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Freitag, 30. November 2007 |
oder doch nur Bürgerfrust!?

Klosterlangheim, ein kleines Dorf bei Lichtenfels, beherbergt im ehemaligen Konventbau des Klosters die Schule der Flur- und Dorferneuerung.
An einem Wochenende im November trafen sich dort die Bürgermeister, Verantwortliche aus der Gemeinde, Gemeinderäte und Einwohner der vier „Seesterngemeinden“ um über die Entwicklungsmöglichkeiten ihrer Dörfer mit Blick auf den Ellertshäuser See nachzudenken und Konzepte für die Zukunft zu entwickeln.
Der Seestern als sogenanntes Leucht turmprojekt des Schweinfurter
Oberlandes (SOL) – das ist der See mit den Gemeinden Altenmünster,
Ebertshausen, Fuchsstadt und Reichmannshausen.
Die Idee dabei ist, dass der See als Alleinstellungsmerkmal des SOL das
größte Entwicklungspotential hat und die umliegenden Gemeinden darin
einbezogen werden sollen. Und dieser Seestern soll ausstrahlen in das
ganze SOL und so weiterwirken auf die anderen Orte.
Man könnte dies als Chance begrei fen, aus den zunehmend sich zu
Schlafstätten entwickelnden Dörfern,wieder Lebens- und Arbeitstätten zu
machen, die für die Bürger und auch für Außenstehende attraktiver
werden und so die Menschen in der Region halten oder sogar in die
Region bringen.
Das größte Problem dabei, meiner Meinung nach ist, dass die Bürger der
beteiligten Gemeinden (bis auf ein paar wenige im SOL engagierte
Bürger) davon nichts wissen oder vielleicht auch nichts wissen sollen.
Je länger ich diesen Prozess verfolge, desto mehr habe ich den
Eindruck, dass Bürgerbeteiligung zwar erwünscht ist (oder vielleicht
auch nur von der Regierung im Rahmen dieses Konzeptes gefordert), aber
gleichzeitig auch gefürchtet wird, da engagierte Bürger ja plötzlich
Forderungen stellen könnten, die die Gemeinden nicht erfüllen können
bzw. nicht erfüllen wollen. Und vor allem sind engagierte Bürger ein
Unsicherheitsfaktor, der schwer einzuschätzen und nicht mit
Gemeindeordnungen in Zaum zu halten ist.
Und genau das war das Problem (wie gesagt immer meiner Meinung nach)
bei der Veranstaltung in Klosterlangheim. Ich weiß bis heute nicht, was
die Bürgermeister und Hauptamtlichen mit dieser Veranstaltung erreichen
wollten. Im Laufe der Veranstaltung kristallisierte sich ziemlich klar
heraus, dass viele umfassende Schritte in diesen vier Gemeinden nötig
wären (von der Notwendigkeit der Bewusstseinsbildung in den Orten bis
hin zur nachhaltigen Verbesserung der Lebens-, Wohn-, Arbeits- und
Umweltverhältnisse) um sie zukunftsfähig zu machen.
Doch als es darum ging, konkrete Schritte zu ergreifen, war nicht mehr
klar ob das überhaupt gewollt ist. Schon allein die Forderung, dass von
Seiten der Gemeinden eine umfassende Information der Bürger erfolgen
müsste, stieß auf Widerspruch, und bedarf einer erneuten Diskussion im
Beirat für das SOL.
Am Schluss war, vor allem bei den engagierten Bürgern, eigentlich nur
Frustration zu spüren. Die einzigen, die sich bestätigt fühlten, waren
die, die mit der Intention angereist waren, sich das ganze möglichst
vom Leib zu halten. Sie konnten mit dem Gefühl nach Hause gehen, dass
sie recht hatten und am besten ist alles so zu lassen wie es ist.
Wie formulierte es ein Teilnehmer: „Die Dörfer sind doch eh schon gestorben, was wollt ihr denn noch?“
Was ich nicht glauben möchte ist, dass die Gemeinden ihr Ziel erreicht
haben – nämlich ihre Pflicht der Bürgerbeteiligung genüge getan zu
haben – der Rest ist nicht wichtig.
Resi Rudolph
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