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Artemisia vulgaris

Beim Beifuß fällt mir immer sofort „Gänsebraten“ ein. Das hat seinen Grund darin, dass diese Pflanze den fetten Braten bekömmlicher machen kann. Denn aufgrund seiner Bitterstoffe und ätherischen Öle regt der Beifuß die Bildung von Magensaft und Gallenflüssigkeit an. Das ist auch bei anderen fetten Speisen sehr hilfreich.

Doch diese Pflanze allein in die Ecke sinnvoller Gewürze zu stellen, wäre eine Missachtung ihrer Größe und Stärke. Groß ist sie nicht nur als alte Heilpflanze sondern auch von Gestalt. Der Beifuß wird leicht 100 bis 150 cm hoch und ist in seiner Erscheinungsform doch eher unscheinbar. Er protzt nicht mit großen Blüten und sein Kleid ist von unauffälligem graugrün. Er wächst am Wegrand, im Gebüsch und auf eher trockenen Standorten.
Der Beifuß trägt noch den lateinischen Namen Artemisia und das verweist uns zur griechischen Göttin Artemis. Pflanzen die einer Göttin geweiht waren zeigen uns, dass sie vor allem als Frauenheilpflanzen galten. Er wurde verwendet um die Fruchtbarkeit zu stärken und die Geburt zu erleichtern, Menstruationsschmerzen zu lindern und die Mensis zu online casino regulieren. Er wird hierfür als Tee getrunken und kann zusätzlich als Fuß- und Sitzbad unterstützend wirken.

Auch der deutsche Name Beifuß weist uns auf eine weitere Bedeutung hin. So galt diese Pflanze als Kraftquell für den Wanderer.
Im Mittelalter sollten Reisende ihn immer bei Fuß tragen und so vor Müdigkeit und Unheil geschützt
sein.
Wer nach langer Wanderung seine erschöpften, müden Füße belohnen will, der sollte es mit einem Beifuß-Fußbad versuchen.

Wolf-Dieter Storl berichtet von einer schottischen Sage in welcher man ein junges Mädchen, das an Schwindsucht litt, am Ufer des Flusses Clay vorbeitrug. Es tauchte eine Meerjungfrau aus den Wellen auf und sang mit trauriger Stimme:
„Ihr lasst sterben das Mädchen in eurer Hand. Und doch blüht die Mugwurz rings im Land!“

Als das Mädchen bald darauf starb und ihre Leiche am Hafen von Glasgow vorbeigetragen wurde, erschien die Meerjungfrau wieder und klagte mit leisem Gesang:
„Wenn sie Brennnesselsaft tränken im März. Und Beifuß äßen im Mai, So ginge noch manch fröhlich Maid Munter am Ufer des Clay.“

Die beste Sammelzeit für diese Pflanze ist zur Zeit ihrer Blüte Juli/August. Sie kann aber auch bis in den September hinein gesammelt werden.
Die weitaus bekanntere Schwester des Beifußes ist übrigens der Wermut (Artemisia Absinthium), mit noch stärkeren Wirkstoffen.
Der Wermut ist vor allem ein gutes Magen-Darm-Mittel und es gibt ihn auch in Form von Wermutwein. Wohl bekomms!

3 Liter Wasser mit ca. 2 Handvoll Beifußkraut, getrocknet oder frisch, kalt ansetzen, bei geschlossenem Topf aufkochen und 5 Minuten weiter kochen. Das Kraut abseihen und den Sud abkühlen lassen, mit kaltem Wasser auffüllen und die Füße darin baden. Mit warmen Wasser und dem heißen Sud ist dieses Fußbad hilfreich bei Unterleibsstörungen, Verkrampfungen, kalten Füßen und Kopfschmerzen.

Text: Gudrun Zimmermann

Beinweich, Donnerkraut, Gänsekraut, Gürtlerkraut, Throwurz, Mugwurz, Jungfernkraut, Besenkraut, Sonnenwedel, Sonnwendgürtel, WilderWermut

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