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vom 18. bis 25. September 2010

18,5 Tonnen dringend benötigte Lebensmittel

Bereits die Vorbereitungen zum Transport erfordern vollen Einsatz und unser Improvisationstalent. Kurzfristig bekommen wir nämlich 6 Tonnen Kindernahrung von der Fa. Hipp (Wert 28.700 €) und eine Lkw-Ladung Lebensmittel vom Depot der US-Armee in Germersheim. Erst eine Woche vor der Abfahrt, erhalten wir die Zusage für einen weiteren Lkw: Die Fa. MAN, Würzburg stellt uns die Zugmaschine, die Fa. Menninger, Rothhausen den Auflieger zur Verfügung. Neben dem Lkw von der Deutschen Post AG in Kitzingen haben wir jetzt also ein zweites Fahrzeug um die Spendengüter unter zu bringen. Das Beladen klappt dank vieler fleißiger Hände sehr gut. Fast schon Routine ist das aufladen der Fahrräder auf den Schrotti.

Abfahrt
Zur Verabschiedung am Samstag um 8.00 Uhr haben sich wie immer zahlreiche Gäste eingefunden, die uns zusammen mit Pfarrer Dr. von Bundschuh „Auf Wiedersehen“ sagen. Nach einem Gebet und dem Segen fahren wir, bei schönstem Sonnenschein los. Wir, das sind diesmal Albin Hußlein, Anton Zimmer, Guido Jäger, Norbert Krug und Werner Steinruck aus Stadtlauringen, Armin Roth aus Gelchsheim und Anton Henneberger aus Münnerstadt mit dem Lkw von MAN, dem Gemeindebus und dem Fahrradtransporter „Schrotti“. Josef Schmitt aus Effeldorf und Gottfried Rüth aus Stadtlauringen hatten sich bereits einen Tag früher auf den Weg gemacht, um die Hipp-Spende in Ingolstadt abzuholen. Am Samstagmittag treffen wir uns dann auf einem Autobahnparkplatz kurz vor der Tschechischen Grenze. Die Fahrt über Prag, Brünn und Bratislava verläuft ohne größere Probleme und Aufenthalte. Nach einer Übernachtung an der österreichisch-ungarischen Grenze fahren wir bei leichtem Nieselregen weiter durch Ungarn. In der südungarischen Stadt Szeged haben sich durch den mittlerweile kräftigen Regen riesige Pfützen gebildet. Ab hier geht es auf der Landstraße durch immer neue, mittlerweile unzählige Kreisel Richtung Grenze. Der Grenzübertritt ist seit der EU-Erweiterung kein Problem mehr. Man muss nur die Straßenbenutzungsgebühr bezahlen, und kann sofort weiter. Trotzdem zieht sich die Straße endlos hin. Wir sind froh, wenn wir die fast 1400 km bewältigt haben und beim Kinderheim in Deva angekommen sind.

Deva und Christur – Eine Freude für die Kinder
Nach dem Abendessen sitzen wir mit zwei Frauen aus Ungarn zusammen. Sie haben bei den Kindern im Heim Meditationskurse gehalten. Auch sie sind überwältigt von der Aura die Franziskanerpater Csaba, den Gründer des Kindernetzwerkes, umgibt. Und sie bewundern das Engagement und das Gottvertrauen mit dem er alles zum Wohl der Kinder anpackt. Auch wir erzählen von unseren Aktivitäten und vom Internationalen Kolpingwerk. Am Montagmorgen sind die Regenwolken verschwunden. Das Ausladen geht wie immer recht zügig. Weil die Kinder noch Unterricht haben, helfen uns diesmal einige Arbeiter vom Heim. Später kommen auch die Kinder dazu. Ein kleines Problem ist das Verstauen der vielen Lebensmittel. Sie werden zunächst in den Gängen zwischengelagert, um dann in weiter entfernt gelegene Räumlichkeiten gebracht zu werden. Gleichzeitig werden der zweite große Lkw und der Schrotti bei Pfarrer Janos Toth in Christur teilweise entladen. Computer, Nähmaschinen, Fahrräder und Fahrradteile werden in die Räume getragen. Einige Sachen haben wir auch für Peter Szombati, dem Enkel von Frau Rudolph aus Schäßburg dabei. Er leitet dort ein Heim für schwer erziehbare Jugendliche aus Deutschland.

