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„Heute koche ich nichts!", verkündigte Sarahs Mama am Sonntagmorgen. Der Papa antwortete genauso trocken: „Dann müssen wir eben in der Linde essen."

Seit die kleine Sarah wusste, dass sie heute in einer Gaststätte essen, stieg sie aufgeregt von einem Fuß auf den anderen und ließ ihre Eltern nicht mehr aus den Augen.

Für die Vierjährige gab es nichts Schöneres als von Mami eine Speisekarte vorgelesen zu bekommen, sich die leckeren Gerichte vorzustellen und in Gedanken schon mal zu verspeisen.

Bevor Papa aber die Bestellung in der Gaststätte aufgeben konnte, war für das Mädchen ein Besuch der Toiletten unumgänglich. „Mama, ich muss Pipi!", schallte es lautstark durch den gut gefüllten Gastraum der Linde. Sarah sprang von ihrem Platz auf, packte ihre Mutter an der Hand und zog sie mit sich zur Toilette. Fast schien es, als würden die Beiden den stillen Ort nicht mehr rechtzeitig erreichen — doch es war immer das gleiche Schauspiel.

Was so dringend schien, verpuffte zu einem Nichts beim Anblick der tollen Waschbecken, Handtrockner, Seifenspender und glänzenden Spiegel.

„Ich muss mir erst die Hände waschen", meinte Sarah trippelnd und hielt schon ihre linke Hand unter den Wasserhahn. In gewohnter Weise suchte die andere Hand , den Drehgriff. Erschrocken schaute sie ihre Mutter an. „Da fehlt ja der Griff, Mama!" „Der Wasserhahn läuft automatisch, halte nur deine Hände darunter!"

„Automatisch? Ach so? Aber zuhause haben wir einen handomatischen Wasserhahn."

Text: Luise Menze

 

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