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“Wir machen was”, meint Gerald Schmidt, gewählter Vertreter dieses Ortsteils im Üchtelhäuser Gemeinderat, mit Blick auf die zukünftige Streuobstwiese auf der gemeindlichen Fläche am Alten Spielplatz. Um sie zu verwirklichen haben sich junge Leute in der Initiative ProApfelbaum zusammengefunden.

Die Nutzung dieser Grünfläche war lange Zeit umstritten. Sollte sie erhalten bleiben oder als Bauplätze genutzt werden. Leer stehen sollte sie nicht, meint Gerald Schmidt „und Bauplätze wollen wir hier auch nicht“ setzt Christoph Straß hinzu. Da kam einer Gruppe junger Erwachsener im Ort die Idee, hier Bäume für Mostobst zu pflanzen.

Beim Entrümpeln der Scheune fand der 22jährige Fabian Schleyer eine seit einigen Jahrzehnten nicht mehr benutzte Mostpresse und die dazu gehörige Mühle für das Obst. „Die Hoppicher Jugend“, gut ein Dutzend Bürger und Bürginnen im Alter von 18 bis 35 Jahren, erklärt Tamara Bieber stolz, hat mehr als 100 Arbeitsstunden investiert, um diese Gerätschaften wieder wie funkelnagelneu her zu richten. Das Material wurde von Firmen gesponsert. Die Jugendlichen brachten ihr handwerkliches Können ein, Gerald Schmidt ist zum Beispiel gelernter Zimmermann.
Beim Probelauf der Mostpresse mit Obst von Fabian Schleyer kamen sie auf den Geschmack. Der frisch gepresste Apfelsaft mundete den Jugendlichen köstlich und auch ein Fass Most, das sie einmal überlassen bekamen, begeisterte sie für den früher typisch fränkischen Haustrunk.
Wenn die Bäume später einmal genügend Obst tragen, wollen sie vielleicht einen Verein gründen, mit dem Namen ProApfelbaum oder Keltertrupp und ein Mostfest im Ort veranstalten.
Also fragten die jungen Leute bei der Gemeinde um die Erlaubnis an, auf der Grünfläche am Alten Spielplatz Obstbäume pflanzen zu dürfen, was ihnen durch Gemeinderatsbeschluss auch zugesagt wurde. Die Pflanzung und die Pflege, eventuell auch das Ausmähen der Bäume übernehmen die Jugendlichen. Am Samstag, den 24. Oktober, wenn die Pflanzlöcher im Abstand von etwa vier Metern für die später rund fünf Meter hohen Bäume ausgehoben werden, mangelt es mit Sicherheit nicht an Helfern. 

„So eine Streuobstwiese gehört zum Dorf einfach dazu“, meint Sebastian Schleyer, dass es seinem charakteristischen Erscheinungsbild entspricht.
Der 24jährige Christoph Straß, von Beruf Gärtner, hat schon die Sortenauswahl getroffen: Kaiser Wilhelm, Jona Gold und Oldenburger. So 15 bis 20 Bäume, die alle schon von Ortsbürgern finanziert sind, sollen in einem Rondell auf dem Platz gepflanzt werden. „und in die Mitte eine gesellige Bank“, ergänzt Tamara Bieber.
Denn es können auf der als Streuobstwiese vorgesehenen Grünfläche keine Obstbaumreihen auf der ganzen Fläche eingebracht werden. „Ein kleines Hückela“ ist hier seit eh und je der Schlittenberg für die Hoppachshöfer Kinder. Und das soll auch so bleiben.

Stolz auf die mit viel Können und Fleiß hergerichtete alte Mostpresse: von links Sebastian Schleyer, Gerald Schmidt, Fabian Schleyer und Christoph Straß.
 
Text und Foto: Rita Steger-Frühwacht

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