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Premiere bei den Feuerwehren im Landkreis Schweinfurt: Zum ersten Mal legten Feuerwehrleute die Prüfung für den Feuerwehrfüherschein für Fahrzeuge bis zu einem Gewicht von 4,75 Tonnen ab.


Schwere Fahrzeuge werden notwendig
Aufgrund der größeren Vielfalt der Aufgaben der Wehren besitzen die Fahrzeuge der Feuerwehr eine immer höhere Tonnage. Auch verschärfte Abgasvorschriften und Vorschriften für Vorrichtungen zum Unfallschutz erhöhen das Gewicht der bei der Bevölkerung bekannten roten Feuerwehrautos. So sind schon allein die Fahrgestelle der Feuerwehrfahrzeuge, zum Beispiel des Tragspritzenfahrzeuges, um vieles schwerer geworden, dass die Fahrzeug- und Aufbauhersteller keine neuen Fahrzeuge mehr unter 3,5 Tonnen anbieten können.

Demgegenüber steht seit einiger Zeit die Neuregelung bei der Fahrerlaubnis, nach der der Führerschein B nur noch zum Führen von Pkws mit maximal 3,5 Tonnen erlaubt.

Dadurch entfällt besonders für die jungen Feuerwehrleute die Möglichkeit mit diesem Führerschein B auch Feuerwehrfahrzeuge mit bis zu 4,75 Tonnen zu führen.

Fahrer gesucht

„Wenn er die Ausbildung der Jugendlichen machen will, muss er das Auto bewegen können“, betont der Kommandant der Mainberger Wehr Günther Schubert. Also hat sich der Jugendwart Falk Reichelt, 24 Jahre jung, für die Ausbildung entschieden. Mit ihm ist auch der 20jährige Dominik Schubert zur Prüfung angetreten. „Weil wir sonst das Auto im Ernstfall nicht fahren dürfen“, so lautet seine Argumentation für diesen Schritt.

Beide Jugendliche erlangen an diesem Tag die Sonderfahrtberechtigung, die seit Herbst 2009 in Bayern möglich ist. Danach dürfen sie, wenn sie den Führerschein B seit zwei Jahren besitzen, unter erleichterten Bedingungen die Fahrberechtigung für Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr bis zu einer Tonnage von 4,75 führen. Gleiches gilt auch für Mitglieder des Technischen Hilfswerks und der anerkannten Rettungsdienste.

Für Kreisbrandrat Georg Vollmuth ist es wichtig, dass in den Wehren mit einem Fahrzeug in dieser Größe mehrere Feuerwehrkameraden die Fahrerlaubnis dazu besitzen. Denn beispielsweise durch Schichtarbeit, Krankheit oder Urlaub können bei Einsätzen oder Übungen nicht alle zur Verfügung stehen. Auch Bürgermeister Kilian Hartmann freut sich über die Bereitschaft junger Wehrleute, Ausbildung und Prüfung für das neue Feuerwehrfahrzeug zu absolvieren, denn die Gemeinde hat eine große Summe dafür im letzen Jahr aufgebracht.

Bergstrecken gefahren

Eine Ausbildung ist nur in der Praxis gefordert und organisationsintern nach der bayerischen Verordnung möglich. Dadurch sparen Gemeinden viel Geld. Auch können die notwendigen vier Übungsstunden zu je 45 Minuten konzentriert im wahrscheinlich am meisten zutreffenden Einsatzgebiet abgehalten werden. „Vom Kaltenhof bis Reichmannshausen“, erinnert sich Adolf Schwab, der Ausbilder und Feuerwehrmann der Mainberger Wehr, war er mit dem Fahrzeug und seinen Prüflingen am Steuer je sechs Stunden unterwegs. Vor allem die Auswirkungen des Gewichts beim Bremsen und Kurvenfahren war für Dominik Schubert und Falk Reichelt gewöhnungsbedürftig. Denn da zeigte sich ein großer Unterschied zum Pkw.

Feuerwehrmann als Prüfer
Da nicht nur die Ausbildung sondern auch die Prüfung durch die Organisation abgenommen werden kann, steht der Kreisbrandinspektion Alexander Bönig zur Verfügung. Der selbständige Landwirt hat in seiner Bundeswehrzeit sich zum Fahrlehrer ausbilden lassen und ist in der Großgemeinde Kolitzheim ehrenamtlich als Kreisbrandmeister engagiert. „Dass ich meine Ausbildung jetzt bei meinem Feuerwehrdienst einbringen kann, freut mich“, bekennt der Fünfunddreißigjährige.

Da diese Sonderregelung zur Fahrzeugführung bei der Feuerwehr, THW und den Rettungsdiensten die Finanzen der Kommunen schont, hofft Kreisbrandrat Georg Vollmuth auf eine ähnliche Regelung für das Fahren von Fahrzeugen über 7,5 Tonnen in nächster Zukunft.

Bitte Einsteigen: Zur Abfahrt am Prüfungstag stehen bereit: Kreisbrandinspektor Horst Klopf, Fahrlehrer Alexander Bönig, Ausbilder Adolf Schwab, Prüflinge Dominik Schubert und Falk Reichelt, Bürgermeister Kilian Hartmann, Kommandant Günther Schuber und Kreisbrandrat Georg Vollmuth.

Text und Foto: Rita Steger-Frühwacht

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