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Erfolgscoach Rösner über die Chancen und Zukunft des Schonunger Ringsport

Ohne Zweifel, die vergangene Saison war bisher die erfolgreichste in der Geschichte der Schonunger Mattenfüchse: „Ich kann mit Stolz behaupten, dass wir nur mit Eigengewächsen Oberligameister geworden sind. Und das obwohl kein Ringer mehr als 10 Euro Spesengeld erhielt. Das hat, in ganz Deutschland, noch kein Verein geschafft.“, freut sich Erfolgscoach Thomas Rösner.



Das Foto zeigt von links: Florian Hümpfer, Dimitri Andronov, dahinter RSV-Chefcoach Thomas Rösner, RSV-Vorsitzender Joachim Wendel und Rudolf Schwanke beim Training in der Richterhalle.
Man habe sich in der Ringerszene bundesweit einen Namen gemacht und viele Menschen dank hervorragender Vereinsarbeit und guten sportlichen Leistungen für den Mattensport gewinnen können. Was den Schonunger Ringern jetzt noch zu allem Glück fehlt, wäre eine eigene Halle - wie RSV-Vorstand Joachim Wendel verrät habe man einen entsprechenden Antrag zum Kauf eines Grundstücks gestellt.

Doch zurück zur Ringeroberliga: Man hat mit 24:4 Punkten, in überlegener Manier und völlig überraschend, die erste Oberligameisterschaft gewonnen. Nachdem die RSVler den ersten Kampf in Mietraching und den vierten Kampf in Penzberg verloren hatten, standen die Mattenfüchse mit 4:4 Punkten im Mittelfeld der Tabelle. Von da ab startete eine eindrucksvolle Siegesserie. „Sicherlich habe ich nach der Vorrunde unsere Chance auf die Meisterschaft gesehen, aber offen aussprechen wollte ich das nicht.“, verrät Rösner. Erst am letzten Heimkampftag, mit dem Sieg gegen den SC Anger II, machte der RSV die Meisterschaft perfekt. „Die  Sekt- und Bierdusche, vor ca. 500 begeisterten Zuschauern, werde ich in meinem Leben nicht vergessen, es war das erfolgreichste Ringerjahr in meiner 28-jährigen Trainerlaufbahn!“, erinnert sich Rösner.

Die Oberligameisterschaft löste eine regelrechte Welle der Begeisterung aus: Fast 700 Zuschauer besuchten die Aufstiegskämpfe in die zweite Bundesliga, die mit Spannung und Dramatik kaum mehr zu überbieten waren. Schließlich beendeten die Mattenfüchse die Aufstiegsrunde mit dem dritten Rang und 5:5 Punkten, Punktgleich mit dem Zweitplatzierten Spiesen Elversberg. Der KSV Krefeld gewann die Aufstiegsrunde mit 8:2 Punkten. Die einzige Niederlage mussten die Krefelder beim RSV Schonungen hinnehmen. Nachdem man aber in Krefeld, nach einem tollen Kampf mit 21:22 verloren, waren die Aufstiegsträume in die 2. Bundesliga leider vorbei. Doch über ein Hintertürchen wäre der Weg in die zweite Bundesliga geebnet gewesen: Da der ASV Schorndorf (Anfang März), seine Mannschaft aus der Bundesliga zurückgezogen hat, hätten die Schonunger aber doch noch aufsteigen können. Nachdem nun aber der RSV-Vorstand vorher erfahren hatte, dass das bisherige Trainingsdomizil (Richterhalle) im Sattler-Altlastviertel bald abgerissen werden soll und dann keine Möglichkeit besteht beliebig oft zu trainieren, musste der RSV schweren Herzens auf den Aufstieg in die 2. Bundesliga verzichten. Der DRB Vizepräsident  Karl Rotmer bedauerte die Entscheidung mit den Worten „eure Vereinsphilosophie ist ein gutes Beispiel für alle Bundesligavereine und der RSV wäre eine Bereicherung für die gesamte Bundesliga gewesen“. Wo die RSV-Männer zukünftig trainieren steht noch in den Sternen: Eine neue Trainingshalle soll gebaut werden, doch ein Grundstück konnte die Gemeinde im Ortsteil Schonungen noch nicht anbieten, bedauert die RSV-Spitze – nun wurde ein entsprechender Antrag an die Gemeinde gestellt, wie es aus Kreisen des RSV heißt.

