Info-Portal für das Schweinfurter Oberland: Schonungen – Üchtelhausen – Stadtlauringen – Thundorf – Maßbach und angrenzende Gebiete

Bundesligaticket nur knapp verpasst

Mit einem Bein standen die Schonunger bereits in der zweiten Ringer-Bundesliga. Doch alles rechnen nützte im Play-Off am Ende nichts: Nach dem Last-Minute-Unentschieden (19:19) gegen den RSV Spiesen-Elversberg und der bitteren Auswärts-Niederlage (21:22) gegen den KSV Germania Krefeld fehlte den Mattenfüchsen tatsächlich nur eine lächerliche Runde zum sicheren Aufstieg, wie Coach Thomas Rösner erklärt. Trotz des Beinaheaufstiegs wirkt der Teamchef gefasst und gelassen: „Wir standen sechs Wochen unter Strom, jetzt ist eine große Last von uns abgefallen!“ Und obwohl die Schonunger die zweite Bundesliga knapp verpasst haben, können die Ringer auf ihre Leistung mächtig stolz sein, ist sich Rösner sicher.
 

Rückblick: Im letzten Heimkampf der Saison machten die Schonunger die Oberliga-Meisterschaft perfekt – ein Moment auf den die Rösner-Mannen lange hingearbeitet haben. Über fünfhundert Zuschauer verfolgten das Spektakel und verwandelten die Hauptschulturnhalle in einen Hexenkessel. Insgeheim träumte Chef-Coach Thomas Rösner schon lange von der Meisterschaft in der dritthöchsten Deutschen Ringerliga und der damit verbundenen Chance in die zweite Bundesliga aufzurücken: Dass der Traum so schnell in Erfüllung geht, damit hat damals wohl  niemand gerechnet. Die Euphorie in Schonungen ist mit der Oberligameisterschaft voll entbrannt: „Zu unseren Heimkämpfen kommen jetzt Leute, die mit dem Ringen vorher noch nie in Berührung gekommen sind!“, sagt Joachim Wendel, Vorsitzender des RSV. Kaum zu glauben, steckte der Schonunger Ringersport doch bis vor zwei Jahren noch in einer tiefen Krise. Erst die Querelen um die Abspaltung vom Mutterverein TSV Schonungen und dann die Personalnot wegen zahlreicher Verletzung ließen die Ringer um den Verbleib in der Oberliga zittern. Dann aber endlich stand wieder der Sport im Mittelpunkt des Geschehens – die Mattenfüchse berappelten sich und lieferten eine überzeugende Saison. Doch der Erfolg ist eben nicht vom Himmel gefallen: Permanent fordert und fördert RSV-Trainer Rösner seine Schützlinge. Über Jahre hinweg, baute er den jungen Kader sukzessive auf, dreimal die Woche lenkt er das Ausdauer- und Krafttraining und fährt regelmäßig auf Meisterschaften. „Wir setzen voll auf unsere Leute und kaufen keine Profis von Auswärts ein!“, sagt Rösner selbstbewusst. Und auch Wendel ist überzeugt: „Da wo Schonungen drauf steht, muss auch Schonungen drin sein!“ Das hören die Fans der Oberlandmetropole gerne: Tatsächlich kommen mit dem Erfolg auch immer mehr Zuschauer zu den Heimkämpfen.

Vorläufiger Höhepunkt waren die Aufstiegskämpfe zur zweiten Bundesliga im Januar/Februar: Zeitweise 700 Fans verfolgten begeistert die Kämpfe in der Hauptschulhalle und sorgten für das größte Indoor-Spektakel das Schonungen je gesehen hat. Eine logistische Meisterleistung für den noch jungen Verein: Zuschauertribünen wurden herangekarrt, die Bewirtung organisiert und die Werbetrommel landkreisweit gerührt. „Wir kamen ganz schön ins schwitzen, aber der Idealismus ließ uns nicht müde werden!“, schnauft Wendel durch.

Sportlich gesehen konnte der RSV Schonungen problemlos mithalten: Drei mal gewonnen, einmal unentschieden und zwei knappe Niederlagen, so die respektable Bilanz der Aufstiegsrunde. Der RSV-Kader präsentierte eine geschlossene Teamleistung und spielte sich gegenseitig die Bälle zu. Besonders Mike Gärtner und Florian Hümpfer bestachen durch ihre herausragende Form. Am Ende fehlte wohl einfach das Quäntchen Glück, um in die zweite Bundesliga aufzusteigen. Mit 7:5 Zählern liegt der RSV Schonungen mit dem RSV Spiesen-Elversberg hinter dem KSV Germania Krefeld (10:2) in der Tabelle gleich auf – alleine die Punktedifferenz trennte die Mattenfüchse vom zweiten Tabellen- und sicheren Aufstiegsplatz. Doch ein kleines Fünkchen Hoffnung blieb bis zuletzt: Denn bis vor wenigen Tagen war noch nicht endgültig klar, wie sich die zweite Bundesliga zusammensetzt und ob sich eventuell Bundesligamannschaften zurückziehen. Jetzt ist es amtlich: Schonungen kämpft im Herbst wieder in der Oberligasaison. „DRB- Vizepräsident Karl Rothmer hat mich vergangene Woche darüber telefonisch informiert!“, sagt der Trainer. Doch als Lucky-Looser sieht sich Thomas Rösner nicht: „Für uns alle war es eine riesen Erfahrung, wir haben überall ein positives Bild hinterlassen und können erhobenen Hauptes zurückblicken. Was mich besonders stolz macht ist, dass wir wohl viele Menschen für unseren Sport begeistern konnten!“, schwärmt Rösner. Ob die Titelverteidigung kommende Saison gelingt wagt er noch nicht zu kommentieren: „Da spielen viele Faktoren rein: Wie setzt sich unser Kader zusammen? Welche Mannschaften erwarten uns in der Oberliga? Welche Form haben unsere Ringer?“, so Rösner. Eines ist wohl schon heute klar: Die Fans des RSV werden die Sporthalle wieder in einen regelrechten Hexenkessel verwandeln.
 
Text: Stefan Rottmann

Zum Seitenanfang