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Ja der Bärlauch ist fast wortwörtlich in aller Munde, denn er hat in den vergangenen 20 Jahren eine steile Karriere gemacht. Er gehört auch nicht zu den sogenannten Eintagsfliegen, welche mal für eine kurze Zeit in Mode geraten und dann wieder schnell  vergessen werden. Er wurde nicht mehr vergessen, sondern wird gegessen und das in den vielfältigsten Variationen.  Bärlauchpesto, Bärlauchnudeln, Bärlauchbratwurst, Bärlauchsuppe, Bärlauchbutter und so weiter.

Als wir den Bärlauch Anfang der 90iger Jahre auf unseren Flühlingskräuterwanderungen vorstellten, war er noch eine recht unbekannte Größe auf den Tellern. Selbst in unserer Region, wo er doch besonders in den Wäldern zwischen Sulzdorf und Altenmünster häufig und flächendeckend anzutreffen ist. Wer sich im April auf den Bachweg begibt, der wird ihm, im Bereich zwischen dem Pfaffensteg und dem Altenmünsterer Waldspielplatz, nicht aus dem Weg gehen können. Dort besiedelt er große Flächen des Laubwaldes und fühlt sich dort sehr wohl. An Maria Lichtmess habe ich dort aus Neugier mal das Laub bei Seite geschoben und nach den ersten Anzeichen für den Frühaufsteher gesucht. Und siehe da, er spitzte wirklich schon und das bei Temperaturen von Minus 15 Grad.
 
 
Der Bärlauch gehört zu den Frühlings Geophyten und deshalb hat er es so eilig. Da er wie fast alle Pflanzen auf das Licht der Sonne angewiesen ist, erledigt er seine Hauptaufgaben schnell bevor der Laubwald ihm dieses Licht streitig macht. Die ersten Blätter spitzen oft schon Mitte März aus dem Laub und wer will kann dann schon die ersten Bärenkräfte dieses vielseitigen Krautes nutzen. Wichtig für das frühe Sammeln ist allerdings das genaue Hinsehen und Hin-riechen, denn da gibt es eine Pflanze die es genau so eilig hat und sehr gerne inmitten des Bärlauchs wächst. Das ist der Aronstab und der ist nicht nur nicht bekömmlich, sondern giftig und wenn die Blätter sich erst aus der Erde schieben, sehen sie sich zum verwechseln ähnlich. Es fehlt ihnen jedoch der sehr charakteristische Knoblauchgeruch. Wenn der Aronstab sich ganz aus dem Boden geschoben hat, dann sind die Blätter leicht zu unterscheiden, denn er hat eine ganz andere Blattform. Er ist wie eine Lanzenspitze geformt. Leichter ist der Bärlauch später mit dem Maiglöckchen zu verwechseln, doch das kommt erst später zum Vorschein.
 
Das wichtigste Erkennungsmerkmal ist und bleibt der typische und starke Knoblauchgeruch, den weder Aronstab noch Maiglöckchenblätter besitzen, also immer fleißig schnüffeln. Vor Jahren habe ich einmal den einprägsamen Satz „Lauch ohne Hauch“ gelesen, doch das kann ich dem Kollegen ganz und gar nicht bestätigen. In dem Artikel wurde der Bärlauch gerühmt, weil er nicht die vereinsamende Wirkung des Knoblauchs hätte. Wenn ich mich im Frühling dem Bärlauchgenuss hingebe,  dann werde ich ganz oft gefragt ob ich Knoblauch gegessen hätte. Ich esse ihn allerdings auch am liebsten in seiner kräftigsten Form, also roh. Auf dem Butterbrot wie Schnittlauch, oder im Salat, oder besonders gerne als Bärlauchpesto  mit Nudeln vermischt. Gekocht verliert er viel von seinem Charakter und ist auch nicht mehr so kraftvoll. Wer also seinen Organismus mit frischem Bärlauch aus dem Winterschlaf holen will, der sollte sich klar darüber sein, dass es seiner Umwelt die Nase hoch gehen kann.
Doch gerade die Inhaltsstoffe, welche für den Geruch verantwortlich sind, sind ja die Stärke dieser Pflanze, es handelt sich um schwefelhaltige ätherische Öle. Außerdem ist der Bärlauch reich an Vitamin C, Magnesium und Mangan. Er fördert die Blutzirkulation und auf dieser Basis die Ver-und Entsorgung unseres gesamten Organismus. Nach Antibiotikagaben regeneriert er die Darmflora.
Manche Menschen mit empfindlichem Magen vertragen den Bärlauch in roher Form oft nicht so gut, sie können versuchen ob er ihnen zusammen mit Milch bekömmlicher wird.
Einen schönen und gesunden Frühling wünscht Euch
Gudrun Zimmermann
 
Bärlauchpesto
 
Zutaten für ca 2 kleine Gläschen
 
250g Bärlauchblätter (ein dicker Strauß)
100g geröstete u. feingeriebene Sonnenblumenkerne
(alternativ Mandeln, Pinienkerne o. Sesam)
150g  Öl (Oliven o. Sonnenblumenöl)
1 gestr. Teel. Salz


Wer es würziger mag, kann anstelle der Sonnenblumenkerne oder Mandeln auch Pecorino- oder Parmesankäse untermengen.
 
Zubereitung:
 
Bärlauchblätter verlesen, waschen und gut trocken schleudern, grob hacken. Das Öl und die Bärlauchblätter in das Mixglas der Küchenmaschine geben und das Ganze fein pürieren dann noch die Mandeln o. den Sesam zugeben erneut durchmixen und mit dem Salz abschmecken.In saubere Einmachgläser geben und im Kühlschrank aufbewahren.
Schmeckt lecker aufs Butterbrot und würzt auch Nudeln u. Salatsoßen.

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