Lupeni – Eine Orgel für die Kirche
Am Dienstagmorgen steht die Weiterfahrt nach Lupeni auf dem Programm. Uns begleiten zwei Mädchen aus der Oberpfalz. Sie studieren in Nürnberg Sozialpädagogik und machen ihr praktisches Semester hier in Deva im Kinderheim. Sie wollten eigentlich ein paar Tage im Kinderheim in Petrosani verbringen, begleiten uns aber nach Lupeni. Auf dem Weg halten wir in Petrosani, um Fahrräder für Pfarrer Rezsö abzuladen. Leider ist er nicht Zuhause. In Lupeni angekommen erwartet uns Pfarrer Attila Marthy bereits zum Mittagessen. Anschließend müssen die Spendengüter für das Deutsche Forum umgeladen werden, weil die Zufahrt zum Büro des Forums mit dem Sattelschlepper nicht möglich ist. Dort und bei Pfarrer Attila werden die Sachen zeitgleich ausgeladen. Viele Hände packen mit an; auch unsere beiden Mitfahrerinnen. Türen, Fenster, Möbel, Öfen, Lampen, eine Orgel für die Kirche in Uricani und vieles mehr wird in die ehemalige Schule neben dem Pfarrhaus transportiert. Für das Deutsche Forum haben wir vor allem Lebensmittel, Kleidung und Schuhe, sowie Windeln für Erwachsene dabei.

Petrosani – Lebensmittel und Süßigkeiten für die Kinder
Am Mittwoch fahren wir zusammen mit Pfarrer Attila nach Petrosani zum Kinderheim. Es ist eine Außenstelle von Deva. Die Kinder freuen sich sehr, als sie die vielen Sachen sehen. Im Nu war der Lkw leer geräumt. Bei der anschließenden Besichtigung zeigt uns Eva Acs, die Leiterin des Heimes auch ihre neu hergerichteten Wohnräume im Dachgeschoss. Nach dem Mittagessen fahren wir zurück nach Lupeni, um uns mit den Leuten vom Deutschen Forum zu treffen. Doch zuvor machen Armin, Albin, Pfr. Attila und unsere beiden Praktikantinnen einen Besuch bei Tante Elza, einer alleinstehenden älteren Dame. Sie freut sich sehr.

Lipova – Medikamente für die Ärztin
Die Heimreise beginnt nach einem Gottesdienst, den Pfr. Attila Marthy zelebriert. Viele Freunde und Bekannte sind gekommen. Sie bedanken sich noch einmal für die Hilfe und wünschen „Drum Bun“ (Gute Reise). Der erste Zwischenhalt ist in Christur. Hier bei Pfr. Johannes Toth laden wir noch einmal Hilfsgüter ab. In Deva, am Kinderheim lassen wir unsere beiden Gäste (die Praktikantinnen) aussteigen. Für sie war es ein Erlebnis, auch einmal die Situation in Lupeni und in Petrosani zu sehen. Am Abend erreichen wir unser Tagesziel Lipova. Für die Ärztin Simona Bandici haben wir Medikamente, Verbandsmaterial und Blutzuckerteststreifen mitgebracht. Die Teststreifen braucht sie sehr dringend für Patienten, die sich keine leisten können. Entsprechend groß ist ihre Freude. Nachdem wir schon in den vergangenen Jahren keine Spender dafür aufgetrieben hatten, haben wir heuer mit Unterstützung der Rückert-Apotheke in Stadtlauringen extra welche gekauft. Wir führen angeregte Gespräche. Simona erzählt uns, dass die Situation in Rumänien noch nie so schlecht war. Durch die internationale Finanzkrise hat der Staat eine Menge Schulden. Deswegen wurden Sozialleistungen gekürzt und die Mehrwertsteuer angehoben. Die Leute haben es immer schwerer; es ist zum Verzweifeln! Trotz aller Probleme: Gastfreundschaft wird auch hier großgeschrieben.

Eine anstrengende Woche geht zu Ende
Nach der Übernachtung im Caritasheim fahren wir am Freitag weiter. Die 90 km bis zur Grenze haben wir zügig hinter uns gebracht, und auch in Ungarn gibt es keine Probleme. Nach einer Übernachtung in Österreich verläuft die Heimfahrt durch Tschechien ohne größere Zwischenfälle. So geht am Samstagabend eine für Alle anstrengende Woche mit der gesunden und glücklichen Heimkehr zu Ende.

Ein herzliches „Vergelts Gott“ Allen die mit geholfen haben den Kindern und Notleidenden in Rumänien ein wenig zu helfen.

Werner Steinruck
Kolpingsfamilie Stadtlauringen
Arbeitskreis Rumänien

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