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Active ImageRomantisches Flüsschen im Schweinfurter Oberland
 
Auf dem Dach des Schlettach, in der Nähe von Löffelsterz – der mit 384 m über NN höchstgelegenen Ansiedlung im Landkreis Schweinfurt – befindet sich das Quellgebiet des Neuseebaches. Dieser ist der Ursprung eines Flüsschens, welches bei Schonungen (215 m über NN) dann in den Main mündet. Nachdem es die Seen im Speichelgrund zwischen Löffelsterz und Abersfeld passiert hat, heißt es Steinach.

Active ImageIn Deutschland gibt es 20 Orte mit diesem Namen bzw. dieser Endung, beispielsweise Marktsteinach. Dessen frühere Bezeichnung war Steinaha. Dieses Wort ist abzuleiten aus dem althochdeutschen „stain“ und „aha“ (Ache) und bedeutet somit „am steinigen Bache“. Das Grundwort „ach“ (aha), verwandt mit dem lat. „aqua“, bezeichnet jedes fließende Gewässer mit bedeutender Wasserentwicklung. Und die kann – auf unsere Steinach bezogen – beträchtlich sein, das heißt, das sonst so friedlich dahin plätschernde Gewässer, kann sich im Extremfall zu einem Fluß mit großer Wassermenge entwicklen. Hier sei nur an das Rekordhochwasser von Anfang Januar 2003 erinnert. Da hatte sich – bedingt durch den Rückstau vom Main her – im Altortbereich von Schonungen eine regelrechte Seenlandschaft gebildet, wobei der Wasserstand fast bis zum Scheitelpunkt der Bögen der Alten Bachbrücke (die schon 1380 vorhanden war) reichte! Hier spielte natürlich auch der „Nachschub“ aus dem Oberland eine Rolle, das sind die Zuflüsse der Steinach aus Abersfeld (Mühlbach), Waldsachsen (Hainch) und Hausen (Mühlbach).

Die topografischen Gegebenheiten des Schlettach, d. h. das starke Gefälle des hügeligen Geländes mit den tiefen Tälern und Wiesengründen sowie zahlreichen Bächen, waren die ideale Voraussetzung für die Ansiedlung von Mühlen. Und so gab es sie hier in einer außergewöhnlichen Dichte. Denn allein längs der Steinach zwischen Marktsteinach und Schonungen, d. h. auf einer Länge von nur ca. 4 km, waren einst 9 Mühlen in Betrieb!

Active ImageDiese Zeit der Mühlenromantik ist zwar längst vorbei, aber immer noch dreht sich im Steinachtal ein Mühlrad, in Wahrung der alten Tradition. Unwillkürlich wird man da an das alte deutsche Volkslied „In einem kühlen Grunde, da geht ein Mühlenrad...“ (J.v. Eichendorff, 1808) erinnert. Die Steinach heute ist das geblieben, was sie immerschon war: Ein munteres, klares Bächlein in bezaubender Landschaft. Ihre Wasserqualität ist so gut, dass in ihrem Bereich selbst die Wasseramsel (cinclus aquaticus) heimisch geworden ist. Entsprechende Nisthilfen an oder unter den Steinach-Brücken haben die Naturfreunde Schonungen angebracht und somit für den Nachwuchs gesorgt.

Text und Fotos: Heribert M. Reusch

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