Eine Sonderstellung bei der Gastronomie im Schweinfurter Oberland nimmt das Sportheim des SC Hesselbach ein. Denn das hat keinen offiziellen Pächter, sondern wird vom Verein selbst betrieben. Und das an nur wenigen Tagen der Woche sowie dann, wenn Sportbertrieb herrscht. Engagierte Frauen aus dem Ort kochen ehrenamtlich und sorgen dafür, dass der Sportclub ein paar Euro in die Kasse holen kann. Dass sich das lohnt, das weiß Jürgen Dietz. Der Vereinsvorsitzende kann zufrieden auf die Mitte 2009 eingeweihte Sporthalle gleich nebenan verweisen. Kostenschätzung: 940.000 Euro. Allerdings baute der Verein sie in Eigenregie. Rund 250 Personen passen auf die Tribüne, bestuhlt finden 780 Leute Platz in dieser größten und modernsten Halle wohl des gesamten Oberlandes. „Hesselbacher Waldlandhalle" als Name ist der Wunch von Dietz. Am 29. November 2009 wollen die Hesselbacher mit dem Auftritt der Band „Rhöner Bluat" mal testen, wie die Halle für Veranstaltungen größerer Art angenommen wird.

Davon profitiert dann sicherlich auch die Vereinsgasstätte, deren
Biergarten mit den bis zu 200 (!) Plätzen im Spätherbst dann gewiss
nicht mehr benötigt wird. Doch auch drinnen können sich in zwei Räumen
fast 100 Personen hinsetzen. Ein Raum ist dabei bestens geeignet für
festliche Feierlichkeiten. „Vier bis fünf im Monat finden statt", sagt
Dietz. Dann kochen die Hesselbacherinnen: Rindfleisch mit Meerrettich
genauso wie Wildgerichte, Sauerbraten, Lendchen oder auf Wunsch gar ein
Fränkisches Hochzeitsessen mit allem Drum und Dran.
Größere
Gerichte gibt´s auch an der Kirchweih an jedem zweiten Wochenende nach
Allerheiligen oder am Faschingsdienstag. Zu nahezu unschlagbaren
Preisen, weshalb sich auch die Schweinfurter vorab schon immer
informieren, wann denn die Küche in Hesselbach groß auftischt. Alle
paar Wochen kommen zu Kaffeekränzchen mit hausgemachten Torten vor
allem Schweinfurter Senioren gerne zum SC Hesselbach. „Unser Publikum
ist überwiegend 60 bis 85 Jahre alt", weiß Vorstand Dietz.
Diese
Leute erinnern sich eben gerne noch an die Zeiten, als das Sportheim
regelmäßig sonntags im großen Stil bewirtet wurde. Bis zu 120 Essen
gingen da am Tag raus, danach war die Zahl rückläufig, weshalb die
Hesselbacher durchkalkulierten und feststellten, dass sich der
Dauerbetrieb nicht mehr lohne. Statt Schweinebraten und frischem
Wirsing gibt es seit der Jahrtausendwende nun halt „nur" noch
Brotzeiten wie Schinkenteller oder Hausmacherwurst, ab und an
Bratwürste, vielleicht mal selbstgemachte Hamburger. Und nur
unregelmäßig und auf rechtzeitig geäußerten Wunsch eben mehr.

Dazu
wird in Hesselbach (wo es keine weitere Gastronomie gibt, nur im
Pfarrheim einen Frühschoppen und einen Betrieb ohne Speisen) beim SC
das gute Bier des Brauhaus Schweinfurt ausgeschenkt und es kommen die
Weine vom Falkenberg aus Traustadt auf die Tische. Das alkoholfreie
Spezi gibt´s für 1,60 Euro pro halben Liter, ein Schinkenbrot kostet
1,80 Euro. Viel günstiger geht´s also gar nicht. Und weil die
Hesselbacher mit diesen Angeboten ganz offensichtlich sehr zufrieden
sind, will der Verein sein Sportheim auch künftig auf diese Art
betreiben.
Sportheim SC Hesselbach
Eichholzstraße 23
97532 Hesselbach
Tel: 09720/1419
Homepage: www.sportclub-hesselbach.de
Öffnungszeiten:
Mittwoch und Sonntag ab 13 Uhr, Freitag ab 19 Uhr und jeweils bis Mitternacht
Für Feierlichkeiten auf Anfrage geöffnet
Text und Fotos: Michael Horling