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Baum des Jahres 2008
Die Familie der Walnussgewächse (Juglandaceae) besteht aus acht Gattungen mit etwa 60 Arten. Allein in Deutschland gibt es im Deutschen Nusskatalog über 100 Sorten, die sich durch Nussform, Ertrag, Frostresistenz oder anderen Eigenschaften unterscheiden. Hier soll über die Echte Walnuss (Juglans regia) berichtet werden.
Die Echte Walnuss wird 15 bis 25 m, in dichteren Baumbeständen auch bis 30 m hoch.
 Ihr Höhenwachstum endet mit ca. 60 bis 80 Jahren, sie kann ein Alter
von 150 bis 160 Jahren erreichen. Die Rinde ist in der Jugend glatt und
aschgrau, im Alter entwickelt sich eine tiefrissige, dunkel- bis
schwarzgraue Borke. Da die Echte Walnuss gegen Winterkälte und
Spätfröste sehr empfindlich ist, findet man sie häufig in wintermilden,
nicht zu niederschlagsarmen Lagen wie in den Weinbaugebieten. Sie
wächst besonders gut auf tiefgründigen, frischen, nährstoff- und
kalkreichen Lehm- und Tonböden.
Bereits im Tertiär gab es die Echte Walnuss. Es wird vermutet, dass sie
in Syrien sowie West- und Südanatolien die Eiszeiten überstand. Sie
wird seit über 9000 Jahren als Nahrungsmittel genutzt (archäologische
Funde). Ihr natürliches Verbreitungsgebiet ist das östliche
Mittelmeergebiet, die Balkanhalbinsel sowie Vorder- und Mittelasien.
Seit römischer Zeit wurde sie in weiten Teilen Süd-, West- und
Mitteleuropas kultiviert.
Selten wächst sie auf Stand orten über 800 m
Meereshöhe, obwohl sie in den Alpen bis etwa 1200 m zu finden ist.
Walnussbäume beginnen ab einem Alter von 10 bis 20 Jahren Früchte zu
tragen. Erst ab dem vierten Jahrzehnt werden gute Erträge erzielt, die
im hohen Alter dann wieder zurückgehen. Der Ertrag ist neben dem Alter
vom Standort und von der Sorte abhängig. Die Bäume fruchten nicht jedes
Jahr gleich gut. Hierbei spielt das Wetter eine wichtige Rolle; so
heißt es, gute Nussjahre seien auch gute Weinjahre. Bei einer guten
Ernte sind bei groß kronigen Bäumen maximale Erträge bis zu 150 kg
Nüsse pro Baum möglich.
Seit 1961 hat sich die Weltjahresproduktion an Walnüssen mit 1,5
Millionen Tonnen mehr als verdreifacht. Die Hauptproduzenten waren die
USA, die Staaten der ehemaligen UdSSR, China, die Türkei und Italien.
Walnuss kerne haben einen Fettanteil von 42 bis 60 Prozent, dabei
überdurchschnittlich viel von den für das Herz gesunden Omega-3-Fett
säuren, 11 bis 16 Prozent Eiweiß, 15 bis 23 Prozent Kohlenhydrate. Der
Energiegehalt ist höher als bei allen anderen handelsüblichen Nüssen
(Ausnahme: Paranuss). Der Anbau der Echten Walnuss erfolgt in erster
Linie wegen des Fruchtertrags. Da aber auch das Holz sehr begehrt und
eines der teuersten Hölzer ist, dessen Verwendung auf hochwertige
Gegenstände beschränkt ist, wird seit Ende des letzten Jahrhunderts
vermehrt versucht, den Baum forstwirtschaftlich zu nutzen.
Der Bestand der Walnuss ist laut dem Kuratorium „Baum des Jahres“ in
den letzten Jahren durch übertriebene Nutzung und mangelnde
Nachpflanzung in Deutschland stark zurückgegangen, weshalb sie zum
„Baum des Jahres 2008“ gewählt wurde.
 Schon vor Jahren riefen Kurt
Pfeuffer und Helmut Endres die Bevölkerung auf, zu bestimmten Anlässen
wie Hochzeit, Taufe, Jubiläum usw. Walnussbäume zu pflanzen. Daraus
wurde inzwischen eine stattliche Allee von 50 Bäumen in den Mainwiesen.
Und nun wird seit einigen Jahren der jeweilige Baum des Jahres
gepflanzt, ebenfalls in den Mainwiesen rechts und links der
Panzerüberfahrt. Neun davon erhielten am 9. Juli 2008 Schilder, auch
mit ihrem lateinischen Namen. Und dies will der Verein für Gartenbau
und Landespflege Schonungen auch in Zukunft weiterführen.
Text: Renate Bönninger
Fotos: Rita Steger-Frühwacht
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