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Dösmal hob ich mirs äffich gemochd. Ich ho do wos grichd, dös bassd ganz guad in die Johreszeid un es is äs ward, veröffndlichd zu warn. Viel Schbass beim Lasn. Bis zun nächsdn Mol Euer Angnes

A seltsama Wallfahrt O die Bitt-Toch sen mer gewallt än Mondich Früh, jeds Johr noch Ballingshausä nü. Noch Ballingshausä am selbä Toch sän a gepilchert die Wall-Leut aus Hässlboch.

Die haufä Leut passä in die Ballingshäuser Kirch niet nei, drüm wollt jeder als erschter düba sei. Frisch und froh sen mer zu Abertshausä nausmaschiert, die Musik hot wie immer gschpielt des schöna Liead: Nr. 882: »Beim frühem Morgenlicht, erwacht mein Herz und spricht,« die Hässlbocher sen a scho in Sicht!War als erschter am Röhrichs-Hüggelakümt o, is bis Ballingshausä vornadro.

882 3. Strophe: »Bei jeglichem Beginn, sprech ich mit Herz und Sinn,« die Ministrantä vorn dro solln a weng schneller spring. Des Renna is ausganga Unentschiedä und der Hässlbocher Pfarr hot uns noch hinner verwiesä. Anstatt gemeinsam weiterzuwannern, hot der neu Pfarr uns getrennt vo die Annern. Ober so leicht wolltä mir net zwetter sei und scho is oganga die Keilerei.

Mit Fahnastanga konn mer net bloß Fahna getroch, mer hot a tüchtich mit no kön gschloch.
A der Herrgott am Kreuz, hot bei en Schloch sein Kopf verlorn, is dann im Stroßagrobä widder gfunna worn. Weil die Häisslbocher dopplt so viel worn wie mir, hömer nocher doch hinner nooch müß maschier.

Mit die Andacht wors jetzt vorbei und mit dem fromma Wannern jeder denkt bloß, wie kon mer se geärcher, die Annern. Wenn die gebat höm die Allerheilicher-Litanei spielt laut unner Musik,
Lied Nr. 883, Strophe 3! »Ach steh uns bei mit deiner Gnad« nocher konntä die natürlich nissmer gebat.
Höm mir gebat: Herr sei uns gnädichlich, blößt dara ihr Musik, so laut wie möchlich.

So is des ganga bis noch Ballingshausa nei, vor die Kirch is weiter ganga die Streiterei. Etlicha hot die Kirch nochä nissmer intressiert, sen gleich beim Menninger eigekehrt.

Beim Hemmwalln nocher, weilsa scho wieder gstrietä höm, söcht der Pfarr: Ich geh ohne euch hem! Promt is er links nein Feldwach gebochä, hat unterwachs sei Gewand ausgezochä.
Ken Blick hot er uns mer gschenkt, hot flott sein Schritt Richtung Abertshausä gelenkt. Doch do hat er sei Schäflich schlacht gekennt, Querfeld sen ser hinner nooch gerennt.

Ober moncha höm sich beim Laffä schwer geton, weil sa zu lang in die Wirtschaft worn. Sen mehr gstolpert wie gewallt und statt gsunga, höm se blos noch gelallt.
Lied Nr. 893: »Maria wir dich grüßen und fallen dir zu Füßen, oh Maria hilf.«
Lied Nr. 884: »Gott Vater schau auf deine Kinder,« die Musik schmeißt üm! Und sücht noch dem Sünder. Bei der Musik geits jetzt a Streiterei, denn kenner will der Schuldiche sei. Es wird ümmer schlimmer und ehn packt der Zorn, schmeißt voller Wut nein Wässacker sei Horn. Die Hässlbocher hot mer a noch mal gsan, wie se unta am Röhrich worn. A por schüna Wörter sen rü und nü noch gflocha, nocher sen se Richtung hemwerts gezocha.

Und mir en Holla-Wach no voller Freudä die Glocka fanga o zu läutä. Die Fahna fanga es flattern o, der Pfarr zieht sei Gewand wieder no. Die Musik spielt, wenn a blos noch mit halba Kraft, denn a Täl höm ja nissmer mitgemacht.
Lied Nr. 885, 2. Strophe: »Zwar haben wir unzähligmal dein Vaterherz betrübet, zwar Missetaten ohne Zahl und ohne Scheu verübet.«

Zum Glück hot der Herrgott die seltsom Wallfahrt niet gsan, denn er hat ja sein Kopf verlorn, bei en Ministrant wor er in die Hosatöschä gsteckt und hot alle zwee Achä zugedrückt.

Das Gedicht schrieb Elmar Haupt im Mai 2007

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