Der nordöstlichste
Gemeindeteil liegt 11 km vom Verwaltungsort entfernt auf der Hochfläche
des Schlettach, 341 m ü. NN., rings von Wald umgeben, vorwiegend
Staatswald. Der Ort entstand als Rodungsinsel vermutlich vom
benachbarten Königsgut Wettringen aus, zu dessen Cent er bis 1804
gehörte und ist seinem Namen nach fränkischen Ursprungs. Ein erster
Ansiedler namens Richalm hat wohl dem Dorf den Namen gegeben: "Bei
den Häusern des Richalm". Eine erste bekannte urkundliche Nennung
findet sich als "Richalmeshusen" 1290 in einer Urkunde, die
Besitz des Klosters Mariaburghausen in Reichmannshausen erwähnt.
Begütert waren auch die Grafen von Henneberg und das Hochstift
Würzburg.
Die fränkischen Gehöfte in
weitständiger Anordnung, teils in unverputztem Fachwerkbau werden von
der Kirche mit ihrem spitzen Juliusturm überragt. Zwei Bächlein, von
denen das nördliche zum Dorfweiher aufgestaut ist, vereinigen sich
südwestlich der Kirche zum Riedbach, an dem eine Mühle liegt. Weiter
östlich entstand am Ottersee ein neues Siedlungsgebiet.
Auf Reichmannshäuser Gemarkung lagen
mehrere untergegangen Siedlungen wie Uzenweiler, Arlesbach, Grub,
Winden.
Kirchlich ist Reichmannshausen
Lokalkaplanei der Pfarrei Ebertshausen. Von der ersten Kirche St. Georg
ist wenig bekannt. Zur Zeit Julius Echters (1573 - 1617) wurde der Turm
im Echter-Stil erhöht (1607), das Langhaus Ende des 17. Jahrhunderts
neu erbaut. Sehenswert sind die Nebenaltäre und die wertvolle
Barockkanzel, die von dem ehemaligen Benediktinerkloster Theres
übernommen wurde. Neben der Kirche steht die alte Schule. Ein neues, modernes Schulhaus mit zwei
Lehrsälen, Gymnastikraum und Nebenräumen wurde 1965 eingeweiht.
Gegenwärtig ist es im Besitz des Landkreises Schweinfurt und wird als
Schullandheim verwendet.
Mit seiner Abgeschiedenheit, seiner Ruhe
und seinem Waldreichtum ist Reichmannshausen ein erholsamer Ort und war
zwischen den beiden Weltkriegen sogar als "Wald-Luftkurort"
bekannt mit regelmäßiger Kraft-Droschkenverbindung. Die im umgebenden
Wald angelegten Parkplätze mit den markierten Rundwanderwegen sind
leicht zu erreichen und werden gerne besucht.
Trotz der Abgelegenheit ist
Reichmannshausen gut in das überörtliche Verkehrsnetz eingefügt: Die
Kreisstraße SW 4 verbindet mit den Staatsstraßen St 2266 bei
Löffelsterz und St 2281 bei Wettringen, und die SW 5 durch
Reichmannshausen bildet eine Querverbindung der St 2280 im Westen bei
Thomashof mit der St 2266 im Osten bei Humprechtshausen.
Quelle: www.schonungen.de (25.04.2008)
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