Info-Portal für das Schweinfurter Oberland: Schonungen – Üchtelhausen – Stadtlauringen – Thundorf – Maßbach und angrenzende Gebiete

Active ImageLegenden und Spukgeschichten von der Hard

Der höchste Punkt der Hard ist in der Nähe des Drei-Fluren-Denkmals, das an der Stelle errichtet wurde, wo in früheren Jahren ein Kreuz stand und wo die Gemarkungen von Forst, Marktsteinach und Schonungen zusammentreffen. Das Kreuz – so sagt man – sei zur Sühne erbaut worden. 
Schon seit jeher ranken sich um dieses Hard-Gebiet Legenden und Spukgeschichten, von denen hier eine erzählt sei:


Vor vielen Jahrhunderten soll hier eine Burg gestanden haben – genaugegenüber der Burg auf der Bergheide bei Weyer. Ein unterirdischer Gangunter dem Main hindurch stellte die Verbindung zwischen den Bewohnernder beiden Burgen her. Einmal – so die Legende – habe der Herr auf derHeide sein Gegenüber, den Burgherrn von der Hard (durch die Hennebergersollen sie miteinander verwandt gewesen sein) mit seinem Gefolge zueinem Gelage eingeladen. Als sie sich wieder auf den Heimweg machten,bemerkten sie einen Feuerschein über der Hardburg. So schnell siekonnten, eilten sie durch den unterirdischen Gang zu ihrer Burg zurück.Doch sie kamen zu spät. Die Hardburg war nur noch eine Ruine.

Laut Überlieferung wurde das Feuer von gedungenen Schergen des Herrnvon der Heide während der Abwesenheit des Burgherrn von der Hardburggelegt. Welcher Anlass zu dieser schrecklichen Tat geführt hat, istunbekannt.

Früher setzte man sich an so manchen Abenden zusammen zu Erzählungenund Spielen. Der  Kanonenofen bullerte und verbreitete wohlige Wärme.Je vorgerückter der Abend war, desto geheimnisvoller und unheimlicherwurde das Erzählte. Da trieben dann auf den dunklen Straßen Geister undGnomen personifiziert ihr Unwesen. Vor dem nächtlichen Heimweg graustesich so mancher. 

Einst war eine Frau von Forst nach Marktsteinach unterwegs. Es gingschon auf Mitternacht zu und der Mond beleuchtete spärlich den Weg unddie abgeernteten Felder. Da, auf einmal – war da nicht Pferdegetrappelhinter ihr? Ganz deutlich hörte sie, dass ihr jemand folgte. Zaghaftdrehte sie sich um und was sie sah, ließ ihr das Blut in den Aderngerinnen: Eine menschliche Gestalt, ein Ritter hoch zu Ross, der seinenKopf unter dem Arm trug! Einen Moment stand sie wie versteinert da undstarrte auf die Erscheinung. Dann rannte sie voller Angst weiter underreichte unter größter Anstrengung das Hardkreuz. Sie kniete niederund betete inbrünstig. Als sich der erste Schock etwas gelegt hatte unddas Pferdegetrappel nicht mehr zu hören war, schaute sie vorsichtigrückwärts und konnte von der Geistergestalt nichts mehr entdecken, dennsoeben hatte die Kirchturmuhr in Forst ein Uhr geschlagen und dieGeisterstunde war vorüber. Die Frau kam gut heim und erzählte diesesschaurige Erlebnis ihrer Familie.

Die Geschichte über den Ritter ohne Kopf machte nun ebenfalls immerwieder die Runde an den Erzähl abenden und konnte so bis in unsere Zeitbewahrt werden.
Renate Bönninger

Zum Seitenanfang