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Active Image »Dramaturgie« steht an der Tür des Zimmers, in dem Anne Maar zu finden ist. Sie sitzt in einem Raum, der wie ein Zwischending von Großraumbüro und bürgerlichem Salon wirkt.
Eigentlich eine gemütliche Arbeitsatmosphäre. Aber welcher Arbeit geht Anne Maar eigentlich nach?
Sie überlegt eine Weile. »Autorin und Theaterleiterin«, sagt sie schließlich.
»Direktorin«, wie es korrekt heißen müsste, war davor ihre Großmutter Lena Hutter.
Anne Maar nannte sich zu dieser Zeit noch Direktionsassistentin. Und nun entscheidet sie selbst, was im Schloss läuft. Sicher anders als Lena Hutter. Doch Kontinuität, die von den Besuchern dieses Theaters geschätzt wird, ist weiterhin zu spüren.
Gelernt hat Anne Maar nicht auf »Direktorin«. Handelt es sich doch hier um keinen eindeutigen Lehrberuf. Ebenso wie Regie führen, was sie ebenfalls macht. Was hat sich aber geändert? – Gar nicht mal so wenig, doch man sieht es nicht so offensichtlich.

Beispielsweise laufen die Stücke nun sechs statt vier Wochen. Die Sommerstücke werden im Winter nicht mehr auf der kleinen Bühne wiederholt. Und es soll keine Wiederholungen von Stücken in den Folgejahren geben. Also immer Neues für die treue Abonnentenschar.
Die augenfälligste Neuerung erschließt sich vielleicht auch weniger dem Normalpublikum, als vielmehr dem Nachwuchs: das TIP. Dieses »Theater im Pferdestall« mit seinen 60 Sitzplätzen bringt Stücke für die Jugend. Die Schulen nehmen das Angebot an, echtes Jugendtheater fernab der Metropolen geboten zu bekommen.

»Und wo, Frau Maar, ist Ihre Heimat?« – »Hier. Genauer in Wetzhausen!« ist die Antwort. Denn Maßbach ist lediglich der Ort der Arbeit. In Wetzhausen, der Heimat, ist sie die Anne, nicht die Frau Maar.

Früher waren das praktisch zwei Leben. Als Autorin von Kinderbüchern in Wetzhausen und als Direktionsassistentin im Theater Maßbach. Seit sie sich nun Leiterin des Fränkischen Theaters nennt, ist das Autorinnenleben stark beschränkt. Lesungen in Schulen und Bibliotheken bestreitet sie aber sehr wohl. Aber im Moment wird nichts Neues geschrieben. Die Verwurzelung am Wohnort wird auch durch die Laientheatergruppe dokumentiert, die sie leitet.
Und sie sagt, dass es ihre grundsätzliche Entscheidung gewesen sei, auf dem Land zu leben – speziell in dieser Landschaft.
In Berlin, wo sie vorher gewohnt hatte, sei das Leben richtig anstrengend. Man muss sich mit der U-Bahn fortbewegen, sieht täglich zu viele Menschen und es herrscht permanenter Trubel. Dies alles sei aufregend und anregend, aber leben auch anstrengend. Die Vorteile der Stadt, die Cafés, die Möglichkeit, gute Filme zu sehen…
Hier in und um Wetzhausen gefällt es ihr offenbar besser. Jahrgang 1965. Aufgewachsen in Baden-Württemberg und Unterfranken.
Seit 1991 lebt sie in Wetzhausen. Regieassistentin und Regisseurin, jetzt Theaterleiterin des Fränkischen Theaters Schloss Maßbach. Autorin von Kinderbüchern.

Zum Beispiel das neueste: Lotte und Lena im Buchstabenland, 2005 Bajazzo-Verlag
Bilder von Stefanie Harjes
Buch des Monats (Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur)

Text und Bild: Werner Enke

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