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Generationswechsel bei der Schonunger AWO

Fünfzig Jahre stand er unangefochten an der Spitze der Schonunger Arbeiterwohlfahrt, nun tritt er aus dem Rampenlicht und übergibt den Staffelstab an seinen Sohn Helmut Endres ab. Wenn es tatsächlich Ausnahmepersönlichkeiten in unserer Großgemeinde gibt, dann ist Franz Endres sicher einer von ihnen. Hohe fast unerreichbare Auszeichnungen und Ehrungen wie das Bundesverdienstkreuz oder die goldene Bürgermedaille der Gemeinde Schonungen wurden ihm verliehen. „Mensch sein heißt helfen!“, so die Devise des heute 89-jährigen.

 


Das Gruppenfoto zeigt Laudator Herbert Franz, der scheidende Vorsitzende Franz Endres, die neue AWO-Führung Helmut Endres und Stellvertreterin Thea Kupfer, 3. Bürgermeister Gerd Barthelmes, Kreisvorsitzende Gaby Sander und der bisher Stellvertretende Vorsitzende Rudolf Müller.

 

Das Leben des gebürtigen Lindacher lässt sich wie ein großes Abenteuer lesen. Auch damals im Krieg wich Franz Endres von seinem Motto der Mitmenschlichkeit keinen Zentimeter ab, half trotz Verbotes immer wieder verwundeten Gegnern der damals Roten Armee. Bis der eines Tages selbst als einer der Verwundeten vom Russlandfeldzug heimkehrte und alsbald für die Rückholung junger Wehrmachtsoldaten zuständig war. 1949 heiratete Endres seine Frau Ilse und wie durch einem Zufall landete er 1955 mit seiner Familie in Schonungen und bezog dort mit seinen zwei Söhnen ein Mehrfamilienhaus. Ein Glücksfall für Schonungen – wie sich später herausstellen sollte. Denn es dauerte nicht lange, so war Franz Endres eine gefragte Persönlichkeit in Schonungen.

Seit 61 Jahren ist er Mitglied der VDK, der SPD gehört er seit 59 Jahren an, vielen weiteren örtlichen Vereinen gehört der Schonunger seit Jahrzehnten an. Sein Herz hat er aber vor allem der Kommunalpolitik verschrieben, 30 Jahre kämpfte er als Gemeinderat und Kreisrat für die Belange seiner Mitbürger, davon allein 24 Jahre als Fraktionsvorsitzender. Endres erhielt für diese Leistung die Willy-Brandt-Medaille und darf sich fortan als Ehrenkreisvorsitzender der SPD nennen. Ein wahrer Segen für die Sozialdemokratie. Wie selbstverständlich brachte er sich auch bei seinem damaligen Arbeitgeber Fichtel & Sachs für seine Kollegen als Vertrauensmann und Betriebsrat ein.

Ein besonderes Anliegen war Endres schon immer die Arbeiterwohlfahrt: Bis zum heutigen Tag lenkte er ununterbrochen 50 Jahre als Vorsitzender die Geschicke der AWO. Für dieses Engagement wurde Endres bereits zum Ehrenvorsitzenden der Kreis-AWO ernannt. „Sowas gibt es kein zweites Mal in Bayern!“, erklärte Laudator Herbert Franz. Der ehemalige AWO-Bezirksvorsitzender und Landtagsabgeordnete war langer Wegbegleiter des Schonungers und berichtete von seinem Lebenswerk in der Arbeiterwohlfahrt. Bis ins hohe Alter zeigte sich der heute 89-jährige Aktiv: Spendensammlungen, Geburtstags- und Krankenbesuche, Seniorennachmittage aber auch Hilfestellungen in sozialen Fragen gab Endres. „So schnell werdet ihr mich nicht los!“, versprach der scheidende Vorsitzende und machte den Weg frei für einen Generationswechsel. Helmut Endres führt nun die AWO an, Thea Kupfer wurde zur Stellvertreterin gewählt. Magdalena Müller fungiert als Kassiererin, das Amt der stellvertretenden Kassiererin übernimmt Inge Schuhmann; Schriftführer bleibt Dieter Endres.
Das Foto zeigt von links Laudator Herbert Franz, Franz Endres, der neue Vorsitzende Helmut Endres und die Kreisvorsitzende Gaby Sander.
Text und Fotos: Stefan Rottmann

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