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Ingo Schäfer malt, collagiert, experimentiert…

Active Image Um das Haus – idyllisch am Ortsrand von Markt steinach gelegen – sieht man schon im Garten die verschiedensten Skulpturen. Ingo Schäfer wohnt hier. Und die Antwort auf die Eingangsfrage, welche Art von Kunst er überhaupt mache, würde schon einen Artikel ergeben. Denn seine Bandbreite an Techniken und Stilen ist groß. Und er hat auch die passende Erklärung dazu. Denn als Kunsterzieher will er den Kindern genau diesen Überblick über Kunststile und -techniken vermitteln.

Er war damals an der Werkkunstschule (die danach in die FH für Gestaltung überführt wurde) nicht in die freie Malklasse gegangen, sondern hatte sich für die Fachlehrerklasse entschieden. Die Ausbildung war breitgefächert, nicht spezialisiert. Von der Lithografie über Hochdruck bis zur Radierung sowie Malerei, alles wurde gelehrt. Und bis heute, sagt Ingo Schäfer, halte er diese Vielseitigkeit für prägend. „Wenn ich bei einer Technik angelangt bin, die ich dann gut kann, wechsle ich gerne zu etwas Neuem.“ Active Image
So malt er beispielsweise intensiv Stillleben. Oder er beschäftigt sich dann wieder mit dem Portrait. Es kann heute Acrylmalerei sein und morgen Experimentelles in Ton oder mit dem Schweißen von Eisen. Der Großteil seiner Arbeiten besteht freilich aus Gemälden.

Und seinen jetzigen Stil umschreibt er mit dem Wort „expressiver Impressionismus“. Also ein Eindruck wird von ihm eigenständig und expressiv umgesetzt. Weg von der Impression hin zum individuellen Ausdruck. „Mein Hauptanliegen ist aber, immer wieder etwas Neues auszuprobieren.“ Was auf einen Materialmix hinausläuft; mit Gipsbinden beispielsweise oder Wellpappe und verschiedenen Materialien zusätzlich zur Acrylmalerei.

Und jetzt kommt etwas Überraschendes: „Ich würde mich nicht als Künstler in dem Zusammenhang bezeichnen, dass ich ganz innovativ etwas total Eigenständiges mache. Das kann man von kaum einem sagen.“ Und er führt weiter aus, dass dieses Wort „Künstler“ problematisch für ihn sei. Andererseits – wie sollte man sich sonst nennen, wenn man nichts anderes „kann“ oder arbeitet, als im Bereich Kunst?
Doch er habe, sagt Schäfer, oft seine Bedenken, ob man dann schon Künstler sei. Da schließt sich natürlich gleich die Frage an: Was macht der Normalmensch, wenn er vor einem Stück Kunst steht? Wie sollte er mit dieser Situation umgehen? Active Image
Schäfer: „Er sollte emotional frei herangehen, nicht mit dem Hintergedanken: oh – warum ist das jetzt Kunst? Warum hängt das jetzt da?“ Er sollte fragen: was gefällt mir an diesem Werk? Wie wirkt es auf mich? Er darf durchaus auch ablehnend reagieren: mir sagt das nichts! Ich kann darin nichts sehen, was meine Empfindungen anregt.
Der geschulte Betrachter kann sich fragen: Weshalb hängt das hier? Was ist das Außer gewöhnliche daran? Und dann versuchen, ob er in diesem Bild etwas Einmaliges, etwas Innovatives, Phantasievolles sieht. Der ungeschulte Betrachter fragt oft zu schnell: was erkenne ich darauf? Das ist zum Betrachten eines Bildes nicht der passende Ansatzpunkt. Denn es ist nicht nur etwas gut, was ich mit den Augen sehen kann. Viele Künstler haben in ihren Bildern Chiffren und Zeichen, die nicht dem fotografischen Abbild im Auge entsprechen, sondern dem inneren Empfinden.

Text und Fotos: Werner Enke

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