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Bis vergangenes Jahr war Franz Endres der dienstälteste Vorsitzende eines Arbeiterwohlfahrtsverbandes in Bayern: Mit 89 Jahren gab er den Staffelstab an seinen Sohn Helmut ab. Kaum zu glauben: 50 Jahre stand der Schonunger ununterbrochen an der Spitze der AWO und blieb bis heute seinen Prinzipien treu. „Mensch sein heißt helfen!“, so die Devise von Franz Endres, der am 9. März nun seinen 90. Geburtstag feiert.
Mit einem großen Empfang wollen die Kreis- und Ortsverbände der Arbeiterwohlfahrt und SPD dem Geburtstagskind gratulieren. Langjährige Wegbegleiter, Freunde und politische Gegner geben sich in der Alten Kirche Schonungen am kommenden Samstag, den 12. März 2011 ein stell dich ein. Als Laudator wird der Ehrenvorsitzende der Unterfränkischen SPD und ehemalige Parlamentarische Staatssekretär, Walter Kolbow erwartet und auch der Schonunger Musikverein, der Chor der Freien Turner und die Kindergartenkinder des Gochsheimer AWO-Kindergartens wollen dem Jubilar mit ihrem Auftritt gratulieren.

Tatsächlich ist Franz Endres so etwas wie eine Ausnahmepersönlichkeit in der Großgemeinde. Hohe fast unerreichbare Auszeichnungen und Ehrungen wie das Bundesverdienstkreuz oder die goldene Bürgermedaille der Gemeinde Schonungen wurden ihm verliehen. Das Leben des gebürtigen Lindacher lässt sich wie ein großes Abenteuer lesen. Er hat sich nie nur den einfachsten Weg ausgesucht und so wich er von seinem Motto der Mitmenschlichkeit auch im Krieg keinen Zentimeter ab. Trotz großer Brutalität im dritten Reich half Endres, trotz Verbotes, immer wieder verwundeten Gegnern der damals roten Armee. Bis der eines Tages selbst als einer der Verwundeten vom Russlandfeldzug heimkehrte und alsbald für die Rückholung junger Wehrmachtsoldaten zuständig war. 1949 heiratete der gebürtige Lindacher seine Frau Ilse und wie durch einem Zufall landete er 1955 mit seiner Familie in Schonungen und bezog dort mit seinen zwei Söhnen ein Mehrfamilienhaus.

Unzähligen Vereinen und Organisationen hat sich Endres angeschlossen oder war bei der Gründung maßgeblich beteiligt. Seit 62 Jahren ist er Mitglied der VDK und der Sozialdemokratie hat er sich seit 60 Jahren verschrieben. Auch der Sport- und Musikverein, sowie viele weitere Vereine können auf die langjährige Treue und Verbundenheit des alteingesessenen Schonungers zählen. Sein volles Herzblut galt aber seit jeher der Kommunalpolitik: Drei Jahrzehnte kämpfte er als Gemeinderat und Kreisrat für die Belange seiner Mitbürger, davon allein 24 Jahre als Fraktionsvorsitzender. Endres erhielt für diese Leistung die Willy-Brandt-Medaille und darf sich fortan als Ehrenkreisvorsitzender der SPD nennen. Ein wahrer Segen für die Sozialdemokratie. Wie selbstverständlich brachte er sich auch bei seinem damaligen Arbeitgeber Fichtel & Sachs für seine Kollegen als Vertrauensmann und Betriebsrat ein.

Fünfzig Jahre stand Endres bei der Arbeiterwohlfahrt ununterbrochen in der Verantwortung und hat viel Freizeit für seine Mitmenschen geopfert. Für dieses außergewöhnliche Engagement wurde er bereits zum Ehrenkreisvorsitzenden der AWO ernannt. Noch heute sammelt er Spenden, besucht pflegebedürftige Menschen in Heimen, organisiert Seniorennachmittage und führt Geburtstagsbesuche durch. Auch heute noch erfreut er sich bester Gesundheit: „So schnell werdet ihr mich nicht los!“, versprach Franz Endres bei der Übergabe des AWO-Vorsitzes vor einem Jahr.

Text und Foto: Stefan Rottmann

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