoberhaupt Nicolas Sarkozy, der die Unterfrankenreise
ein paar Wochen nach hinten schob.
Somit fand sie bei großer und schlauchender Hitze statt. "Mit 60 lässt
die Leistungsfähigkeit ja nach", hatte der oberste Politiker des
Freistaats die Lacher auf seiner Seite. Auch beim Seitenhieb, dass die
Stadt Bad Kissingen die Reformen in seiner Zeit als Gesundheitsminister
überlebt hätte. Zum 25 Kissinger Sommer nächstes Jahr versprach er eine
Kabinettssitzung in der Kurstadt an der Saale - und dort dann
mindestens eine weitreichende (positive) Entscheidung als Unterstützung
für den Bäderlandkreis.
Doch Ende der Woche klang der Besuch eben in Schweinfurt aus, bevor
Seehofer nach Hause eilte, um schon am Samstagvormittag das Gäubodenfes
in Straubing zu eröffnen. "Ein außergewöhnlich ambitioniertes Programm"
habe er in Mainfranken absolviert, dabei einige Eindrücke mitgenommen,
zollte OB Grieser Respekt. Gesundheit und Kultur hätten ja in der
Region mit zum Strukturwandel beigetragen. Kultur vor allem in
Schweinfurt, wo Grieser ("ja, man wird alt...") bereits den vierten
Bayerischen Ministerpräsidenten empfing...
Die geehrten Ehrenamt´ler:
Norbert Graf, Waldbrunn...
...ist seit einem Vierteljahrhundert der engagierte Vorsitzende des
Gesangvereins Liederkranz Waldbrunn. Unter seiner Leitung entstanden
die weit über die Grenzen Waldbrunns hinaus bekannte Theatergruppe, ein
Kinderchor und das Akkordeonorchester, das mit seinen Auftritten die
Besucher begeistert. Herr Graf kümmert sich um Entwicklung und
Planungen des Liederkranzes, besonders im jetzigen Jubiläumsjahr hat er
ein volles Programm. Seien es regelmäßig wiederkehrende Sitzungen, die
Organisation des Jahresausflugs oder anstehende Gratulationen, Herr
Graf meistert alle Aufgaben in der ihm eigenen unauffällig souveränen
Art, geprägt von Fachkenntnis, Heimatverbundenheit und Erfahrung.
Darüber hinaus hat er sich auch im kirchlichen Bereich eingesetzt, so
war er viele Jahre Pfarrgemeinderatsvorsitzender und Mitglied der
Kirchenverwaltung der Pfarrei „St. Norbert“.
Gudrun Kämereit, Kleinlangheim...
... hat sich ebenfalls der Musik verschrieben. Vor nahezu 30 Jahren
übernahm sie den Männerchor Kleinlangheim, aus dem sich schnell ein
gemischter Chor entwickelte. Aus diesem ging zudem ein Frauenchor
hervor. Während ihrer Amtszeit als erfolgreiche Chorleiterin fanden
zahlreiche bedeutende Auftritte statt, so z.B. im Konservatorium in
Würzburg, im Juliusspitalgarten oder im Kursaal von Bad Brückenau.
Stets spornte Frau Kämereit die Sängerinnen und Sänger zu
Höchstleistungen an. In ihrer geselligen Art sorgte sie auf dem Klavier
auch nach den Chorproben für gemütliche Liederabende und führte in der
Faschingszeit eine lustige Singstunde ein. Seit der Wende besteht eine
besondere Freundschaft mit einem Männerchor aus Thüringen, der bei den
gemeinsamen Auftritten von Frau Kämereit dirigiert wurde.
Anita Kunkel, Neuhütten...
...engagiert sich seit Jahrzehnten in vorbildlicher Weise im
kirchlichen Bereich ihrer Heimatgemeinde Neuhütten. Im Pfarrgemeinderat
übte sie viele Jahre das Amt der Schriftführerin aus, bevor sie den
Vorsitz dieses Gremiums übernahm. Gerade in einer Gemeinde ohne eigenen
Pfarrer ist es besonders wichtig, ein Gremium zu leiten, welches die
Belange der Kirchengemeinde wahrnimmt. Gleichzeitig war sie
stellvertretende Vorsitzende des Pfarrverbandes Hochspessart. Sie ist
zudem Lektorin und Wortgottesdienstleiterin und stellt sich spontan und
hilfsbereit allen Aufgaben in der katholischen Kirchengemeinde.
