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Apothekergarten in Schonungen - Heilkräuter auch heute von unschätzbaren Wert

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Samstag, 1. September 2007

Active Image In unserer Jugend-, Kriegs- und Nachkriegszeit war das Kräutersammeln in der freien Natur Alltag. Vor allem auf dem Land war die Kräuterkunde weit verbreitet und wurde hauptsächlich von den sogenannten „Kräuterfrääli“, den pflanzenkundigen Frauen betrieben.  Mit Handwägelchen und Huckelkorb, oft die Kinder an der Hand, durchstreiften sie Wiese, Feld und Wald. Das gesammelte Kräutergut – Blüten, Blätter, Früchte, Wurzeln usw. – wurde meist getrocknet und danach an Apotheken, Drogerien oder Kräuterhändler verkauft. Ein mühseliges Geschäft für die Frauen und Kinder, um das oft spärliche Einkommen etwas aufzubessern.
Auch war in diesen Kreisen die Kräuterheilkunde weit verbreitet. Vor allem die Landbevölkerung machte regen Gebrauch von diesem Wissen. So gut wie in jedem Dorf gab es ein „Kräuterfrääla“, das oft vor Arzt und Apotheker gefragt wurde, wenn es um Unpässlichkeiten und auch Krankheiten ging. Es wurde mancher Heilerfolg erzielt – allein aufgrund der Heilpflanzenkenntnisse.

Die Schulkinder waren in der Kriegszeit ebenfalls zum Kräutersammeln eingesetzt und in den alten Hausgärten, den sogenannten „Bauerngärten“ fand man Beete, die dem Anbau von Heil- und Küchenkräutern vorbehalten waren. Da man zu dieser Zeit weitgehend zu Fuß unterwegs war, lernte man im Vorübergehen die Pflanzen kennen, die am Wegesrand, in Hecken, in Feldrainen und Straßengräben wuchsen und immer noch wachsen.

Heute ist dieses Wissen fast ganz verloren gegangen. Nur noch Naturliebhaber, Experten und Gartenspezialisten wissen wirklich Bescheid. Der Grund liegt natürlich auch darin, dass Heilkräuterstandorte selten geworden sind.
Autobahnen, Straßen, Schienen, Plätze, Gewerbegebiete, Industrieanlagen, Siedlungen hindern den Zugang. Die großflächige Landwirtschaft, Düngemittel und Spritzmittel tun ein übriges. Unsere hochtechnisierte Welt hat auch die Arzneipflanze zurückgedrängt und viele vor 50 Jahren noch zu findenden Arten sind selten geworden oder ganz
verschwunden.

Wir sind alle mit Auto, Bus, Bahn oder Flugzeug unterwegs und sehen auf diese Weise nicht mehr, was klein und unscheinbar, aber von hohem Wert ist. Um das Wissen über Arzneipflanzen, Heil- und Duftkräuter vor Ort wieder zu beleben, hat sich die Bürgerstimme Dorfgestaltung Schonungen zur Aufgabe gemacht, einen sogenannten „Apothekergarten“ anzulegen, der der Bevölkerung zugänglich sein, besonders aber auch Kindern den Zugang zur Pflanzenwelt erschließen und erleichtern soll – eine Kombination von Lehr- und Schaugarten.

Im Laufe der Zeit kann dann die Pflanzenwelt des einmalig wilden Bachbettes mit einbezogen werden und so ein sinnvolles Projekt, auch für das Schweinfurter Oberland, entstehen. Unser Anliegen ist, dass unsere Arbeit dazu beiträgt, das Wissen um die Arzneipflanzen zu erhalten. Die Anlage entsteht im Zentrum des Ortsteils Schonungen der Gemeinde Schonungen, in den Bachgärten am Ufer der Steinach, die dem Ort das Gepräge gibt.

Text und Foto: Fritz Schumm sen

Der Apothekergarten ist ein Gemeinschaftsprojekt
Idee, Gestaltung, Ausführung: Bürgerstimme Dorfgestaltung Schonungen
Material und Hilfe: Gemeinde Schonungen
Finanzielle Beteiligung: Apotheke Schonungen

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