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Dienstag, 3. März 2009 |
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Ein wahrhaftere Berechnung unserer Aktivitäten
Rohstoffe sind die Grundlage für das weltweite Wirtschaften. Wir entziehen sie der Natur, verarbeiten sie zu Konsumgütern, der Abfall fließt wieder an die Natur zurück. Der ökologische Rucksack ist der gesamte Materialverbrauch abzüglich des Eigengewichts des Produktes. Der Rucksack-Faktor gibt an, wie viele Kilogramm Material und Energie aus der Natur entnommen wurden, um ein Kilo Grundmaterial zu erhalten. Es werden also alle Schritte vom fertigen Produkt zurück zu dem Punkt verfolgt, an dem die natürlichen Rohmaterialien ursprünglich gewonnen wurden.
Der Begriff ‚Ökologischer Rucksack’ geht zurück auf
den ehemaligen Vizepräsidenten des Wuppertal-Instituts für Klima,
Umwelt, Energie – Prof. Friedrich Schmidt-Bleek – und sein Team und
bedeutet die Menge an Ressourcen, die bei der Herstellung, dem Gebrauch
und der Entsorgung eines Produkts oder einer Dienstleistung verbraucht
werden. In den meisten Produkten steckt viel mehr Material als ihr
Gewicht vermuten lässt.
Zum Beispiel entspricht einem Ressourcenverbrauch von
1 kg Kunststoff 5 kg
1 kg Papier 15 kg
1 kg Aluminium 85 kg
1 kg Kupfer 500 kg
1 kg Gold 550.000 kg
Mit dem ökologischen Rucksack wiegt eine Armbanduhr 12,5 kg, ein Paar
Laufschuhe 3,5 kg oder eine Jeans 30,0 kg. Ein Röhrenmonitor erreicht
durch den ökologischen Rucksack 1,5 Tonnen mehr als sein Gewicht und
eine CD rund 40 kg!
Ein schwarz gefärbtes Baumwoll-T-Shirt bringt es lt. Schmidt-Bleek im
Laufe seines Lebens auf einen Rucksack von insgesamt 4583,7 kg – das
Gewicht eines ausgewachsenen Elefanten. Dabei wird beurteilt, welches
Garn verwendet wurde, wie haltbar es ist, wie es gefärbt und verpackt
wurde. Ca. 10% des Energiebedarfs macht der Transport der Roh- und
Halbprodukte aus. Das meiste Rucksackgewicht entsteht aber beim
Gebrauch, der stark vom Nutzer abhängt. 80% Wasserverbrauch verursacht
das Waschen. Wie umweltschädlich sich der Waschvorgang gestaltet, hängt
ab von der Wassertemperatur, der Menge des Waschpulvers und wie voll
die Waschmaschine ist, ob ein Trockner oder die Leine benutzt wird.
Über den Stromverbrauch definiert sich die Menge des freigesetzten
CO2-Ausstoßes.
Der WWF (World Wide Fund of Nature Umweltstiftung) vertritt genau wie
Schmidt-Bleek die Ansicht, dass der Mensch – damit sind wir alle
gemeint! – über seine Verhältnisse lebt und kommt in seinem Bericht zur
Lage der Erde „Living Planet Report 2006“ zu folgendem Ergebnis:
„Wenn der Verbrauch an natürlichen Ressourcen so weitergeht wie bisher,
werden wir bis zum Jahr 2050 zwei Planeten benötigen, um unsere
Bedürfnisse nach Nahrung, Energie und Infrastruktur zu decken –
vorausgesetzt es gibt überhaupt noch irgendwelche Ressourcen zu
verteilen.“ Demnach übersteigt derzeit der menschliche Konsum die
natürliche Kapazität der Erde um ein Viertel.
Mancher wird jetzt denken: was kann ich schon tun, es bringt sowieso
nichts. Aber – viele kleine Schritte werden auchv zu einem großen
Schritt.
Text: Renate Bönninger
Vorsitzende Agenda 21 Schonungen
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