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Active ImageBrauchtum kommt von brauchen, d.h. die Menschen taten bestimmte Dinge weil sie es als nötig empfanden. Wenn viele Rituale und Abläufe heute so nicht mehr vorhanden sind oder sich geändert haben dann wohl aus dem Grund, weil sich die Bedürfnisse der Menschen geändert haben oder bestimmte Bedürfnisse nicht mehr als wichtig erachtet oder anders befriedigt werden.
 
Weitere Osterbräuche waren und sind teilweise noch: Osterwasser, das früh am Ostersonntag schweigend von einer bestimmten Quelle geholt wurde, und bei Mensch und Tier die Fruchtbarkeit fördern und vor Krankheit bewahren sollte. Die Wassersymbolik gibt es auch in der Osterliturgie. In vielen Ortschaften vor allem in der Fränkischen Schweiz wurden schon früher und auch heute noch die Brunnen mit dem lebensspendenten Wasser geschmückt. Die sogenannten Osterbrunnen gewinnen in letzter Zeit auch bei uns an Beliebtheit.

Osterfeuer, diese waren früher meist riesige Feuer, die oft mit gestohlenem Holz als sogenannte Judasfeuer geschürt wurden, und in denen die heiligen Öle des alten Kirchenjahres verbrannt wurden. Als Ausgangspunkt der Liturgie der Osternacht wird noch heute an ihnen die Osterkerze, als Brauchtum rund um Ostern Symbol für Christus, entzündet. Ostergräber oder Heilige Gräber gab und gibt es auch heute noch, auch bei uns im Schweinfurter Oberland. Dies waren Darstellungen des Grabes Christi, in denen am Karfreitag der Korpus gelegt wurde, und an denen am Karsamstag die sogenannten Grabandachten gehalten wurden oder noch werden. (Es wäre interessant zu erfahren wo dies heute noch Brauch ist.)

In manchen Kirchen gab es Aussparungen in der Decke, aus denen, auf ein Zeichen hin der auferstandene Christus herabgelassen wurde (an Christihimmelfahrt ist er dann auf dem gleichen Wege in umgekehrter Richtung in den Himmel „aufgefahren“).

Das Ratschen an den Kartagen: In katholischen Gemeinden ist es Brauch, dass am Grünndonnerstag nach dem Gloria, die Glocken und die Orgel bis zum Gloria in der Auferstehungsfeier der Osternacht schweigen.
In dieser Zeit, in der die Glocken „nach Rom geflogen“ sind, übernehmen die Ministranten (heute meist auch andere Jugendliche) die Aufgabe mit Klappern oder Ratschen das Läuten zu den Gottesdiensten, das „Zwölfuhr- und das Sechsuhrläuten („Ave Maria“ am Morgen und am Abend). Dabei hat jedes Dorf seinen eigenen „Ratsch- bzw. Klapper- Rhythmus.

Vielleicht gibt es ja noch mehr Bräuche, die verloren gegangen sind, und die nur noch von wenigen erinnert werden. Die Redaktion ist dankbar für alle Hinweise.

Text und Foto: Resi Rudolph


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