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Dienstag, 8. September 2009 |
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Der Weißdorn
Der Weißdorn ist mir mit den Jahren an’s Herz gewachsen und vielleicht hilft er meinem Herzen ja auch eines Tages, wenn es nicht mehr die volle Lebenskraft zum Schlagen hat. Denn er ist in der Naturheilkunde ein ganz wichtiges Stärkungsmittel für das Herz. Er wächst sehr häufig bei uns und erfreut uns schon im Frühling mit seiner üppigen Blütenpracht.
Der „Duft“ der Blüten ist für meine Nase allerdings nicht unbedingt ein
Duft. Sein Geruch ist etwas streng und im Mai kann ich schon von Weitem
riechen – da ist ein Weißdorn am Blühen. Im Herbst erfreut er unsere
Augen mit seinen roten Früchten, mancherorts als Mehlfässchen
bezeichnet.
Die Engländer haben eine besondere Beziehung zum Weißdorn.
Dort nimmt er im Mai eine ähnliche Rolle ein, wie die Birke bei uns.
Heinrich VIII. hat, auf Grund einer Legende, den Weißdorn in sein
Wappen aufgenommen. Es wird erzählt, als König Richard gefallen war,
wuchs aus seinem Helm ein Weißdorn, an welchem später eine Krone
gefunden wurde.
Seine Wirksamkeit bei Herzproblemen ist
wissenschaftlich belegt. Er verbessert die Durchblutung der
Herzkranzgefäße, steigert die Kraft des Herzmuskels und wirkt
stabilisierend auf den Herzrhythmus. Ebenso wirkt er bei hohem
Blutdruck in Verbindung mit Arterienverkalkung. Der große Vorteil von
Weißdornpräparaten ist, sie können und sollen langfristig eingenommen
werden und bleiben dabei nebenwirkungsfrei.
Verwendet werden die Blüten
und Blätter; sie sollten im Mai gesammelt werden, und die Früchte im
September/Oktober. Sowohl mit Blüten und Blättern, wie auch mit den
Beeren kann ein Herzwein angesetzt werden. Er findet Verwendung bei
Stress, Herzrhythmusstörungen und leichteren Herzbeschwerden, zum
Ausgleichen des Blutdrucks und des Kreislaufs 1–2 mal täglich nach dem
Essen ein Likörglas trinken.
Zutaten:
Frische Weißdornbeeren oder im Frühling Weißdornblüten und -blätter, roten Süßwein, z.B. Malaga
Zubereitung:
Zwei Handvoll frische Weißdornbeeren leicht zerdrücken, damit sie
aufplatzen, in eine weithalsige Flasche füllen und mit einem halben
Liter Malaga oder anderem Süßwein übergießen. Im Frühling entsprechend
Blüten und Blätter mit dem Wein übergießen.
4–6 Wochen stehen lassen – muss nicht in der Sonne sein, gelegentlich schütteln. Abfiltern und in eine schöne Flasche füllen.
Zum Wohl!
Text: Gudrun Zimmermann
Weiteres Wissenswertes
Beide Sträucher, die Schlehe (Schwarzdorn) und der Weißdorn blühen
weiß. Die Namensgebung nimmt hier Bezug auf die Farbe der Rinde, welche
beim Weißdorn deutlich heller ist. Wie die Hainbuche eignet er sich
vorzüglich als Heckenpflanze, was ihm in Anlehnung an das
althochdeutsche Wort „hag“ im Sinne einer Einfriedung und Begrenzung
den weiteren Namen „Hagedorn“ eingebracht hat.
Wegen ihrer Dichtigkeit
sind Weißdornhecken äußerst wertvolle Vogelschutzgehölze, die außerdem
vielen anderen Kleintieren Nahrung und Deckung geben.
Die Früchte des
Weißdorns sind essbar und schmecken säuerlich-süß, sind aber sehr
mehlig. Man kann Kompott oder Gelee daraus machen und mit anderem Obst
mischen, da sie gut gelieren. Auch zu einem vitaminreichen Saft oder
Sirup lassen sie sich zusammen mit anderen Früchten verarbeiten. Früher
wurden in Notzeiten die Früchte als Mus gegessen und das getrocknete
Fruchtfleisch als Mehlzusatz beim Brotbacken verwendet. Die Kerne
dienten auch als Kaffee-Ersatz.
Das Holz ist sehr hart und fest. Es wird seltener für Schnitz- und
Drechslerarbeiten verwendet. Aber für Werkzeugstiele (z. B. in der
Schmiede) oder für Dreschflegel und Spazierstöcke wird es noch
gebraucht. Im alten Zauberglauben diente der Strauch der weißen Magie.
Als Gegenspieler zum „bösen“ Schwarzdorn besaß er demnach die Kraft,
gegen allerlei Dämonen zu schützen, insbesondere gegen den Zauber
„hagazissa“ (heute Hexe), dem Hagweib, das in Hecken und Gebüschen ihr
Unwesen trieb.
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