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Active ImageDreschfest in Stadtlauringen
Mit dem Jubiläum „10 Jahre Dreschgemeinschaft Stadtlauringen“ startet am Samstag, 29. August das schon traditionelle und für seine vielen Aktionen bekannte Dreschfest am Reitplatz von Stadtlauringen.
Der Samstag beginnt um 19.00 Uhr mit dem „Vorglühabend“. Auch in diesem Jahr findet ein Bulldog-Wettziehen statt, an dem die Gäste aufgefordert sind teilzunehmen. Das „Fachsimpeln“ unter den Oldtimerfreunden und die Geselligkeit werden sicherlich nicht zu kurz kommen.
 
Um 23.00 Uhr werden die Lötlampen angezündet, um die Glühköpfe der auf dem Festplatz bereitgestellten Lanz Bulldog zu erhitzen. Sobald die Glühnase am Kopf rot erglüht, werden die Traktoren durch das Drehen an der Kurbelwelle gestartet. So wird den Zuschauern das so genannte „Vorglühen“ der Lanz Bulldog eindrucksvoll demonstriert.

Der Sonntag, 30. August beginnt um 9.00 Uhr mit der Anreise der Oldtimerfahrzeuge aus nah und fern, die sich auf dem Festplatz zu einer großen Ausstellung formieren. Willkommen sind Oldtimer ab dem Baujahr 1975, Stationärmotoren und sonstige historische Geräte. Von 8.00 bis 10.00 Uhr ist ein Oldtimerfrühstücksbuffet gedeckt und ab 11.00 Uhr besteht die Möglichkeit Mittag zu essen. Am Nachmittag ist die Kaffeebar mit leckeren Blechkuchen geöffnet.

Active ImageDie Dämpfkolonne kommt
Als der Kartoffelanbau die Landwirtschaft aufblühen ließ, und fett gemästetes Schweinefleisch gutes Geld einbrachte zog die Kartoffeldämpfkolonne von Hof zu Hof. Unter Dampfdruck wurden Futterkartoffeln gegart und als Wintersilage eingestampft und eingesäuert. Für die Kinder war das eine schöne Zeit. Der Dämpfer war immer umlagert, denn war ein Kessel gar, fielen immer Kartoffeln zum sofortigen Verzehr ab, und die schmeckten nicht nur den Schweinen. Die Kartoffeldämpfkolonne von Walter Lehnhart aus Brünn ist am Sonntag in Betrieb. Die Besucher können die frischen Pellkartoffeln mit Hausmacher Quark oder marinierten Heringen verzehren. Zudem werden noch verschiedene fränkische Schmankerl angeboten.
Um 13.00 Uhr starten die Motoren der Oldtimer zu einer eindrucksvollen Rundfahrt durch den historischen Ortskern und die Straßen des Marktes. Gelebte Geschichte erleben die Gäste um 14.00 und 16.00 Uhr, wenn die Dreschsirene aus dem hölzernen Maschinenwagen den Beginn der Dreschvorführung ankündigt.

Active ImageDie Dreschflegel fliegen
Wer im Herbst vor 50 und mehr Jahren durch ein Dorf ging, konnte tagelang das rhythmische klopfen der Dreschflegel aus den Scheunen hören. Beim Dreschen mit dem Flegel stand immer eine Gruppe von Bauern um die auf einer harten Unterlage ausgebreiteten Getreidegarben herum und schlugen mit ihren Dreschflegeln nacheinander auf die Garben ein. Dazu mussten sie sich aufeinander einstimmen, um den richtigen Dreschtakt zu finden. Das Dreschen mit dem Flegel war die härteste Arbeit des bäuerlichen Alltags, die zudem ein besonderes Geschick verlangte und bekannter weise harte Arbeit auch sehr hungrig macht. Aus dieser Zeit kommt sicherlich auch die Redensart „der frisst wie ein Scheunendrescher“. Um 15.00 Uhr wird das Dreschen mit dem Dreschflegel anschaulich dargeboten.
Wenn der Abend hereinbricht und das Dreschfest, das mittlerweile längst zum Geheimtipp geworden und aus der Marktgemeinde nicht mehr wegzudenken ist, zu Ende geht, können die Besucher ihren „Ausflug in vergangene Zeiten“ beenden. Die Dreschgemeinschaft freut sich schon heute auf viele interessierte Gäste.

Text und Fotos: Winfried Krappweis
 

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