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Josef Felkl - Ich habe ein offenes Haus

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Freitag, 1. Juni 2007

Active Image Das Thema des Gesprächs ist das Künstlerdasein hier in unserer Region.
Ich frage -Was ist anders, als beim Verkäufer oder Installateur?
Nun, sagt Josef Felkl man setzt seine Gedanken in Form um, je nach Auftragsstellung.
Das Ziel ist auf diese Weise auch nicht anders, wenn man auftragsbezogen arbeitet.
In erster Linie muss man sehen, Geld zu verdienen…Familie…Haus …Altersvorsorge.
- In der Bevölkerung wird das Künst lerdasein doch etwas zwiespältig betrachtet. Entweder etwas abfällig als Spinner oder andererseits als etwas besonderes. Was sind Ihre Erfahrungen? Ja, das stimmt. Man wird manchmal als ein verückter Typ“ abgetan.
Aber das ist oft nur äußerlich. Diese Leute beschäftigen sich gar nicht mit dem, was man macht. In letzter Zeit aber interessieren sich schon mehr Leute für meine Arbeiten. Früher war es auch schwieriger, als Künstler Anerkennung zu finden. Vor allem hier in der Region. Die Grenze hat sich schon bemerkbar gemacht. Es war wie ein Riegel drin. Es wurde auch von der Gemeinde nur minimal etwas getan, was mit Kunst zu tun haben könnte.

- Und hat sich das geändert?
Das hat sich auch nicht geändert. Der damalige Bürgermeister hat zwar immer hereingeguckt, was ich so in meiner Werkstatt mache. Aber Aufträge gab’s deswegen auch keine. Naja, Kleinigkeiten manchmal. Es ist schon manchmal, vor allem in der Anfangszeit, hart gewesen.
Das war nicht üppig und die freien Arbeiten mache und machte ich mehr für mich. Letztenendes hat man sich nach dem Bedarf strecken müssen. Schön ist’s, wenn einem auch bei Auftragsarbeiten freie Hand gelassen wird.

- Wie sehen Sie das Leben hier auf dem Land?

Das hat Vor- und Nachteile. Nach dem Studium in Nürnberg hatte ich schon gedacht in der Stadt zu bleiben. Es wird sich dort sicher was tun. Später, mit der Familie, haben wir’s auf dem Land probiert. Auch das war freilich nicht leicht. Einen Sudetendeutschen wollte man nach dem Krieg nicht unbedingt haben. Am Anfang war das tägliche Brot Krippenfiguren schnitzen, mal ein Grabstein oder eine Madonna. 1966/67 kam ein junger Kaplan hierher, die Kirche wurde umgebaut und ich bekam Aufträge.
Das war der Beginn. Aber ich muss immer wieder feststellen, dass die Leute sich nicht recht trauen oder nicht neugierig genug sind. Ich meißelte vor ca. drei Jahren einen 14-Heiligen-Baum aus Kalkstein. Eine Frau lief vorbei, die auch an Wallfahrten teilnimmt. Die allerdings ist dann immer wieder gekommen um den Baum wachsen zu sehen. So muss es sein, denn ich habe ein offenes Atelier. Und auch mein Haus ist offen.

Text und Fotos: Werner Enke


Josef Felkl Bildhauer Lebt in Stadtlauringen Jahrgang 1933 Machte eine Steinmetzlehre, besuchte dann die Holzschnitzschule in Bischofsheim.
Anschließend Kunstschule in Würzburg und Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg.

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