Info-Portal für das Schweinfurter Oberland: Schonungen – Üchtelhausen – Stadtlauringen – Thundorf – Maßbach und angrenzende Gebiete

Schweinfurt, eine moderne Stadt voller Leben mit romantischem Flair, feiert vom 12.06. bis 22.06. sein 100-jähriges Volksfestjubiläum. Am 13. Juni 1909 veranstaltete die Stadt ihr erstes Volksfest, verbunden mit einer Volkstrachtenschau auf dem Bleichrasen. Damals wie heute war und ist bei solchen Gelegenheiten die Blasmusik unverzichtbar, denn sie stellt einen beliebten und wichtigen Bestandteil der Traditionspflege dar. Und weil es bekanntlich schon seit vielen Jahren in Schweinfurt – das mag für eine Weltstadt wie Schweinfurt etwas paradox klingen - keine Musikkapelle mehr gibt, bekam die Blaskapelle Üchtelhausen immer öfter die Chance, dort bei verschiedenen Gelegenheiten ihr Können unter Beweis zu stellen.
Offensichtlich haben die Üchtelhäuser diese Herausforderungen gut gelöst, denn sie durften inzwischen schon seit nahezu vier Jahrzehnten zu allerlei Anlässen, wie Empfängen und Festlichkeiten im Rathaus, größere Einweihungen, Straßenfesten (seit 25 Jahren), Weihnachtsmärkten (35 Auftritte) und natürlich auch Stimmungsmusik auf dem Volksfest mit Märchenparaden (12 mal), die dazu passende Musik spielen. Auch viele Schweinfurter Vereine, Organisationen, Pfarreien und Geschäfte profitierten im Laufe der Zeit von dieser musikalischen Verbindung zu ihrer Stadt.
Die Üchtelhauser sind in  Schweinfurt immer ein gern gesehener Gast, wenn es um die Interpretation origineller Blasmusik geht. Als „heimliche Stadtkapelle“ – so nennen Insider die Üchtelhäuser Musikanten – darf sie natürlich beim 100-jährigen Volksfestjubiläum keineswegs fehlen. Die Musikanten spielen deshalb am kommenden Freitag (12.06.) zum Festauftakt ab 17.00 Uhr in der „Schmankerl Hüttn“ zünftig auf, wenn Oberbürgermeisterin Gudrun Grieser zusammen mit dem Bay. Innenminister Joachim Herrmann das Jahrhundertfest mit Bieranstich eröffnen. Zudem beteiligen sich die Musikanten gemeinsam mit der Jugendblaskapelle Üchtelhausen am darauf folgenden Samstag (13.06.) am Historischen Festzug, der sich ab 12.30 Uhr mit ca. 1.100 Mitwirkenden vom Marktplatz in Richtung Volksfestplatz in Bewegung setzt.

Die nächsten „Schweinfurter Gastspiele“ der Blaskapelle Üchtelhausen sind am 21. Juni,  beim Bürgerfest Deutschhof im Wildpark an den Eichen und am 25. Juli, beim Pfarrfest St. Maximilian Kolbe.

Da die Musikanten in ihrem Repertoire u. a. auch den “Schweinfurter Schützenmarsch” spielen und die Schweinfurter Gautracht tragen, interessiert in diesem Zusammenhang, woher eigentlich der seltsame Name Schweinfurt kommt. Darüber wurde schon viel spekuliert, nachgedacht und geschrieben. Wer vermag es zu wissen?
Am Rathaus befand sich früher in Stein gehauen das Abbild eines Schweines, das – laut Volksmund – eigentlich ein Lamm hätte werden sollen. Es wurde aber - aus Unvermögen oder scherzhafter Laune des Steinmetzen, das ist nach wie vor eine offene Frage -  ein Schwein. Friedrich Rückert (1788 – 1866), der große Sohn Schweinfurts, hat es noch selber gesehen;
es regte ihn zu folgenden Versen über den Stadtnamen an:

„Sah ich an der Rathaus-Einfuhrt                                 
Ausgehauen in Stein                                                     
Das Geschöpf, nach dem du, Schweinfurt,                   
Sollst benamet sein.                                                     
Doch die Schuld nicht des Erbauers                             
Brachte dir die Schand!                                                
Ach, nur eines Steinbildhauers                                     
Ungeschickte Hand.                                                        

Kann man eine Stadt erbauen,
Um den Namen dann
Ihr zu geben, den mit Grauen
Man nur nennen kann?
Hättest Mainfurt,
Hättest Weinfurt,
Weil du führest Wein,
Heißen können, aber Schweinfurt,
Schweinfurt mußt es sein!“
Heinrich Neugebauer

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