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DJK AbersfeldSchach

als esoterische Beschäftigung weltabgewandter Kaffeehaushocker oder unverständliche Geheimdisziplin irgendwelcher Großmeister… allenfalls Sache der „Städter“ – und keinesfalls etwa Sport? Die Wirklichkeit sieht anders aus, und Schach wird auch offiziell zu Recht als Sport behandelt. Wer bereit und in der Lage ist, sich an einem Sonntagnachmittag notfalls für sechs Stunden an ein Schachbrett zu setzen (zum Glück nur selten der Fall), der braucht nicht nur Begeisterung und Ausdauer, sondern auch geistige Konzentration und damit körperliche Kondition – und muss, nicht nur beim beliebten „Blitzschach“, sondern auch in „Zeitnot“ schnell agieren und reagieren können.

Im Landkreis Schweinfurt gibt es immerhin in fünf von 29 Gemeinden Schachvereine oder -abteilungen, in der Stadt Schweinfurt zwei. Von den drei Gemeinden des Schwein furter Oberlandes ist immerhin die Gemeinde Schonungen vertreten, und zwar durch den Gemeindeteil Abersfeld (als bei weitem kleinster Ort, neben Bergrheinfeld, Grafenrheinfeld, Hambach und neuerdings Gerolzhofen). Dass dort, hoch auf der Schlettach, 1980 die Schachbegeisterung so groß war, dass man in der DJK eine eigene, sehr bald auch in regulären Wettkämpfen aktive Schachabteilung gründete, ist bemerkenswert, aber auch, dass Begeisterung wie Abteilung bis heute fortbestehen.

Ein kleines, durch eigene Kreativität aber wesentlich gefördertes Wunder war es denn auch, dass es 2005 zum 25. Jubiläum gelang, den durch Fernsehen und Presse bekannten Großmeister Dr. Helmut Pßeger als Gast und Hauptakteur, nämlich für ein mit 40 Gegenspielern aus der Region besetztes Simultanturnier zu gewinnen. Als mindestens vergleichbares Wunder sah und sieht man es freilich in Abersfeld an, dass man 1998 den Aufstieg in die Kreisliga Hassberge/Rhön geschafft und vor allem, dass man sich bis heute, nunmehr in der 12. Saison, ununterbrochen dort gehalten hat (von den sechs anderen in Stadt und Land spielen derzeit lediglich SK Schweinfurt 2000 und SC Bergrheinfeld höherklassig).
 
Schach in Abersfeld ist geprägt einerseits durch starke Kontinuität, Ausdruck eines guten Zusammenhalts, andererseits durch eine seit mehr als 15 Jahren ebenso kontinuierlich gepflegte Jugendarbeit (auf die manche benachbarte Vereine inzwischen leider verzichtet zu haben scheinen). Die Kontinuität wird daran deutlich, dass fünf Spieler praktisch von Anfang an aktiv sind, davon vier als Stammspieler, weitere drei Stammspieler weit mehr als ein bis sogar zwei Jahrzehnte. Natürlich hat sich manches geändert. Die Spieler kommen zwar nach wie vor ganz überwiegend aus der Großgemeinde, der Abersfelder Anteil ist jedenfalls bei den Stammspielern geschrumpft.

Das Schach-„Herz“ schlägt freilich immer noch in Abersfeld! Ohne Walter Karch, „Gründungsmitglied“ und 27 Jahre Abteilungsleiter, jetzt Spielleiter, und Gerhard Schröck, fast so lange dabei, neuer Abteilungsleiter und langjähriger Spielleiter, beide natürlich stets Stammspieler, ginge organisatorisch nichts!

Vereinsjugendarbeit im ländlichen Bereich leidet allerdings unter starker Fluktuation, bedauerlicherweise besonders im Schach. Denn ausbildungs- und berufsbedingte Veränderungen sind hier eher noch häufiger – und auch die Interessensschwerpunkte wandeln sich verhältnismäßig stärker. Trotzdem: seit über 15 Jahren wird Jugendarbeit kontinuierlich gepßegt, werden regelmäßig Kurse angeboten, auch für die verschiedenen „Bauern“-, „Turm“- und „Königs“-Diplome.

Derzeit läuft wieder einer zum „Bauern-Diplom“. Auch konnte seitdem regelmäßig mindestens eine weitere Mannschaft aufgeboten werden. Der derzeitige „harte Kern“ der Jugend bereitet mit Engagement und Leistung auch Freude.

Bei der „U-16“-Meisterschaft des Schachkreises (= die gesamte Region „Main-Rhön“) von 10 Teilnehmern zwei Abersfelder und ein 1. und 4. Platz, der Sieger außerdem erfolgreich auch in der 1. Mannschaft – das lässt hoffen!

All das beweist auch, dass die Schachabteilung insgesamt, trotz der so wichtigen Kontinuität, sich nicht als hermetisch abgeschlossene Einheit versteht. Sie hat vielmehr zu Beginn dieser Saison zwei Spieler, die ihre bislang nur hobbymäßig erworbenen, aber durchaus bemerkenswerten schachlichen Fähigkeiten in den Verein einbringen wollten, dankbar und herzlich willkommen geheißen und wird dies auch weiterhin tun! Wer sich, ob jung, ob alt, interessiert, sollte Gerhard Schröck (Tel. 0 97 27/14 40) anrufen!

Text: Johannes Wittmann

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