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von Elmar Haupt

Schon im Oktober 2008 hatten wir ein Gedicht von Elmar Haupt (verstorben 2007) veröffentlicht. Die ältere Generation wird gleich die Wahrheit erkennen. Wir haben es in einer etwas kleineren Schrift gedruckt, damit sich auch jeder vom Wahrheitsgehalt des Gedichtes überzeugen lässt. Elmar Haupt schrieb das Gedicht im Januar 2006.

Socht mir doch ener üm Himmls Will’n
worüm ke Mönsch vo seiner Brill’n
noch nies derzehlt und gschrieba hot,
denn die hölft uns aus aller Not.
Drüm will ich jetzt, ihr Leut, a weng
a Gschichtla vo die Brill euch breng.

Viela denka sie müßta sich scham,
weilsa a Brill auf die Nosa hom.
Obber wenn niesmer guat sah mer dued,
no is die Brill racht guat.
A moncher hot sich lang besunna
un doch ke bessersch Mittl gfunna.

Wissta Zeitung las, oder a Buuch studier,
ohna Brill brauch mers niet probier.
Förschda Auto ohna die Brill auf die Nosa zudurn,
no brauchsda keen Meter fortzufohrn.

Beim Essakocha, ohna Brill, dürschda
verkärda Gewürza nei,
Zucker in die Suppa un Salz nei’n Brei.
Pföffer aufn Riebeleskucha gschdräd,
un Schdabzucker nei die Sooß gerührd.
Viela könnta ohne ihr Brill
niedamol ihrn Hunger gschdill.
Hosta kee Brill uff, do bleider nies üü,
du findst die Brocka niet in die Brüh.
Wos des doch für a Uglück war
och Gott do gings oft hungrich har.

Ohna Brill, en Foda nei die Nodl fadl,
do würschda verrückt,
des is im Laba noch keen geglückt.
Zugor beim Schdrümpfschdopfa brauchsda se aa,

süst dädmer gorned die Löcher saa.
Wenn dei ächena Hund dich beißt, neis Bee
oder die Hend
no hodder dich hald ohne Brill niet gekennt.
En Sunndich ohna Brill nei die Kirch, is a
Katastropha
denn mietgsing konnst ümmer blos die erschte
Stropha.
Oberds, wenn die Fernsehzeit is kumma,
ohna Brill bisda der Dumma.
Niedamol Radio konnsta k’öhr ohna des
Brillagstell,
weil du dann Sender niet eikonnstgestell.
Bisda zunocht beim hemmgän no a Hauseck
gerennt,
do hosda schnell a Ausread zur Hend.
En Rausch had ich niet, – behaubdasda vermessa,
ich hott ja blos mei Brill vergessa.

Wissda en Nochl neuschlog midn Hommer –
kee Brill uff – scho hosda en blaua Damma.
A im Urlaub bisda niet allee,
mit Brill körschda zu die Hotvolee.

Blos Zunocht beim Schloffa kündsa roo,
mer konn gsoch wos mer will,
denn gedreem komma a ohna Brill.
Obber kaum is es Früh, ob noch Nocht
odder scho hell,
der erschda Grief is doch noch en Brillagestell.
Willmer aufn Wecker glotz, obsda scho aufmusst,
oder konnst nuch geruh –
brauchsda schowidder die Brill dazu.

A schlimmer Uduchet ober hot jeda Brill:
en liebsda düedsa en ganza Toch, Verschdeckeles
schpiel.
Wenn mersa neun mol find, würdsa zeeh mol
verlürn,
un liecht ümmer do, wusa kenner hat hiegedürn.

Bisda gschdürba, un host dei seelicha Ruh,
do brauchsda nocher kee Brill mer derzu.
Worschda brov, kümmsda im Himml nei,
in alla Ebichkeit komma do ohna Brill geblei.

Wos die Brill für die Mönscha hot geleist,
des kommer gor net genuch gepreis.
Wenn ichs racht überdenk, kumm ich
niet drum rum:
die Brill müsset echedlich a nein Himml kumm.

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