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Als Unkraut hartnäckig, als Heilpflanze gern verwendet

Sebastian Kneipp hielt große Stücke auf ihn und heute entdecken ihn die Sportler. Der Ackerschachtelhalm ist mit einem Gehalt von 10 % die kieselsäurereichste Pflanze der Welt. Die eher unscheinbare Pflanze hat es in sich. Er ist so uralt, dass der Ethnobotaniker Wolf-Dieter Storl ihn als lebendes Fossil bezeichnet, so um die 400 Millionen Jahre.

Im April entdeckt man manchmal seltsame Gebilde am Straßenrand die eher einem Pilzgewächs ähneln als einer Pflanze, das sind die blassen Sporenträger des Ackerschachtelhalms, denen nach getaner Arbeit der Sommertrieb folgt.

Er ist unscheinbar, blütenlos und tannenbaumartig im Aufbau, eben verschachtelt. Er wächst sehr gerne in den Grenzbereichen, also an Straßenrändern, Waldrändern, an Ufern und Bahndämmen. Es gibt verschiedene Sorten vom Schachtelhalm, der auch die Bezeichnung Zinnkraut trägt. Diese Bezeichnung verrät uns noch etwas über seine Verwendung zur schonenden Reinigung von Zinngeschirr, was wiederum mit seinem hohen Kieselsäuregehalt zusammen hängt. Zur medizinischen Verwendung sollte nur der Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense) hergenommen werden. Um ihn richtig zu bestim men muss man etwas genauer hinsehen. Das erste Glied der Seitentriebe muss genauso lang oder länger sein, als die dazugehörige Stengelscheide am Hauptspross. Man sollte ihn generell nie im Wald oder in feuchten Gebieten sammeln, denn dort wächst sehr oft der Sumpfschachtelhalm.

Die Sportler schätzen ihn wegen seiner bindegewebsstärkenden Eigenschaften, für uns Frauen kann er aus dem gleichen Grund ein probates Schönheitsmittel sein. Gut gegen Cellulite, gut für Fingernägel, Haut und Haare. Er wird innerlich und äußerlich verwendet, für Umschläge und als Tee getrunken.

Schachtelhalmtee muss gut gekocht werden um die Kieselsäure zu lösen, überbrühen genügt nicht. Also möglichst kalt ansetzen und gut 15 Minuten köcheln lassen. Wer mehr über diese starke Pflanze erfahren möchte und Internetzugang besitzt, sollte sich einmal die hervorragende Seite www.ackerschachtelhalm.de ansehen.

Wer unter Schweißfüßen leidet, dem können Fußbäder mit Schachtelhalmtee helfen. Dazu nimmt man zwei Handvoll Schachtelhalm auf fünf Liter Wasser und kocht dies 20 Minuten lang. Dann zwei Esslöffel
strahlenlose Kamille und ein Esslöffel Salbei hinzufügen. Etwas ziehen lassen, abseihen und zum Fußbad verwenden. 2-3 mal wöchentlich.

Einen schönen Sommer wünscht
Text: Gudrun Zimmermann

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