Künstlerisches Geschick beweist sie bei der Gestaltung von
Fronleichnamsteppichen, Zeichnungen für Bekanntmachungen sowie als
Hauptorganisatorin der Faschingsveranstaltung der Kirchengemeinde, die
sie mit ihrem heiteren Auftreten bereichert.
Susanne Raab, Wildflecken...
... wirkt seit vielen Jahren als überaus zuverlässige Organistin der
Pfarrgemeinde Wildflecken. Nahezu bei allen Sonntags- und
Vorabendgottesdiensten, bei Beerdigungen, Hochzeiten und allen größeren
kirchlichen Veranstaltungen spielt sie feierlich die Orgel zur Freude
der Gottesdienstbesucher und bringt dabei ein herausragendes und
zeitliches Engagement ein. Da der Markt Wildflecken über drei
katholische Kirchen und ein Kirchenzentrum verfügt, bedeutet dies nicht
selten, dass sie an Sonn- und Feiertagen mehrere Gottesdienste
musikalisch begleitet. Darüber hinaus engagiert sie sich für die
christliche Erziehung von Kindern und Jugendlichen und leitet eine
Kinderwortgottesdienstgruppe. Nach jahrelanger Mitgliedschaft hat sie
den Vorsitz des Pfarrgemeinderats übernommen und ist zudem
Gottesdienstbeauftragte.
Doris Schorn, Schweinfurt...
... ist seit mehreren Jahren zweite Vorsitzende des Evangelischen
Frauenbunds Schweinfurt und unterstützt die Leiterin bei zahlreichen
arbeitsaufwändigen Projekten. Seit Jahrzehnten betreut sie schon die
Seniorinnen des Vereins, macht Hausbesuche an Geburtstagen und in
Krankheitsfällen und leitet den dafür eingerichteten Telefonrundspruch.
Mit dieser Begleitung in Krankheit und Einsamkeit leistet sie
unschätzbare Dienste, wobei sie besonders ihre Herzlichkeit gegenüber
den Mitmenschen auszeichnet. Darüber hinaus fördert sie die Integration
von Spätaussiedlerfamilien und betreut diese tatkräftig im Café
Kontakt, wobei sie sich vieler Probleme annimmt und pädagogische
Hilfestellung gibt. Bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand hat sie
Herrn Pfarrer Schorn als seine Ehefrau sehr bei seiner Arbeit
unterstützt und an seiner Seite viel Positives in der Kirchengemeinde
bewirkt. Gerade hinsichtlich ihrer Gespräche mit Hilfesuchenden war sie
stets die gute Seele der evangelischen Kirchengemeinde.
Marta Sparwasser, Schonungen..
...engagiert sich für die Nachmittagsbetreuung an der Schweinfurter
Friedensschule, die von einem sehr hohen Anteil von Schülern mit
Migrationshintergrund besucht wird. Aus einer anfänglichen
Aushilfstätigkeit ist inzwischen der Mittelpunkt ihres Lebens geworden.
Während der Schulzeit ist sie täglich anwesend und bemüht sich um
„ihre“ Schüler, die sich teilweise in schwierigsten Lebensverhältnissen
befinden. Sie betreut die Fächer Deutsch, Mathematik und Sachkunde. Am
Herzen liegt ihr auch der Kontakt zu den in den jeweiligen Klassen
tätigen hauptberuflichen Lehrkräften. Aufgrund ihrer Kompetenz und
ihrer Persönlichkeit genießt sie hohe Wertschätzung und tiefen Respekt.
Es gelingt ihr immer wieder, durch ihre natürliche Autorität schwachen
Schülern Grundfertigkeiten beizubringen, die diese während des normalen
Unterrichts nicht erlangen konnten.
Michael Horling
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Letzte Aktualisierung ( Montag, 2. November 2009 )
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