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Donnerstag, 29. November 2007 |
die sanfte und sichere Energieerzeugung rund um die Uhr

Auf den Höhen oberhalb von Schonungen und Forst war es schon immer windig. Deshalb wohl kam Gebhard Karch, Landwirtschaftsmeister aus Forst, 1999 auf die Idee, den Wind energetisch zu nutzen. Zusammen mit Partnern, die schon Erfahrungen beim Bau und Betrieb von Windenergieanlagen gesammelt haben, wurde das Projekt gestartet.
Zwei in Auftrag gegebene unabhängige Gutachten kamen zu gleichen
Ergebnissen: Auf dem höchsten Punkt zwischen Forst und Waldsachsen (700 m
von Waldsachsen entfernt) – auf einer Höhe von ca. 385 m über NN – ist
die Windernte am höchsten.
Zunächst wurde die HWH Engineering GmbH aus Iphofen mit der Planung
beauftragt, bei der Gemeinde Schonungen die Bau - voranfrage eingereicht
und vom Landratsamt die baurechtliche Genehmigung erteilt, so dass im
November 2002 der Bauantrag über die Errichtung von 2 Windkraftanlagen
bei der Gemeinde Schonungen gestellt werden konnte. Diesem stimmte der
Gemeinderat zu und das Landratsamt erteilte am 1. 4. 2003 die
Baugenehmigung.
Nachdem mit zwei Landwirten Pachtverträge abgeschlossen worden waren,
wurden zwei Investitionsgesellschaften mit Gesellschaftern aus der
Region gegründet. Von diesen Gesellschaften wurden ca. 3 Mio. € in den
Bau der beiden Windkraftanlagen investiert. In der Finanzierung ist der
Rückbau der Anlage bereits enthalten und als Grunddienstbarkeit
gezeichnet. Mit einer Nabenhöhe von 88 m und einem Rotordurchmesser von
58 m erreichen die Windräder die stolze Höhe von 117 Metern. Seit der
Fertigstellung im Jahr 2003 drehen sich nun die Rotoren (mit
automatischer Schattenabschaltung*) zuverlässig und können je Stunde
maximal 1000 KW Strom erzeugen. Im Schnitt sind es 175 KW. Je Kilowatt
werden 8,9 Cent vergütet. Der Wind bläst durchschnittlich mit einer
Geschwindigkeit von ca. 5,8 m/s in 90 m Höhe, in der Stunde mehr als 20
km. Alle drei Minuten misst die Anlage die Windgeschwindigkeit und passt
den Stand der Rotoren an. Sobald 110 km/h überschritten werden,
schaltet die Anlage ganz ab. Das war im vergangenen Jahr zweimal der
Fall und zwar jeweils für eine halbe Stunde.
Als positiv stellte sich heraus, dass bei Erstellung der Gutachten der
Ostwind nicht berücksichtigt wurde. Dieser machte im letzten Jahr etwa
30% aus, so dass der Ertrag der Anlagen ca. 5 bis 7% über den
Erwartungen liegt. Damit sind die Wartungen abgedeckt. Da die Anlagen
ohne Getriebe – ähnlich wie ein Dynamo – laufen, haben sie weniger
Widerstand und deshalb den großen Vorteil, bereits bei einer
Windgeschwindigkeit von 6 km/h Strom zu produzieren.
Interessant ist in diesem Zusammenhang der Verbrauch von Energie: Was
bei der Herstellung an Energie aufgewendet werden muss, macht die Anlage
schon in drei Monaten wieder gut. Eine ganz hervorragende
Energiebilanz! Auch im Vergleich mit anderer alternativer
Energieerzeugung steht die Windkraft gut da.
Um z.B. die gleiche Energiemenge zu erzeugen, benötigt man für Biogas
eine Fläche von 110 ha im Verhältnis von 0,2 ha bei der Windkraft. Der
Windkraftanlagen-Hersteller ENERCON arbeitet zudem daran, den erzeugten
Strom speichern zu können, was einen Riesenschritt vorwärts bedeuten
würde.
Die meisten Windkraftanlagen in der Umgebung sind in der Hand von
Fond-Gesellschaften und dienen der Kapitalanlage. Sie werden wie eine
Handelsware weiterverkauft.
Gebhard Karch lebt mit seinen Mitgesellschaftern in der Region, die
Betreiberfirma hat ihren Sitz in der Gemeinde Schonungen. Wertschöpfung,
Erlöse, Steuern bleiben in unserer Region, die dadurch gestärkt wird.
Übrigens ist Gebhard Karch gerne bereit, Gruppen und Interessierten die Anlage zu zeigen und zu erklären.
Text und Foto: Renate Bönninger
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