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Frauen siegten beim Bulldog-Wettziehen der Dreschgemeinschaft

Knatternde Motoren, große Reifen und jede Menge PS. Der „Vorglühabend“ des Dreschfestes der Dreschgemeinschaft Stadtlauringen stand ganz im Zeichen geballter Kraft, was besonders die Augen der Männer zum Leuchten brachte. Nix für Frauen? Von wegen! Das zarte Geschlecht ließ starke Männermuskeln beim Bulldog-Wettziehen an diesem Abend ziemlich schwach aussehen.

In der Reithalle des Reit- und Fahrverein Stadtlauringen fand bereits zum vierten Mal das Bulldog-Wettziehen statt. Bei einem Urlaub im Bayerischen Wald sah der Vorsitzende des Dreschverein, Georg Bauer, vor vier Jahren einen solchen Wettbewerb und setzte diese Idee beim Dreschfest in Stadtlauringen prompt um. Seitdem ziehen Männer- und Frauenmannschaften alljährlich im Wettkampf um die Zeit einen Traktor über eine 20 Meter lange Strecke durch die Reithalle. Doch nicht nur einmal muss der Bulldog über diese Distanz gezogen werden. Ist das Zwischenziel erreicht, muss mit einem Metallring, der am Ende des Ziehstrickes befestigt ist, eine Glocke geschlagen werden. Dann heißt es, schnell den Anhängebolzen mitsamt dem Strick am Heck des Bulldog zu befestigen und die schwere Last die gesamte Strecke wieder zurück zum Ausgangspunkt zu ziehen.

Dabei ist also nicht nur Muskelkraft, sonder auch Geschicklichkeit und Schnelligkeit gefragt. Ein Punkt, den die Frauenteams für sich zu nutzen wussten. Auch wenn ihr Bizeps während dieser Kraftleistung nicht zu einer beeindruckenden Größe anschwoll, belegten zwei Frauenteams die ersten beiden Plätze und verwiesen die Männer auf die hinteren Plätze. Auf den ersten Platz schafften es die „Budewitzer Schwestern“ casino online Vroni, Maria, Elisabeth und Barbara mit einer Zeit von 24,84 Sekunden. Eine Glanzleistung! Dicht darauf folgte das Frauenteam der „Schlepperfreunde Mainfranken“ mit Reinhilde, Claudia, Angelika und Vroni. Auch sie konnten eine hervorragende Zeit mit 25,16 Sekunden vorweisen und hatten fast zwei Sekunden Vorsprung zu „Die alten Wilden“ mit Berhard, Peter und Manuel, die den dritten Platz belegten. Bis zu 36,51 Sekunden wurde für das Bulldog-Wettziehen benötigt und so zeigten die Damenmannschaften, dass auch das zarte Geschlecht so einiges auf dem Kasten hat. Die Männer nahmen es gelassen und bejubelten die Gewinnerinnen bei der Siegerehrung und gönnten ihnen die begehrten Trophäen – einen Bulldog aus Edelstahl.

Mindestens ebenso laut wie beim Bulldog-Wettziehen gipfelte der Abend beim Vorglühen der Lanz Bulldogs. Mit Lötlampen wurden die Glühköpfe der Bulldogs auf dem Festplatz erhitzt. Sobald die Glühnase am Kopf rot glühte, wurden die Traktoren durch das Drehen an der Kurbelwelle gestartet. Dazu mussten die Lenkräder benutzt werden, die dafür an der Seite der Bulldogs befestigt wurden, um die Kurbelwelle in Bewegung zu bringen. Nicht nur das donnernde Geräusch der Motoren war beeindruckend, sondern auch die Funken, die bei so manchem Lanz aus dem Auspuff in den Himmel stiegen. Denn im Glühkopfmotor entstehen, da er im Zweitaktverfahren arbeitet, Gemischverluste. Unverbrannte Kraftstoffteilchen gelangen unter hohem Druck durch den Auspuff ins Freie und sorgten bei dem nächtlichen Spektakel für einen beeindruckenden Anblick. Ein Bild, das sich nur wenige der vielen Zuschauer entgehen ließen.
Text und Foto: Anette Tiller

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