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Paradiesische Figuren aus der Werkstatt am Höllenbach - Künstlerporträt Bildhauer Peter VollertPeter Vollert. Ein Name, der weit über die Grenzen Üchtelhausens bekannt ist. Seine eindrucksvollen Großplastiken zieren zahlreiche Brunnen, Bildstöcke und Flurdenkmäler – nicht nur in Unterfranken. Ideenreichtum und Einfühlungsvermögen zeigen sich auch in seinen Skulpturen, Grabzeichen und Tierplastiken für private Auftraggeber.

Zur Person 1940 in Üchtelhausen geboren, beginnt Peter Vollert im Alter von 14 Jahren in Freiburg eine Lehre zum Steinbildhauer. Diese schließt er ebenso erfolgreich ab wie später seine Meisterprüfung. 1971 kehrt Vollert in seinen Geburtsort zurück, um den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen: Er lässt sich als freischaffender Bildhauer nieder und übt diesen Beruf noch heute leidenschaftlich und erfolgreich aus. AnsActive Image Aufhören denkt der 65jährige lange nicht. Trotz seines Erfolgs ist er bescheiden geblieben, laute Töne liegen ihm fern. Er lebt mit seiner Frau „am Höllenbach“, so heißt die Straße am Üchtelhäuser Waldrand – im Einklang mit der Natur und sich selbst.

Zum Werk
Peter Vollert ist ein aufmerksamer Beobachter der Schöpfung. Präzise betrachtete Szenen bringt er geistreich auf den Punkt bzw. auf eindeutige Formen und klare Linien. Das Ergebnis seines Schaffens soll für jeden verständlich sein, ist deutlich in der Aussage und dabei voller Harmonie. Seine feinfühlige Oberflächengestaltung zeigt einen emotionalen Ausdruck, der seinen Figuren Wahrhaftigkeit und Eleganz verleiht. Künstler und Werk bilden hier tatsächlich eine untrennbare Einheit.

Vollerts Werk steht zugleich für große Kontinuität wie für unübersehbare künstlerische Entwicklung. Trotz einer seit Jahren unverwechselbaren künstlerischen Handschrift lassen sich in neuerer Zeit behutsame Veränderungen weg von der Abstraktion zugunsten von weicheren, lebenswärmeren Formen beobachten.
Die Bandbreite seines Schaffens zeigt sich nicht nur in der Art der gestalterischen Auseinandersetzung, sondern auch in den verwendeten Materialien: Schon während seiner Lehrzeit zum Steinbildhauer in Freiburg ließ sich Vollert auch in der Gestaltung der Materialien Holz und Metall schulen. Heute wechselt er souverän zwischen Bronze und Stein und verwendet, wann immer er kann, einheimische Gesteinssorten. Angefangen hatte alles mit Wachs und Ton, aus denen Peter als Kind die Helden seiner Lieblingsbücher von Karl May „zum Leben erweckte“. Inspirieren ließ er sich auch von den Tieren des großväterlichen Bauernhofs: An Kühen, Schweinen und Pferden übte sich der Junge darin, die Körper anatomisch genau nachzumodellieren. Tiere sind bis heute seine Leidenschaft geblieben.
Neujahrsplaketten
Großer Beliebtheit erfreuen sich auch die Neujahrsplaketten des Üchtelhäuser Bildhauers. Die alljährlich erscheinenden Kleinplastiken waren vor mehr als 25 Jahren zunächst nur für Familienmitglieder und Freunde als Neujahrsgruß gedacht. Mittlerweile haben die Stücke aus Bronze, die auch in Terrakotta abgeformt werden, einen breiten Abnehmerkreis gefunden. Auf ihnen ist in jeweils etwa 10 x 10 cm die ganze Bandbreite von Vollerts Themen vertreten: Mal zeigen sie Heilige, mal Tiere oder auch biografische Bezüge. Keine der Plastiken entstand als Auftragsarbeit, jede einzelne vermittelt Vollerts Botschaft zum Jahreswechsel, mit der er entweder das alte Jahr verabschiedet oder das kommende begrüßt. Ganz auf seine Weise, mit der er zum Innehalten und Nachdenken anregen möchte.

Text und Foto: Sarah Ledermann
Porträt: privat



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