Nach den Aufstiegskämpfen starteten die Ringer auf den Bayerischen Meisterschaften, wobei man bei den Männern, mit 5 Medaillengewinnern, die Mannschaftswertung gewannen. Bei den B-Jugendmeisterschaften belegte Felix Full den ersten Platz. Timo Wirth holte bei den Deutschen B-Jugendmeisterschaften einen hervorragenden zweiten Platz und Felix Full wurde Siebter. Außerdem startete der RSV noch auf diversen internationalen Turnieren in Holzgerlingen/Stuttgart sowie in Holland. „Überall wo unsere Ringer auf die Matte gingen, gewannen sie Medaillen. Ich denke, es gibt keine bessere Werbung für unseren Verein als mit guten Leistungen aufzufallen.“, zeigt sich Teamchef Thomas Rösner stolz.

Die Saisonvorbereitung begann mit einem Freundschaftskampf gegen den ASV Gailbach (2. Bundesliga Mitte). Den Vergleich verloren die Schonunger noch mit 16:21, allerdings fehlten hier einige der besten Ringer. Zusammen mit den Gailbachern machte das Team Ende Juli, ein Wochenende lang, ein sehr hartes Trainingslager. Außerdem wurde am Kirchweihsonntag ein Freundschaftskampf gegen AC Bindlach ausgerichtet. „Es wird für uns sehr schwer, die Erfolge des vergangenen Jahres nochmal zu erreichen oder gar zu toppen.“, prophezeit Thomas Rösner. Zwar haben sich alle Ringer weiterentwickelt und sind auch viel stärker geworden, aber Rösner hat von Saisonbeginn an, nicht seine stärkste Mannschaft zur Verfügung.
Auch die Ringer der zweiten Mannschaft haben sich weiterentwickelt, mit diesen könne man Ausfälle und Lücken in der ersten Mannschaft kompensieren. Trotzdem soll die Reservemannschaft, wenn es nach dem Willen von Trainer Edgar Schäfer geht, den Sprung in die Landesliga schaffen. In diesem Jahr sind in der Oberliga nur 7 Mannschaften vertreten.
Der SC Anger hat seine Mannschaft aus der ersten Bundesliga zurückgezogen. Sie wollten einen Neuanfang in der Oberliga starten und den Platz der Reservemannschaft übernehmen, jedoch hatte der DRB die Angerer in die Bayernliga zurückgesetzt.  Zudem wollte, neben dem Meister Unterföhring, keine Mannschaft aus der Bayernliga nachrücken. Aufsteiger Unterföhring sieht Rösner als Favorit auf die Meisterschaft, da sie einen ausgeglichenen, stark besetzten Kader haben. Außerdem sind auch die Johanniser Reservemannschaft und der AC Penzberg  Kandidaten für den vordersten Platz in der Tabelle.
Auch Schonungen hat das Ziel wieder ganz vorne mitzumischen, aber das hängt, neben dem Leistungsvermögen der RSV-Ringer, davon ab, in welcher Konstellation die Schonunger jeden Samstag auflaufen können. „Egal wie wir am Ende auflaufen, wir werden uns vor keinem Gegner fürchten, das haben wir noch nie getan! Nach wie vor wird es für jeden Gegner schwer sein in der Schonunger Festung zu gewinnen.“, sind sich Rösner und RSV-Vorstand. Davon können sich die Zuschauer schließlich selbst überzeugen, denn bereits am 04. September 2010 startet die Ringersaison mit einem Prestigekampf gegen die Bundesligareserve von Hallbergmoos. Anpfiff ist um 19.30 Uhr in der Hauptschulturnhalle Schonungen.

Text und Foto: Stefan Rottmann

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