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Active Image Bei den Häusern von Matto – als „Mattinhusin“ – wurde im Jahre 1198 erstmals das heutige Madenhausen urkundlich erwähnt. Über 400 Jahre später wütete in Europa der Dreißigjährige Krieg – der Schwedenkrieg. Der Ort wurde im dreißigjährigen Krieg stark zerstört, die Bevölkerung verarmte und wurde durch Hunger, Krankheit und Flucht aufgerieben. Madenhausen war an der alten Heeresstraße damals das letzte Dorf vor Schweinfurt, da der weitere Weg damals durch das südliche Klingenholz zur Trasse der heutigen Staatsstraße direkt nach Schweinfurt führte. Von Schleusingen kommend erreichte das schwedische Heer auf dem Weg nach Schweinfurt Königshoven (heute Bad Königshofen). Am 30. September 1631 ergab sich die Festung Königshoven kampflos. Auf dem weiteren Vormarsch wurde bei massivem Widerstand Merkershausen niedergebrannt und völlig zerstört.
Am 1. Oktober standen die schwedischen Truppen bereits vor Stadtlauringen, das damals für Würzburg eine wichtige Bedeutung hatte wovon noch heute das Amtshaus und der im Schwedenkrieg errichtete Fürstenbau in Stadtlauringen zeugen. Nach schweren Kämpfen in Stadtlauringen, bei denen auch Schonunger Bürger auf der Seite der Lauringer mitkämpften, zog auf der alten Lauringer Straße das schwedische Heer mit dem König von Schweden, Großfürst von Finnland und Herzog zu Esthen Ihre Majestät Gustav Adolf in Madenhausen ein. Madenhausen rückte plötzlich in den Mittelpunkt des Interesses: Der Schwedenkönig Gustav Adolf übernachtete dort in einem Wohnhaus, das wahrscheinlich ein Nebengebäude des Schlosses von Madenhausen war. Das Schloss selbst wurde 1621, also schon 10 Jahre früher abgerissen. Das Nebengebäude wurde im Volksmund noch lange als „Gustavsburg“ bezeichnet und die Stadt Schweinfurt ließ nach einer Renovierung im Jahre 1761 eine Gedenktafel anbringen. Fotografien aus den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts zeigen das zur Scheune umgebaute Wohnhaus. Die Gedenktafel existiert noch; das Gebäude selbst steht heute allerdings nicht mehr.
Gustav Adolph sandte von dort aus einen Brief an die Ratsherren der Stadt Schweinfurt, und schon am Morgen des folgenden Tages, dem 2. 10., empfing er die Ratsherren zu einer entscheidenden Verhandlung in Madenhausen: Die Stadt Schweinfurt bleib dadurch von der Zerstörung verschont, denn sie wurde ihm kampflos übergeben und bereits am Mittag des selben Tages zog er in Schweinfurt ein. In den nun folgenden Jahren wurden die Dörfer der Region nach und nach unter schwedische Verwaltung gestellt und schwedische Schutzwachen eingerichtet, die von ihren jeweiligen Quartiersorten entlohnt und verköstigt wurden. Der Ort Madenhausen war außer dem Wald nicht gerade mit Reichtum gesegnet. Nach dem Anschluss an Bayern verlor der Ort den größten Teil seines Waldes. Heute gehören große Teile des Waldes nördlich von Madenhausen der Gemeinde Stadtlauringen und südlich des Dorfes ist es Staatsforst. Die Informationen in diesem Text stammen aus der Kirchenchronik Madenhausen, der Ortschronik Madenhausen und aus heimatlichen Geschichtsstudien von Dr.med. Reinhold Heusinger (veröffentlicht im Amtsboten Stadtlauringen).

Text und Foto: Volker Elsner

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